Corona-Auswirkungen auf den Postversand

In Deutschland ist einem bislang nichts aufgefallen, man konnte noch ganz normal Briefe und Pakete versenden. Anfangs war für eine kurze Zeit die Postzustellung teilweise nicht mehr täglich aber sonst… alles wie immer!

Nun wollte ich ein Geburtsgeschenk zu Freunden in die USA schicken. Der Portoberater von der Post sagt mir, dass es obwohl recht klein nur als XS Päckchen versendbar ist, grob 9€. Außerdem: genau die Größe ist als einzige Päckchengröße nicht in der Filiale, sondern nur online bestellbar… da will wohl jemand Geld scheffeln.

Aber der eigentliche Clou: wie ich das Port kaufen und ausdrucken wollte, sagt mir die Webseite, dass im Moment „der Versand von Päckchen-Sendungen in die USA … bis auf Weiteres nicht mehr angeboten (wird).“ Stattdessen kann ich ein Paket für 37€ plus 16€ Premium-Zuschlag verschicken. Holla die Waldfee!

Ich mein, ich verstehe ja, dass es derzeit vermutlich Corona-Gründe gibt, die den Postverkehr mit Übersee einschränken bzw. für solchen Kleinkruschd nicht rentabel machen. Aber dass das solche Auswirkungen hat! Da merkt man doch gleich wieder, in was für einer heilen (günstigen) Welt wir vorher gelebt haben!

Das Päckchen bleibt wohl noch ein Weilchen auf meinem Schreibtisch liegen…

Passwort-Schutz im Blog

Ich habe mich entschieden, je nach Inhalt eines Blogeintrags manche Beiträge ab sofort mit einem Passwort-Schutz zu versehen. Ihr erkennt diese Beiträge am Wort „Geschützt“ vor dem eigentlichen Titel des Blogbeitrages und natürlich am Eingabefeld für das Passwort 😉

Wer das Passwort wissen will, einfach mich direkt kontaktieren (in Persona, Mail…). Bitte nicht hier im Kommentarfeld.

Trinco und Weiterreise nach Batticaloa

Heute war der letzte Tag in Nilaveli. Wir wollten noch ein Stück weiter die Küste runterfahren. Da sich nicht mehr alle mit den Bussen weiterbewegen wollten, hatten wir ein Privattaxi organisiert (also einen Minivan mit Fahrer).

Erstmal sind aber Felix und ich zum Sightseeing nach Trinco, während die anderen beiden den Pool unsicher gemacht haben. Nach Trinco kamen wir per Tuktuk. Mit dabei war auch Dasun, der Angestellte des Bella, der stets hinter der Bar stand und uns unser Frühstück servierte. Er hatte zwei Tage freibekommen und nutzte unser Tuktuk um zum Busbf zu kommen, um heim nach Anuradhapura zu fahren.

Wir ließen uns direkt zum Fort fahren, das in den Anfängen der Kolonialisierung gebaut wurde und heute trotz einigem Verfall als Kaserne genutzt wird. An der Spitze der Landzunge, auf der das ganze steht, ist außerdem noch ein hinduistischer Tempel. Das bedeutet viele Gottheiten, viel bunt, besonders viel blau. Außerdem ganz nett: es muss nicht alles in einem Gebäude sein. Viele Statuen waren auch in Felsspalten oder auf Felsvorsprüngen platziert. Ohne jedoch die ganzen Hintergründe zu den einzelnen Figuren zu kennen, ist es vorallem ein beeindruckendes blau-buntes Kunstwerk. Da es auch sehr warm war, haben wir uns nach dem Tempel an einem der Stände ein paar Fruchtcocktails gegöhnt. Die Stände sind so gebaut, dass sie zum Meer hin jeweils eine kleine Terasse haben, sodass man schlürfend die Aussicht genießen kann. Was wir auch taten 🙂

Tatsächlich konnten wir so die Fischer beim einholen ihrer Netze beobachten. Mein Cocktail dazu war ein grüne-Orange-Drachenfrucht Cocktail. Mega lecker, aber leider auch mit den Kernen der Drachenfrucht im Cocktail – das sind dann VIELE Kerne! 🙂

Beim rauslaufen aus der Kaserne trafen wir noch einen Tuktuk Fahrer, der uns allerlei Fahrten verkaufen wollte. Das gab er aber bald auf, nachdem wir ihm erzählten, dass unsere Weiterfahrt schon terminiert und gebucht ist. Danach wollte er sich einfach nur noch unterhalten. Er konnte auch gut Deutsch und erzählte uns stolz, dass er sogar in einem Reiseführer namentlich erwähnt wird. Und wie viele andere auch, bedankte er sich überschwänglich bei uns, dass wir in Sri Lanka sind und Urlaub machen, obwohl doch soviele Touris nicht gekommen sind.

