Singen am Lagerfeuer unterm Sternenhimmel

Die Woche ist rum, die letzte Arbeit geschafft, noch etwas einkaufen und dann ab zur Pfadihütte am Waldrand. Vor einiger Zeit hatte ich mal wieder zur nächsten Ausgabe der „vorherbstlichen Silberrunde“ eingeladen. Der Einladung sind auch einige Silberburger gefolgt und zudem noch weitere befreundete Pfadis inklusive einiger Antaresianer.

Etwas frisch war es schon, wir entschieden es aber dennoch: wir singen draußen! Zusammen mit einem Wettstreit verschiedener Feuer-Anmach-Techniken wurde das Lagerfeuer entzündet, alle platzierten sich außen herum, auf Fell, Isomatte oder Decke. Da ich mein Abendessen fast vergessen hätte, gab es für die Helfer noch Maultauschensuppe und für die gesamte Runde dann Tschai und äußerst leckeren Kinderpunsch (der im Gegensatz zum Tschai auch eine zweite Auflage erfuhr).

Insgesamt superschön, viele nette Leute (viiiiele Kinder, es überrascht mich trotz besserem Wissensstand immer wieder), tolle Lieder, mehrere Gitarren, Kontrabass und Akkordeon und Gesang bis in die späten Nachtstunden – bei knisterndem Lagerfeuer und unter dem schönsten Sternenhimmel!Danke an alle fürs Kommen, es war toll!

Trinco und Weiterreise nach Batticaloa

Heute war der letzte Tag in Nilaveli. Wir wollten noch ein Stück weiter die Küste runterfahren. Da sich nicht mehr alle mit den Bussen weiterbewegen wollten, hatten wir ein Privattaxi organisiert (also einen Minivan mit Fahrer).

Erstmal sind aber Felix und ich zum Sightseeing nach Trinco, während die anderen beiden den Pool unsicher gemacht haben. Nach Trinco kamen wir per Tuktuk. Mit dabei war auch Dasun, der Angestellte des Bella, der stets hinter der Bar stand und uns unser Frühstück servierte. Er hatte zwei Tage freibekommen und nutzte unser Tuktuk um zum Busbf zu kommen, um heim nach Anuradhapura zu fahren.

Wir ließen uns direkt zum Fort fahren, das in den Anfängen der Kolonialisierung gebaut wurde und heute trotz einigem Verfall als Kaserne genutzt wird. An der Spitze der Landzunge, auf der das ganze steht, ist außerdem noch ein hinduistischer Tempel. Das bedeutet viele Gottheiten, viel bunt, besonders viel blau. Außerdem ganz nett: es muss nicht alles in einem Gebäude sein. Viele Statuen waren auch in Felsspalten oder auf Felsvorsprüngen platziert. Ohne jedoch die ganzen Hintergründe zu den einzelnen Figuren zu kennen, ist es vorallem ein beeindruckendes blau-buntes Kunstwerk. Da es auch sehr warm war, haben wir uns nach dem Tempel an einem der Stände ein paar Fruchtcocktails gegöhnt. Die Stände sind so gebaut, dass sie zum Meer hin jeweils eine kleine Terasse haben, sodass man schlürfend die Aussicht genießen kann. Was wir auch taten 🙂

Tatsächlich konnten wir so die Fischer beim einholen ihrer Netze beobachten. Mein Cocktail dazu war ein grüne-Orange-Drachenfrucht Cocktail. Mega lecker, aber leider auch mit den Kernen der Drachenfrucht im Cocktail – das sind dann VIELE Kerne! 🙂

Beim rauslaufen aus der Kaserne trafen wir noch einen Tuktuk Fahrer, der uns allerlei Fahrten verkaufen wollte. Das gab er aber bald auf, nachdem wir ihm erzählten, dass unsere Weiterfahrt schon terminiert und gebucht ist. Danach wollte er sich einfach nur noch unterhalten. Er konnte auch gut Deutsch und erzählte uns stolz, dass er sogar in einem Reiseführer namentlich erwähnt wird. Und wie viele andere auch, bedankte er sich überschwänglich bei uns, dass wir in Sri Lanka sind und Urlaub machen, obwohl doch soviele Touris nicht gekommen sind.

Schließlich sind wir noch durch die Stadt spaziert. Entlang des Wassers, wo mal Strand ist und mal die Fischerboote mitten im Müll liegen. Dann durch schnuckelige Wohnstraßen mit kleinen süßen Häusern, weiter zu großen Hotels (die so gut besucht wie der Rest der Touri-Einrichtungen war). Eigentlich wollten wir noch Kleiderläden besuchen, da meine einzige dünne, lange Hose an mir festklebend gerissen ist. Aber soviel fanden wir dann doch nicht. Dafür noch einen großen Gemüsemarkt, wo auf dem Boden sitzend, vor Tischen, in gekachelten Miniräumen überall alles mögliche Gemüse und Obst verkauft wird.

Es war extrem heiß und so besuchten wir ab und zu auch einen Bankautomaten, die sind meistens klimatisiert 😀 Schließlich mussten wir nur noch auf Reen und Pe mit unserem Gepäck in unserem Privattaxi warten. Ein Plätzchen im Schatten ward gefunden und da daneben der kleine Essensstand mit frischen Samosa und weiteren Essenskleinigkeiten beliefert wurde, holte ich mir dort nach und nach mein Mittagessen.

Im Minivan ging es dann weiter die Küste runter, mit viel Regen und letztlich bis nach Batticaloa – ich würde sie persönlich Sri Lankas Fahrrad-Hauptstadt nennen. Soviele Fahrradfahrer haben wir im gesamten Urlaub zuvor nicht gesehen.