Schließlich sind wir noch durch die Stadt spaziert. Entlang des Wassers, wo mal Strand ist und mal die Fischerboote mitten im Müll liegen. Dann durch schnuckelige Wohnstraßen mit kleinen süßen Häusern, weiter zu großen Hotels (die so gut besucht wie der Rest der Touri-Einrichtungen war). Eigentlich wollten wir noch Kleiderläden besuchen, da meine einzige dünne, lange Hose an mir festklebend gerissen ist. Aber soviel fanden wir dann doch nicht. Dafür noch einen großen Gemüsemarkt, wo auf dem Boden sitzend, vor Tischen, in gekachelten Miniräumen überall alles mögliche Gemüse und Obst verkauft wird.

Es war extrem heiß und so besuchten wir ab und zu auch einen Bankautomaten, die sind meistens klimatisiert 😀 Schließlich mussten wir nur noch auf Reen und Pe mit unserem Gepäck in unserem Privattaxi warten. Ein Plätzchen im Schatten ward gefunden und da daneben der kleine Essensstand mit frischen Samosa und weiteren Essenskleinigkeiten beliefert wurde, holte ich mir dort nach und nach mein Mittagessen.

Im Minivan ging es dann weiter die Küste runter, mit viel Regen und letztlich bis nach Batticaloa – ich würde sie persönlich Sri Lankas Fahrrad-Hauptstadt nennen. Soviele Fahrradfahrer haben wir im gesamten Urlaub zuvor nicht gesehen.

Unsere Unterkunft war das Riviera Resort. Ein riesiges Teil, allerdings mal wieder eins, in dem man als einzige Gäste irgendwie untergeht. Und Mücken, Mücken, herrje, Mücken.

Zum Essen wollten wir in die Stadt, das war dann ein ganz schönes Stück Weg. Vieles von den Geschäften hat mangels Touris nämlich zu und insgesamt gibt es auch z.B. verglichen mit Kambodscha nur wenige Restaurants (Fun fact: wenn am Straßenrand mal Hotel steht, kann man dort in der Regel nur essen, aber nicht schlafen!). Ehe mein Akku gänzlich zur Neige ging, fanden wir aber ein Restaurant, es war im ersten Stock und sah echt schnieke aus. Ich fühlte mich sogleich leicht underdressed. Aber nebst Anzugsleuten kamen später auch normale Gäste, es passte schon.

Zurück nahmen wir dann doch ein Tuktuk, geschafft und erledigt!

Strandtag

Heute war ein „kurzer“ Tag. Während die anderen beiden mit nem Roller nach Trinco fuhren, um einen Arzt aufzusuchen und Trinco anzuschauen, gingen wir an den Strand.

Direkt wenn man an den Strand kommt (100m von unserer Unterkunft?), ist links und rechts nur Strand, weiter hinten dann jeweils eine Ansammlung von bunten Fischerbooten. Für den Strandteil gibt es ein paar „überdachte Holzbettliegen“. Der Mangel an schattenspendenden Bäumen ist also kein Problem, man bezieht sein „Häuschen“ und beginnt den üblichen Strandkreislauf:

  • rein ins Wasser, das erst super flach, dann Bauchtiefe und dann wieder Wadentiefe hat, was die Wellen insofern beeinflusst, dass sie weiter draußen brechen und dann aber wieder verschwinden, bevor sie an den Strand kommen (reinsurfen also nicht möglich, entspanntes rumplanschen hingegen schon)
  • raus aus dem Wassser, kurz abtropfen, rein in den Schatten, der stete Wind sorgt für angenehmes Klima
  • lesen, schlafen, quatschen, Hunde kraulen (die Hotelhunde haben uns begleitet)

Und das den ganzen Tag!

Nachmittags haben wir etwas Variation reingebracht, sind zurück zum Hotel und dort in den Pool 😀

Abends sind Felix und ich durch das dunkle Dorf getappt (keine Straßenbeleuchtung, maximal Lichter von den Häusern) und haben ein Restaurant gesucht. Nicht so einfach, aber man fragt einfach die Gemüsehändler und Fahrradfahrer. Wir sind schon ein gutes Stück gelaufen, haben noch einen Checkpoint passiert und schließlich ein sehr kleines aber supersüß eingerichtetes familien-geführtes (wie fast alles hier) gefunden. Für diesen Abend waren wir vmtl wohl die einzigen Gäste. Die Straße zum Strand weiter runter waren mehrere Großbauten (mehrstöckige, nicht ganz so heimlige Hotels), die sahen aber komplett geschlossen aus (keine Touris).