Unsere Unterkunft war das Riviera Resort. Ein riesiges Teil, allerdings mal wieder eins, in dem man als einzige Gäste irgendwie untergeht. Und Mücken, Mücken, herrje, Mücken.

Zum Essen wollten wir in die Stadt, das war dann ein ganz schönes Stück Weg. Vieles von den Geschäften hat mangels Touris nämlich zu und insgesamt gibt es auch z.B. verglichen mit Kambodscha nur wenige Restaurants (Fun fact: wenn am Straßenrand mal Hotel steht, kann man dort in der Regel nur essen, aber nicht schlafen!). Ehe mein Akku gänzlich zur Neige ging, fanden wir aber ein Restaurant, es war im ersten Stock und sah echt schnieke aus. Ich fühlte mich sogleich leicht underdressed. Aber nebst Anzugsleuten kamen später auch normale Gäste, es passte schon.

Zurück nahmen wir dann doch ein Tuktuk, geschafft und erledigt!

Schnorcheln vor Pidgeon Island

Vor der Küste von Nilaveli liegen zwei Inseln, eine kleine und eine etwas größere: Pidgeon Island. Zusammen mit zwei Italienern und der Fahrer von unserem Hotel wurden wir morgens am Strand von einem Boot eingesammelt und erstmal parallel zur Küste bis zur Höhe der Insel gefahren. Dort warteten wir eine kleine Ewigkeit (in der prallen Sonne fühlt sich das schnell so an), bis der Mensch, den wir für diesen Ausflug bezahlt hatten, dort unsere Eintrittsgelder bezahlte und der Ranger den wir mitnahmen fertig war. Die beiden noch eingesammelt und los ging die Fahrt quer übers Wasser zur Insel.

An der Insel darf man nur an einer sehr kleinen Stelle am Strand anlanden, der Rest ist Naturschutzgebiet. Der Strand selbst ist übersäht von Korallenbruchstücken. Anscheinend hat das Korallenriff durch den Tsunami 2004 erheblich gelitten (natürlich nicht nur das Riff, der gesamte Küstenstreifen und deren Bewohner waren erheblich betroffen – unser Guide für den Tag hat selbst 8 Familienmitglieder verloren).

Jeder bekam ein paar passende Flossen, Tauchmaske und Schnorchel. Dann ging es auch schon los zum Wasser. Dank meiner „auch-die-Beine-können-verbrennen“ Erfahrung aus Kambodscha, ging ich diesmal zwar mit Bikini, aber auch mit Longsleeve und kurzer Hose ins Wasser.

Unser Bootsführer war auch der Tauchguide und er wies uns an, im Wasser immer zusammen zu bleiben  – der einfache Grund: Haie! Erstmal schwammen wir über einen regelrechten Korallenfriedhof. Lauter gebrochene weiße Korallenbrocken.

Dann kam der etwas tiefere Teil, wir schwammen über Korallelen hinweg und viele bunte Fische. Die ersten Haie bekam ich garnicht richtig mit, die Italienerin bekam Panik, sie kam aber wohl auch nicht mit dem Schnorchel richtig klar. Unser Guide brachte sie kurzerhand an Land, wir schnorchelten um eine Boje herum. Weiter ging es dann mit Guide. Und wen entdeckten wir? Eine Meeresschildkröte! Oh, da war ich begeistert! Sie fraß gerade etwas und schwamm schließlich weiter, wir begleiteten sie noch ein Stück.

Weiter ging unsere Tour und tatsächlich ließen sich auch wieder und wieder Haie blicken, mal weiter entfernt, mal mulmig nah unter uns. Hätte ich nie gedacht, dass ich mal mit Haien schwimmen gehe!

Nach Beendigung eines Halbbogens waren wir wieder am Strand. Draußen gab es unter den Bäumen eine kurze Verschnaufpause und dann sind wir auf der anderen Inselseite (an dieser Stelle ist es nur ein Katzensprung von einer zur anderen Seite) wieder ins Wasser. Hier waren nochmals viel mehr bunte Fische und auch mal ein leuchtend blauer fasriger Seestern (Kopfgroß!) zu sehen. Auch eine Schildkröte gab sich wieder die Ehre. Zudem fanden wir noch in einem Steinloch eine Moräne, die unser Guide aus deren Versteck locken wollte – das wollten wir dann doch lieber nicht 🙂

Während ich bei der ersten Schnorcheltour noch wenig hinabgetaucht bin, so lief das ganze jetzt und ich bin immer wieder zu den Fischis runter. Auch ganze Fischschwärme kamen vorbei und teilten sich direkt vor mir. Huiiii! Am Rückweg, als wir kurz vorm Strand schon recht flach über einen „Stein-Irrgarten“ schwammen, der Rest schon vorneweg und Felix und ich noch ein bischen langsamer genießend, sah ich auf einmal direkt unter Felix wieder einen Hai, der gerade durch das Steinlabyrinth navigierte. Doch so nah am Strand! Puls hoch, Felix geschnappt und geschaut, dass wir die anderen wieder einholen, die sich teilweise am Strand bereits die Flossen von den Füßen zogen.

Mich hat ehrlich gesagt niemand über die wirklich Gefahren oder nicht von Haien aufgeklärt. Also über „immer zusammenbleiben“ als Schutzmaßnahme hinaus. Keine Ahnung also, wie unser Schnorchelgang da einzusortieren ist. Aber alle heile wieder rausgekommen!

Zurück ging es dann wieder im Boot. Die meisten Sonnenbrände kommen auch von der Bootsfahrt. Da ich noch meine nasse kurze Hose an hatte und diese wohl jeweils schräg an meinen Beinen geklebt hat, habe ich nun braune Striche auf meinen Beinen, nur quer, was leicht witzig aussieht 🙂

Zurück bei Anna im Hostel haben wir schließlich noch den Pool belegt, abends dann lecker Prawns gegessen und den Abend bei einem Bier ausklingen lassen…

Strandtag

Heute war ein „kurzer“ Tag. Während die anderen beiden mit nem Roller nach Trinco fuhren, um einen Arzt aufzusuchen und Trinco anzuschauen, gingen wir an den Strand.

Direkt wenn man an den Strand kommt (100m von unserer Unterkunft?), ist links und rechts nur Strand, weiter hinten dann jeweils eine Ansammlung von bunten Fischerbooten. Für den Strandteil gibt es ein paar „überdachte Holzbettliegen“. Der Mangel an schattenspendenden Bäumen ist also kein Problem, man bezieht sein „Häuschen“ und beginnt den üblichen Strandkreislauf:

  • rein ins Wasser, das erst super flach, dann Bauchtiefe und dann wieder Wadentiefe hat, was die Wellen insofern beeinflusst, dass sie weiter draußen brechen und dann aber wieder verschwinden, bevor sie an den Strand kommen (reinsurfen also nicht möglich, entspanntes rumplanschen hingegen schon)
  • raus aus dem Wassser, kurz abtropfen, rein in den Schatten, der stete Wind sorgt für angenehmes Klima
  • lesen, schlafen, quatschen, Hunde kraulen (die Hotelhunde haben uns begleitet)

Und das den ganzen Tag!

Nachmittags haben wir etwas Variation reingebracht, sind zurück zum Hotel und dort in den Pool 😀

Abends sind Felix und ich durch das dunkle Dorf getappt (keine Straßenbeleuchtung, maximal Lichter von den Häusern) und haben ein Restaurant gesucht. Nicht so einfach, aber man fragt einfach die Gemüsehändler und Fahrradfahrer. Wir sind schon ein gutes Stück gelaufen, haben noch einen Checkpoint passiert und schließlich ein sehr kleines aber supersüß eingerichtetes familien-geführtes (wie fast alles hier) gefunden. Für diesen Abend waren wir vmtl wohl die einzigen Gäste. Die Straße zum Strand weiter runter waren mehrere Großbauten (mehrstöckige, nicht ganz so heimlige Hotels), die sahen aber komplett geschlossen aus (keine Touris).

Zuerst wollten wir am Strand entlang zurück, wurden aber aus dem Dunkel „von ihren Hunden verbellt“ und sind dann lieber die dunkle Hauptstraße wieder zurück.

Limoday & schnellste Reise nach Trinco

Der bislang vielleicht abgefahrenste Tag in Sri Lanka. Nachdem der Hostelbesitzer ja schon Werbung mit unserer Lampionbastelaktion gemacht hatte, hatte er die neue Idee, uns bei einer Familien/Nachbarnaktion zum Vesak-Fest mitmachen zu lassen. Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir also schonmal gepackt und dann auf ihn gewartet. Er hat uns dann mit dem Auto die 100m die Seitenstraße runtergenommen, zu einem Kiosk/Restaurant von Freunden. Dort durften wir rein ins Haus und bekamen unsere erste Aufgabe: schneiden und auspressen von (grünen!) Orangen und Limetten. Schneiden mit dem Messer, auspressen mit der Hand 🙂  Ja, Hände vorher gewaschen 😛

Das hat doch eine ganze Zeit gedauert, anfangs habe ich noch mit der kleinen Machete die Früchte gezweiteilt und Mareen hat gepresst, schließlich hat einer der anderen die Früchte geteilt und Mareen, Felix UND ich haben die Früchte ausgepresst. Danach hieß es etwas warten, unser Host war noch Eis holen mit dem Kleinlaster. Derweil lernten wir die Töchter der Familie(n?) kennen: Dawinnie, Whatmikki und XYZ (die Namen frei nach Aussprache geschrieben). Die Mädels (10, 12 und 15)  waren voll auf Zack, wollten sich mit uns unterhalten und nebenbei alles saubermachen.

Die Eismänner kamen zurück und dann wurde vor dem Geschäft, direkt an der Straße erstmal der Stand aufgebaut. Ein Pavillon, wie wir ihn auch kennen aus Metallstangen zusammenstecken, rote Hülle drüber, hochstemmen. Darunter zwei Tische und jetzt kam das interessante: ein blaues Plastikfass – quasi die Mischschüssel für die Limonade (vmtl nicht Gesundheitsamtprüffähig). Hier kam zuerst eine dünne Eisplatte rein, die wurde zerhauen und mit ein paar Kilo Zucker und zwei Tüten Salz verfeinert. Dann wurde das ganze mit Wasser aufgefüllt, dass die Männer in Eimern beim Laden gegenüber holten (die Limonade ist ja ein Nachbarschaftsunternehmen). Oberhoheit über das eigentliche mixen hatte übrigens die Altherrenfraktion. Die Idee dann aber das restliche Eis am Stück in das schon recht volle Limofass zu geben, kam von der Generation eins drunter 🙂

Nicht so praktisch wie alle feststellen mussten 😀 Aber man hat ja eine kleine Machete, hackt man damit halt das überschüssige Eis klein und nimmt es raus. Als nächstes kam unser gepresster Saft rein. Dieser wurde über ein (sehr grobmaschiges :-D) Sieb gegeben, um die Kerne rauszusieben – sagen wir mal teilweise erfolgreich. Da man recht ausgefuchst ist, wurde die Limonade danach noch mit Farbzusätzen und Aromen genau abgeschmeckt. Als finishing touch wurden ein einer speziellen Weise schließlich noch Kerne der Passion Fruit hinzugefügt – fertig ist das ganze.