Zuerst wollten wir am Strand entlang zurück, wurden aber aus dem Dunkel „von ihren Hunden verbellt“ und sind dann lieber die dunkle Hauptstraße wieder zurück.

Limoday & schnellste Reise nach Trinco

Der bislang vielleicht abgefahrenste Tag in Sri Lanka. Nachdem der Hostelbesitzer ja schon Werbung mit unserer Lampionbastelaktion gemacht hatte, hatte er die neue Idee, uns bei einer Familien/Nachbarnaktion zum Vesak-Fest mitmachen zu lassen. Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir also schonmal gepackt und dann auf ihn gewartet. Er hat uns dann mit dem Auto die 100m die Seitenstraße runtergenommen, zu einem Kiosk/Restaurant von Freunden. Dort durften wir rein ins Haus und bekamen unsere erste Aufgabe: schneiden und auspressen von (grünen!) Orangen und Limetten. Schneiden mit dem Messer, auspressen mit der Hand 🙂  Ja, Hände vorher gewaschen 😛

Das hat doch eine ganze Zeit gedauert, anfangs habe ich noch mit der kleinen Machete die Früchte gezweiteilt und Mareen hat gepresst, schließlich hat einer der anderen die Früchte geteilt und Mareen, Felix UND ich haben die Früchte ausgepresst. Danach hieß es etwas warten, unser Host war noch Eis holen mit dem Kleinlaster. Derweil lernten wir die Töchter der Familie(n?) kennen: Dawinnie, Whatmikki und XYZ (die Namen frei nach Aussprache geschrieben). Die Mädels (10, 12 und 15)  waren voll auf Zack, wollten sich mit uns unterhalten und nebenbei alles saubermachen.

Die Eismänner kamen zurück und dann wurde vor dem Geschäft, direkt an der Straße erstmal der Stand aufgebaut. Ein Pavillon, wie wir ihn auch kennen aus Metallstangen zusammenstecken, rote Hülle drüber, hochstemmen. Darunter zwei Tische und jetzt kam das interessante: ein blaues Plastikfass – quasi die Mischschüssel für die Limonade (vmtl nicht Gesundheitsamtprüffähig). Hier kam zuerst eine dünne Eisplatte rein, die wurde zerhauen und mit ein paar Kilo Zucker und zwei Tüten Salz verfeinert. Dann wurde das ganze mit Wasser aufgefüllt, dass die Männer in Eimern beim Laden gegenüber holten (die Limonade ist ja ein Nachbarschaftsunternehmen). Oberhoheit über das eigentliche mixen hatte übrigens die Altherrenfraktion. Die Idee dann aber das restliche Eis am Stück in das schon recht volle Limofass zu geben, kam von der Generation eins drunter 🙂

Nicht so praktisch wie alle feststellen mussten 😀 Aber man hat ja eine kleine Machete, hackt man damit halt das überschüssige Eis klein und nimmt es raus. Als nächstes kam unser gepresster Saft rein. Dieser wurde über ein (sehr grobmaschiges :-D) Sieb gegeben, um die Kerne rauszusieben – sagen wir mal teilweise erfolgreich. Da man recht ausgefuchst ist, wurde die Limonade danach noch mit Farbzusätzen und Aromen genau abgeschmeckt. Als finishing touch wurden ein einer speziellen Weise schließlich noch Kerne der Passion Fruit hinzugefügt – fertig ist das ganze.

Derweil hatten die Mädels runde, silberne Tabletts, zwei Waschschüsseln und Plastik-Trinkbecher auf den Tischen verteilt. Alle Becher wurden einmal durchgespült und dann konnte die Chose beginnen!

Der Stand war direkt an einer Hauptdurchfahrtsstraße und das Ziel klar: zum Vesak-Fest kostenlos Limonade verteilen. Das ganze geht so: um darauf aufmerksam zu machen, stellt sich eine Person mit einer gelben Fahne an den Straßenrand (ob die Farbe relevant ist, habe ich nicht rausfinden können). Die Autos halten entweder direkt auf der Straße oder aber auf dem Seitenstreifen vor oder nach dem Stand an. Dann eilt man mit einem der Tabletts voll mit Limonadebechern hinzu und jeder darf sich einen (oder zwei :-)) nehmen. Ich hab mit den Mädels erstmal die Becherfüllung übernommen, Mareen und Felix und ein paar der Männer haben das Verteilen übernommen. Da bildet sich schnell mal ein Stau, denn soviel Platz zum drumherum fahren, wenn der eine oder andere noch halb auf der Straße stehend anhält, ist nicht grins Aber ob Tuktuk, Kleinbus, Motorrad oder „Bonzenauto“, alle wurden bedient (nur die großen Busse, die fuhren nur vorbei). Man trinkt dann vor Ort seine Limonade und gibt die Becher wieder zurück, die am Stand im Wasserbad durchgespült werden.