Derweil hatten die Mädels runde, silberne Tabletts, zwei Waschschüsseln und Plastik-Trinkbecher auf den Tischen verteilt. Alle Becher wurden einmal durchgespült und dann konnte die Chose beginnen!

Der Stand war direkt an einer Hauptdurchfahrtsstraße und das Ziel klar: zum Vesak-Fest kostenlos Limonade verteilen. Das ganze geht so: um darauf aufmerksam zu machen, stellt sich eine Person mit einer gelben Fahne an den Straßenrand (ob die Farbe relevant ist, habe ich nicht rausfinden können). Die Autos halten entweder direkt auf der Straße oder aber auf dem Seitenstreifen vor oder nach dem Stand an. Dann eilt man mit einem der Tabletts voll mit Limonadebechern hinzu und jeder darf sich einen (oder zwei :-)) nehmen. Ich hab mit den Mädels erstmal die Becherfüllung übernommen, Mareen und Felix und ein paar der Männer haben das Verteilen übernommen. Da bildet sich schnell mal ein Stau, denn soviel Platz zum drumherum fahren, wenn der eine oder andere noch halb auf der Straße stehend anhält, ist nicht grins Aber ob Tuktuk, Kleinbus, Motorrad oder „Bonzenauto“, alle wurden bedient (nur die großen Busse, die fuhren nur vorbei). Man trinkt dann vor Ort seine Limonade und gibt die Becher wieder zurück, die am Stand im Wasserbad durchgespült werden.

Ein Mönch kam auch bald vorbei und bekam einen Ehrensitzplatz hinter unserem Tisch. Cooler war ein etwas jüngerer Mönch, der später dazu kam und auch direkt beim Limonade in Becher füllen half. Das hatte ich tatsächlich nicht erwartet, dass ich mal in Sri Lanka an einem Limonadenstand zum Vesakfest stehe und mit einem Mönch zusammen (und coolen quirrligen Mädels) Limonade ausgebe. 🙂

Die ganz gewitzten Leute kamen übrigens direkt mit ihren leeren Wasserflaschen und ließen sich die mit Limonade füllen. Deutsch wäre hierbei wohl gewesen nur soviel wie in einen Becher passt in die Flasche zu füllen. Doch hier ist man großzügig und füllt die Flasche stets voll, egal wie groß diese ist!

Später hab ich mich dann auch beim verteilen beteiligt. Alles ging immer schnell-schnell. Wenn ein neues Gefährt anhielt, war das Ziel stets, die Leute zügig zu bedienen. Und haben die Leute teilweise gestaunt, dass wir Ausländer hier mitmachen. Und sich in der Regel auch mega gefreut. Da macht das ganze gleich doppelt Spaß.

Von der ganzen Aktion hat unser Host natürlich Fotos am laufenden Band gemacht. Richtig interessant wurde es dann aber, als auf einmal zwei Menschen mit Videokameras auftauchten – das Fernsehen! Eine Videokamera war eher so eine kleine Urlaubskamera, die andere etwas größer und mit externem Mikro. Besonders von unserem Star am Limonaden-Verteilhimmel Mareen waren sie angetan, folgten ihr von Auto zu Auto und filmten die Verteilaktion auch mit Felix und mir. Mareen durfte auch ein Interview geben, das allerdings doch etwas geskriptet war.

Unnötig zu sagen, dass unser Host ausflippte vor Begeisterung 😀 (ob er das Fernsehen informiert hat oder die einfach so kamen wissen wir nicht).

Nachdem wir auch die zweite Fassfüllung schon zur Hälfte geleert hatten, seilten wir uns aber ab, denn wir wollten am heutigen Tage noch weiterreisen und von den Bussen weiß man nur die ungefähre Taktung, nie wann sie genau kommen und wie lange man daher warten muss.

Unser Host fuhr uns dann mit seinem Kleinwagen (ein Hybrid!) in die Stadt zur Bushaltestelle und Profis die wir inzwischen sind erspähten wir nach einer Viertelstunde schon unseren Bus nach Trincomalee. Natürlich wieder ein blauer Expressbus.

Und los ging die Teufelsfahrt!

Es war wieder ein offener großer Bus. Allerdings hatte der Fahrer wohl lebensmüde oder so ähnlich. Ich saß am Anfang auf den Treppen der Tür, verglichen mit der letzten Fahrt waren da aber einige km/h mehr auf dem Tacho. Das zeichnete sich vorallem in Kurven aus, der Bus muss immer mal wieder einiges an Schräglage zu verzeichnen gehabt haben. Von den Überholmanövern habe ich selbst wenig gesehen, die Schnappatmung einiger Mitfahrer verriet aber doch so einiges, genauso wie der an die Busfahrt anschließende Aussage „Nie mehr Expressbus“.

Immerhin konnten wir mit dem Bus über Trinco hinaus bis nach Nilaveli (nördlich von Trinco) mitfahren und mussten kein extra Tuktuk anheuern, auch wenn der „Schaffner“ uns dafür nochmal ein paar Rupien extra abknüpfte.

Nach 10min einen Abzweig der Hauptstraße Richtung Strand waren wir dann da, im schönen italienisch-singhalesisch geführte Bella Hostel, mit grünem Pool und in Spuckweite zum Strand. Insgesamt megaschön, mit eigenem Gemüsegarten und echten Haustieren: Kraul-mich-Hunde Bella und Peter, Kraul-mich-Katzen Mascha und „Mama mit Jungen“ und Duck-mich-weg Frösche. Einfach genießen!

Dambulla – Höhlentempel

Heute war vornehmlich ein fauler Tag. Nach dem gemütlichen Frühstück haben wir erstmal noch etwas am Pool entspannt. Danach ging es aber noch los zu Dambullas (einziger?) Hauptattraktion: den Höhlentempeln. Unser Hotel war garnicht so weit weg von den Tempeln, allerdings doch ein klein wenig bergauf, nach einigen Stufen waren wir aber da. Eintitt nur für Touristen, was ja auch vollkommen ok ist.

Insgesamt besteht die Tempelanlage aus 5 Höhlen, die tatsächlich ziemlich krass sind. Drinnen sind je nach Größe der Höhle 20 – (open end) Buddha-Statuen und andere. Deren Positionierung und Größe sind voll den Höhlen angepasst. Wird die eine Seite der Höhle immer niedriger zu einer Seite, dann werden die Statuen auch immer kleiner. Dazu sind die Wände und Decken komplett bemalt, auch die Unebenheit, alles mit eingeschlossen. Und die Farben sind noch verdammt gut erhalten, sehr beeindruckend. Von Höhle zu Höhle kommt man praktischerweise über weiße Säulengänge. Warum praktisch? Der restliche Teil des Areals lag größtenteils in der Sonne und meine Füße sind noch immer nicht singhalesischen Boden gewöhnt 😉

Von dort aus sind wir den Berg wieder runter und noch etwas Richtung Stadt gelaufen – zum Kleidungsgeschäft, dass gestern empfohlen wurde. Denn Reen wollte für David einen Sarong kaufen – was wir auch taten 🙂

Felix und ich sind dann weiter Richtung Stadt, die anderen beiden zurück zum Hotel. Ziel von uns war eigentlich die Stände im Stadtzentrum, um noch ein bischen Marktatmosphäre zu schnuppern. Zwar gibt es hier auch einen Großmarkt, der aber nur ein Umschlagplatz für die Bauern der Umgebung ist.

Da fing es an, plitsch, platsch. Regen hier ist selten ein Nieselregen oder ein dichter Regen. Erstmal dicke, fette Tropfen, nur alle paar Meter. In einer kleinen Bäckerei haben wir uns noch Egg Samosa gekauft (lecker, lecker). Das Wetter wollte nicht so wirklich besser werden, wir stellten uns noch bei verschiedenen Geschäften unter. Letzlich haben wir doch aufgegeben und ein Tuktuk rangewunken, um heimzufahren. Das war auch gut so! Als wir drinnen waren, kam ein richtiger Wolkenbruch runter. Im Tuktuk musste man die Seiten runtermachen und im Hotel stand das Wasser sogleich Zentimeterhoch 🙂 Also erstmal doch kein Pool, Blitzblitz!

Pidurangala – Hitzeklettern am Vulkanbrocken

Frühstück hatten wir im Hotel, dank geheimer Booking-Stornierungsabsprachen. Wie immer irgendwie viel zu viel. Aber sehr gut, diesmal nebst Pfannekuchen mit Kokuszuckerkaramelfüllung auch Kokus-Roti mit karamelisierten Zwiebeln dazu – a Traum!

Direkt nach dem Frühstück hatte unser Host uns angeboten beim Lampion basteln für das Mondfest zu helfen. Das Holzgestell hatten sie mit Drähten schon gebastelt, wir schnitten Butterbrotpapier-ähnliches weißes Papier aus und klebten mit „Glue“ (sah nach was selbstgemischten aus) dieses auf die Quadrate und Dreiecke. War lustig, die Herren durften derweil die krisseligen Schnüre für zum dranhängen ausschneiden (wie Krepppapierschlangen). Unser Host war vollauf begeistert und machte Fotos ohne Ende, um sie gleich auf FB einzustellen. Seht her, alles gut im Lande, die deutschen Touris machen sogar beim Vollmondfest mit!

Fertig machen konnten wir sie leider nicht, die Tuktuks, die wir für diesen Tag bestellt hatten waren schon da und nachdem ich dann dann 5min mein Portemonnaie gesucht, meinen GESAMTEN RUCKSACK AUSGERÄUMT, an mir selbst gezweifelt habe und schließlich das scheinbar doch sehr gute Versteck wiedergefunden habe, ging es los 🙂

Das Ziel war Sigiriya, ein Dorf nahebei, bei dem es den sehr bekannten Löwenfelsen gibt, ein Riesenbrocken vulkanischen Ursprungs, der eben mal so aus der ansonsten rundum flachen Landschaft ragt. Und achja, obendrauf hat jemand gemeint eine Zitadelle bauen zu müssen. Normalerweise zahlen dort Touris 30 USD Eintritt, ganz schön happig. Hinzu kam, dass am heutigen Tage, vmtl um die Stimmung aufzubessern, die Einheimischen alle freien Eintritt bekamen, also viele Leute zu erwarten waren.