Ein Mönch kam auch bald vorbei und bekam einen Ehrensitzplatz hinter unserem Tisch. Cooler war ein etwas jüngerer Mönch, der später dazu kam und auch direkt beim Limonade in Becher füllen half. Das hatte ich tatsächlich nicht erwartet, dass ich mal in Sri Lanka an einem Limonadenstand zum Vesakfest stehe und mit einem Mönch zusammen (und coolen quirrligen Mädels) Limonade ausgebe. 🙂

Die ganz gewitzten Leute kamen übrigens direkt mit ihren leeren Wasserflaschen und ließen sich die mit Limonade füllen. Deutsch wäre hierbei wohl gewesen nur soviel wie in einen Becher passt in die Flasche zu füllen. Doch hier ist man großzügig und füllt die Flasche stets voll, egal wie groß diese ist!

Später hab ich mich dann auch beim verteilen beteiligt. Alles ging immer schnell-schnell. Wenn ein neues Gefährt anhielt, war das Ziel stets, die Leute zügig zu bedienen. Und haben die Leute teilweise gestaunt, dass wir Ausländer hier mitmachen. Und sich in der Regel auch mega gefreut. Da macht das ganze gleich doppelt Spaß.

Von der ganzen Aktion hat unser Host natürlich Fotos am laufenden Band gemacht. Richtig interessant wurde es dann aber, als auf einmal zwei Menschen mit Videokameras auftauchten – das Fernsehen! Eine Videokamera war eher so eine kleine Urlaubskamera, die andere etwas größer und mit externem Mikro. Besonders von unserem Star am Limonaden-Verteilhimmel Mareen waren sie angetan, folgten ihr von Auto zu Auto und filmten die Verteilaktion auch mit Felix und mir. Mareen durfte auch ein Interview geben, das allerdings doch etwas geskriptet war.

Unnötig zu sagen, dass unser Host ausflippte vor Begeisterung 😀 (ob er das Fernsehen informiert hat oder die einfach so kamen wissen wir nicht).

Nachdem wir auch die zweite Fassfüllung schon zur Hälfte geleert hatten, seilten wir uns aber ab, denn wir wollten am heutigen Tage noch weiterreisen und von den Bussen weiß man nur die ungefähre Taktung, nie wann sie genau kommen und wie lange man daher warten muss.

Unser Host fuhr uns dann mit seinem Kleinwagen (ein Hybrid!) in die Stadt zur Bushaltestelle und Profis die wir inzwischen sind erspähten wir nach einer Viertelstunde schon unseren Bus nach Trincomalee. Natürlich wieder ein blauer Expressbus.

Und los ging die Teufelsfahrt!

Es war wieder ein offener großer Bus. Allerdings hatte der Fahrer wohl lebensmüde oder so ähnlich. Ich saß am Anfang auf den Treppen der Tür, verglichen mit der letzten Fahrt waren da aber einige km/h mehr auf dem Tacho. Das zeichnete sich vorallem in Kurven aus, der Bus muss immer mal wieder einiges an Schräglage zu verzeichnen gehabt haben. Von den Überholmanövern habe ich selbst wenig gesehen, die Schnappatmung einiger Mitfahrer verriet aber doch so einiges, genauso wie der an die Busfahrt anschließende Aussage „Nie mehr Expressbus“.

Immerhin konnten wir mit dem Bus über Trinco hinaus bis nach Nilaveli (nördlich von Trinco) mitfahren und mussten kein extra Tuktuk anheuern, auch wenn der „Schaffner“ uns dafür nochmal ein paar Rupien extra abknüpfte.

Nach 10min einen Abzweig der Hauptstraße Richtung Strand waren wir dann da, im schönen italienisch-singhalesisch geführte Bella Hostel, mit grünem Pool und in Spuckweite zum Strand. Insgesamt megaschön, mit eigenem Gemüsegarten und echten Haustieren: Kraul-mich-Hunde Bella und Peter, Kraul-mich-Katzen Mascha und „Mama mit Jungen“ und Duck-mich-weg Frösche. Einfach genießen!