Daher wählten wir den zweiten Brocken der Umgebung aus, der 3km weiter liegt (ein Brocken kommt selten allein!):der Pidurangala. Dieser ist laut vieler Reiseberichte viel schwieriger zu besteigen als der Sigi-Felsen (mein persönllicher Spitzname), dafür viel leerer, kostet nur 500 Rs Eintritt und man hat eine sehr schöne Aussicht auf den Sigi. Die Stufen hoch waren schon anstrengend, in der Summe geht es aber. Dann kommt ein liegender Buddha im Felsen und ab dort ist der Weg kein Weg, sondern ein Felsengekraxel. Ein zwei Stellen, an denen man wirklich etwas kletterne muss, für uns mit guten Halbschuhen und ein Minimum an Kondition aber kein Problem. Lustiger war es schon Menschen mit riesigen Objektiven, die ganzen Leute in ihren Flip-Flops oder die Jungs-Gangs, bei denen jeder noch seinen Moped-Helm mit hochtrug (!).

Von oben ist die Aussicht wirklich gigantisch. Dieser Felsen ist zum einen sehr riesig, man kann in alle Richtungen noch 50-100m laufen (nagelt mich jetzt nicht drauf fest) und man kann in alle Richtungen noch sehr weit schauen. Natürlich hat man auch Ausblick auf den Sigiriya-Felsen und sieht auch wie voll die Aufstiegstreppen dort mit Menschen sind 😀 Aber: kein oder kaum Schatten!

Zurück mit unseren Tuktuks fuhren uns diese zu einer Stelle, an der man einen sehr schönen Ausblick auf beide Felsbrocken hat, idyllisch mit See davor. Überhaupt bekamen wir von unseren Guides vieles auf dem Weg erklärt. Reis- und Süßkartoffelfelder gezeigt, die Baumhäuser der Bauern, die sie verwenden, um Dinge vor einer Wildkatzenart in Sicherheit zu bringen, ein „Kingfisher“ (Vogel) und allerlei, was auf den Nebenstraßen über die wir gekommen waren, so zu sehen war. Zurück ging es dann noch an einer Gewürzfarm vorbei, die kann man aber auch getrost weglassen. Wir wurden einem kleinen Showgarten von Pflanze zu Pflanze geführt, insgesamt sehr hektisch und dazu schnell geredet, Pflichtprogramm abgespult und stets erklärt für welche Gebrechen was ist – sehen wir so alt aus? 😀 Letzlich kaufen wollten wir ja eigentlich nichts, bzw die Preise luden auch nicht dazu ein. Verglichen mit Tripadvisor Meinungen ist das alles noch harmlos formuliert 🙂

Spaß gab es zwischendrin übrigens noch, als unser Guide bei einer Fotopause auf sein Handy schaute und uns die Fotos von unserer morgentlichen Lampion-Bastelaktion zeigte. Allerdings nicht auf der FB Seite unseres Hostels, nein, eine Nachrichtensammelseite hatten diesen Beitrag geteilt und die Fotos hatten schon 2000 Likes 😀

Den Rest vom Tag verbrachten wir faul, faul und nochmal faul. Pool, Quatschen, Lesen, Pool. Eigentlich wollte unser Host am Abend mit uns noch in die Stadt zum Fest, entschied dann aber spontan noch anders, weil die Deko noch nicht fertig sei. Whatever. Hatte ich schon den „faul“ Modus erwähnt?

Abendessen war wieder Buffet-for-four. Dazu habe ich das Ginger-Beer erst kennen und lieben gelernt. Legga!

Mit dem Comfy Bus nach Dambulla

Zu unserer nächsten Station ging es dann weiter mit dem sogenannten „Comfy“ Bus, so nannte ihn zumindest unser Gastgeber. Faktisch ist das ein kleinerer Bus, rechts eine Zweierreihe, links eine einzelne und dazwischen, um den Platz auszunutzen und den Gang zu füllen, noch in den Gang klappbare Einzelsitze mit nur halber Rückenlehne.

Unsere Tutktuk Fahrer brachten uns direkt vor den richtigen Bus, wir mussten also nur noch einsteigen. Ein Glück gab es noch nicht-Gang-Plätze, allerdings meinte der Busfahrer schnell, unser Gepäck müsse auf den Schoss oder wir zahlen einen Gepäckplatz extra. War er anfangs noch grummelig, so hat er es später mit mir hingekriegt, meinen Rucksack quer auf den Gang zu legen, sodass der Gangsitzplatz drüber war. Denn erstens sind hier alle Reisenden lediglich mit normal-großem Rucksack unterwegs (keine Reisetaschen oder ähnliches) und zweitens gilt das Motto „der Bus muss voll werden!“. Wir fuhren erst los, als wirklich alle Plätze besetzt waren. Ob das nun am vollen Bus oder doch an einer fixen Uhrzeit lag – keine Ahnung. Aber wir fuhren 🙂

In Dambulla angekommen mussten wir dann schnell-schnell raus. Wie immer bei den Bussen. Nur nicht so einfach mit soviel Gepäck sich an allen Leuten im Gang vorbeizuquetschen!

Einmal wollten wir dann echte Backpacker sein und liefen mit vollem Gepäck auf dem Rücken die 3.5km zu unserem Hostel (Tschuldigung, Holiday Resort). Ein an einer Seitenstraße gelegenes Familienhotel mit Pool! Und wie auch schon zuvor, waren wir seit 6 Tagen die ersten Gäste. Die nächsten Buchungen sind erst für Juni eingegangen.

Mit 14 Uhr waren wir doch recht früh da und genossen einfach die Zeit am Pool. Abendessen gab es im Hotel, normalerweise ja als Buffet für die vielen Gäste. Für uns wenige Gäste aber auch! Tatsächlich standen da 7 Pötte am Buffet mit verschiedensten Leckereien, von denen wir nur hoffen konnten, dass das alles nicht nur für uns 4 sei. Tatsächlich bedienten sich später auch die Angestellten und die Familien.

Mein persönliches Highlight dabei? Auberginenstreifen mit karamelisiertem Zucker!

Mit dem Jeep zwischen Bäumen und Seen

Wildtiere kenne ich trotz diverser Urlaub doch eher nur aus dem Zoo. Nun gibt es in Sri Lanka diverse Nationalparks, in denen wilde Elefanten und andere Tiere leben. Mein Hauptinteresse waren aber erstmal die Elefanten. Von Anuradhapura aus gibt es organisierte „Safaris“ in den nahen Wilputta Nationalpark. Unser Host organisiert so etwas auch und so kam uns um 6 Uhr ein Freund von ihm mit seinem Jeep abholen. Unser Host kam auch mit, nachdem wir ihn gefragt hatten, ob er nicht auch mitwill. Es war auch seine erste Safari. Erstmal ca. eine Stunde hin zum Nationalpark und dort wo sonst mehrere Jeeps zu sehen sind, haben der Host und unser Fahrer erstmal eine Weile nach dem zuständigen Ticketverkäufer gesucht. Schließlich fuhren wir eine ganze Weile auf roten Sandstraßen rein, links und rechts konnte man sehen, dass der Wald etwas 5m tief mal abgeholzt wurde, vmtl damit Touris besser sehen können, was da im Wald ist. So bekamen wir auch bald schon erste Bambi-Rehe (alle haben weiße Punkte, bis hin zum Männchen mit Hörnern!), eine Eule, diverse Warane und die ersten von noch vielen weiteren Pfauen zu Gesicht (und vor die Kamera :-)).

Insgesamt hatte ich mir so eine Safari dann aber doch etwas anders vorgestellt. Das Gebiet ist schon recht weitläufig, man fährt aber doch immer wieder die gleichen Strecken ab und versucht dabei im Wald oder am Wasser Tiere zu erspähen. Die größten Tiere sind in diesem Nationalpark Bären, Elefanten und Leoparden. Zuerst entdeckten wir aber auch noch Wasserbüffel, den Nationalvogel und hab ich schon Pfaue erwähnt? 🙂 Schließlich im Wasser in einiger Entfernung ein Elefant.

Bald gab es auch selbstgebrachtes Mittagessen in einer Art Hütte, wo wir auch die ärgste Mittagshitze abwarteten, denn das tun die Tiere in irgendwelchen schattigen, versteckten Ecken ja auch.

Danach ging es weiter mit hin und herfahren, Differentialgetriebe greift, die Übersetzung wird gewechselt (ich habe was dazu gelernt!) und die überstehenden Äste trommeln auf das Dach oder erwischen einen, wenn man nicht rechtzeitig ausweicht. Von Wasserloch zu Wasserloch, den Fährten am Boden folgend, bis sie weg sind, dann wieder neue aufnehmend. Leopard und Elefant kann ich zumindest unterscheiden! 😀

Schließlich schon gen Ende des Tages, ein Elefant am anderen Ende des Sees. Zu unserem Glück führte da auch einer der Sandwege hin und so kamen wir ziemlich nah an den „grauen Berg“ heran, der im Wasser stand und mit seinem Rüssel gemütlich Grünzeug aus dem See fischte und gründlich durchkaute.

Mit unserem Host waren wir uns schon am lustig machen, dass wir es geschafft hatten, 2 von 10 der hier lebenden Elefanten aber keinen der 2-300 Leoparden des Parks zu entdecken. Unser Fahrer wollte das aber nicht auf sich sitzen lassen (haben wir hereininterpretiert), er fuhr uns immer schneller von Wasserloch zu Wasserloch (also zumeist See zu See). Und tatsächlich lag an einem riesigen See am Rande in der Ferne ein Leopard und „chillte“. Und weil er soooo extrem cool war, drehte er sich auch – ganz Katze – auf den Bauch und wartete wohl auf die imaginäre Hand zum kraulen. Das haben wir schön sein lassen, waren auch mit einigen Hundert Metern zu weit weg.

Danach nahm unser Fahrer aber wirklich Fahrt auf. Auf den vorher so vorsichtig und ruhig befahrenen Sandpisten ging es dann teilweise mit 40km/h hinweg – zur großen Freude der anwesenden Moped-Fahrer 😀 Und auch zu meiner, der Fahrer beherrscht sein Handwerk!

In der Ferne hörte ich einen Vogel rufen, den ich bislang noch nicht gehört hatte und unser Fahrer hielt auf einmal an. Warum verstanden wir zuerst nicht, es war weit und breit nichts zu sehen. Doch der Mann kennt sich natürlich aus und tatsächlich, kam kurz darauf Leopard aus dem Gebüsch geschritten. Ganz gemütlich, raus auf den Sandweg und direkt auf uns zu. Sobald er auf weniger als 50m (?) heran war, startete unser Fahrer stets das Auto und fuhr rückwärts von dem Leoparden weg. Und was machte der Leopard? Nette Straße hier, immer wieder auf uns zu. Hui 🙂

Nachdem der Leopard sich doch für das Gebüsch entschieden hatte, ging die zur Rallye mutierte Safari weiter und schließlich holten wir auch zwei der anderen Jeeps noch ein, die am heutigen Tage im Park unterwegs waren. Einer der Jeeps hatte keinen einzigen Leoparden gesehen (gnahahihihi).

Der Bleifuß war durch den vorausfahrenden Jeep ausgebremst und so gab es statt viel Fahrtwind eher viel Staub zu schlucken. Zurück auf der richtigen Straße gab es auch hierzu noch etwas Abwechslung in Form vieler kleiner Fliegen, ein Spaß bei 60-70 km/h mit ohne Windschutzscheibe davor – quasi wie Moped-Fahren nur ohne Visier, wie manche Quellen behaupten.

Mit dem Fahrrad zwischen den Tempeln

Schöne Grüße aus Anuradhapura! Nach 2 Tagen hier, habe ich den Namen endlich auswendig schreiben/sprechen gelernt 🙂

Wir haben uns nach einem köstlichen Frühstück im Hostel (Willwin Park) die Räder geschnappt und die Tempel in der alten und neuen Stadt abgeklappert. So ganz wie auf den Karten ist das nicht alles, man muss einfach mal drauflos und alles ansprechen, was nach offiziell aussieht. Das ist wirklich toll hier, alle sind sehr freundlich und da auch hier akute Touri-Flaute ist, freuen sie sich alle über Abwechslung.

Für 25 USD haben wir uns das Recht erkauft mit unseren Mieträdern überall rumzugurken. Das ist echt krass, bei uns wäre alles vmtl voll umzäunt oder mit festen Wegen versehen, von denen man nicht abweichen darf. Hier gibt es überall Trampelpfade, die man ganz offiziell nutzen darf. Mal führen diese auch in Ruinen rein und über Mauererniedrigungen fährt man einfach wieder raus. Anderswo steht „bloß nicht auf den Mauern laufen“. Man macht also eine Mischung daraus 🙂

 

Zwischendrin stehen die renovierten Dagoben / Tempel. Die waren jahrelang vollkommen vom Wald vereinnahmt und überwuchert, wurden aber wieder freigelegt und restauriert. Das ist dann immer eine Kugel mit Spitze in der Mitte und eine Quadratterasse außen herum. Vorher zieht man aus Respekt die Schuhe und etwaige Mützen aus und verbrennt sich mit der europäischen Nichts-gewöhnt-Füßen die Sohlen. Gut war daher der Trick sich ein paar Socken mitzunehmen.

Leider gab es keine Essensstände, da diese aus Touri-Mangel garnicht erst aufgemacht haben. Über den Tag verteilt hatten wir tatsächlich nur 3 weitere ausländische Touristen entdeckt, sonst sind es je Tempel wohl Hunderte. Dadurch hatten auch kaum Souvenirstände geöffnet und die wenigen, die es hatten wollten umso verzweifelter, dass wir ihnen etwas abkaufen.

Am R* Tempel, der außen komplett weiß gekalkt ist, sind wir auch richtig rein, dort gehen viele Gläubige hin, um zu beten. Daher gab es hier auch extra Security, man muss einzeln durch eine Abtast- und Rucksack-Kontrolle aber es sind alle wiederum total nett und hilfsbereit. Schuhe konnte man sogar an einer „Schuh-Garderobe“ abgeben. Affenspaß war aufgrund der dargebrachten Opfergaben und der kessen Affen inklusive.

Wer übrigens den Running-Gag des Tages hören möchte, der fragt uns mal nach den Mondsteinen 😉

Schließlich besuchten wir zum Abschluss des Tages noch den Bodhi-Baum (der aus einem Zweig des ursprünglichen Bodhi-Baums gewachsen ist, unter dem Buddha seine Erleuchtung und laut einiger Quellen der älteste dokumentierte Baum von Welt/Sri Lanka/… (?)). Auf dem Riesenparkplatz bekamen wir ohne Probleme einen Parkplatz für unsere Räder in der ersten Reihe. Es gab eigentlich auch nur die eine. Die meisten Einheimischen reisen wohl eher in Bussen an. Wiederum mit Sicherheitscheck, bei dem wir von den Mitarbeiterinnen gefragt wurden, warum wir eigentlich keine Blumen als Gabe mitbringen. Sie meinten, das sei eine schöne Geste, also haben wir noch welche besorgt. Im Hauptraum des Tempels drumherum waren schon viele Gläubige zum Gebet versammelt. Zwei Männer sahen uns und unseren Blumen – und unser Zögern – und winkten uns, mit ihnen mitzukommen und es ihnen nachzutun. Das fand ich sehr nett. Kurz nachdem wir dort wieder raus waren begann ein Gottesdienst oder eine Art Gruppengebet (ich kenne die korrekte Bezeichnung leider nicht).

Wir verteilten noch unsere Gaben an jedem Tisch rundum, bestaunten noch etwas den Bodhi-Baum, der zu seinem Schutze eingemauert und von goldenen Gerüsten gestützt wird und machten uns wieder auf den Weg – durch die inzwischen eingetretene Dunkelheit und mit unseren Fahrrädern. Zuweilen etwas spannend.

Essen fanden wir noch in einem kleinen Restaurant in der Stadt, nachdem wir noch einige Versuche mit dem Geldautomaten verschiedener Banken zugebracht hatten, bis jemand unsere Karte und unseren Geldbetrag mochte (4900 Rs ging nicht, 9000 aber, gewünscht waren Vielfache von 100 und es gab auch 100er später…). Und dann das letzte Stück mit dem Fahrrad heim, die Kreuzungen lieber mal geschoben, die längeren Straßenstücke möglichst schnell hinter uns gebracht 🙂