Zurueck…

… im Land, wo es Trinkwasser aus der Leitung, Brezeln beim Bäcker, kühle und saubere Luft und herunterhängende Gurte bei der Gepäckaufbewahrung im Zug gibt (*).

Ja, das sind so die Dinge, die mir zuerst aufgefallen sind. Wir freuen uns tierisch wieder auf deutsches Essen (was nicht heißt, dass asiatisches in irgendeiner Weise schlecht wäre!), auch wenn wir zum Schluss in Nanjing doch einiges von dem guten Essen bei Jule und David abgegriffen haben. Heute früh sind wir gelandet, nach etwas Verspätung, nicht funktionierendem Entertainment System, dass mich eigentlich bis zur deutschen Schlafenszeit wach halten sollte, Platzwechsel mit Standby-Ticket-Holdern, Film, nächtliches Abendessen und schließlich fast 6h Schlaf und Frühstück. Jetzt geht es aber nicht etwa „endlich heim“. Nein, es geht erstmal weiter, man kann zwar nicht auf allen Hochzeiten tanzen (es gab eine Paralleleinladung), aber doch auf einer 😉

Ein paar Blogeinträge und Fotos werden noch nachgereicht, schließlich ist das ja doch sowas wie mein eigenes Reisetagebuch und eine schöne Erinnerung!

(*) In den chinesischen Zügen gehen die Zugbegleiter noch durch und verstauen auch noch jeden letzten Gurt, der von einem Rucksack in der Gepäckablage runterhängt mit einer Engelsgeduld und Sorgsamkeit. Sie hängen nicht im Weg oder so, aber es ist einfach wohl die Vorgabe.

Die Zeit nach Heidelberg

Nach einem erfolgreichen Abschluss
 



habe ich der Universität Heidelberg und meiner letzten Arbeit am URZ den Rücken gekehrt.
 

In den folgenden Tagen war ich aber auch trotz offizieller Freizeit genauso geschäftig, wie an einem regulären Arbeitstag, nur ohne pendeln 😉 Nebst Urlaubsvorbereitungen, gab es (und gibt es immernoch) haufenweise liegengebliebenes von der Liste „Todos nach der Promotion“ und außerdem noch zwei Sonderevents: zum einen hatte der Schwiegervater einen Runden, weswegen wir ab nach Berlin sind, zum anderen gab es eine große Hochzeitsfeier in Italien mit Ausflugsabstecher nach Venedig.

In Berlin war die größte Geburtstagsüberraschung, dass Felix Schwester mit Familie schon zum Geburtstag aus China angereist ist und nicht erst wie verkündet Tage später (es haben alle dicht gehalten!) und so konnte ich bereits jetzt Klein-Jonas das erstmal in echt sehen. Bisher kannte ich ihn nur von Fotos oder Skype (Felix hatte ihn ja schon in Australien getroffen… ja, die Welt ist ein Dorf!). Mit Bootstour und vielem tollen Essen wurde schön gefeiert.

Nach Italien zu kommen sollte eigentlich nicht so schwer sein, wir hatten ein Stadtmobil Auto (1er BMW! Bin ich ja noch nie gefahren :-)) und hatten zur Stressvermeidung auch einen Zwischenstopp kurz vor Innsbruck eingeplant. Nebst der zu erwarteten Staus war dann der Unfall vorm Fernpass nicht zu erwarten – Vollsperrung :-/ Entweder Umweg von 4,5h oder warten bis man neue Infos erhält. Die besten Infos bekamen wir dann von unserer Vermieterin und nach 1.5h war die Strecke auch wieder frei. In Italien wurde in einem vom Kloster zum Herrenhaus umgebauten Gelände gefeiert. Innen tolle Architektur und ringsum grüner, teilweise bewaldeter Park. Freie Trauung auf grüner Wiese (kitschig-superschön :-D) und alle Gäste durften eine halbe Stunde in der prallen Sonne auf die Braut warten – ein Glück war ich zum finalen Helfen bei der Braut! 😉
 



Nach einem „Ja, ich will“ vom italienischen Bräutigam und einem „Si, lo voglio“ von der deutschen Braut gab es dann einen Aperitif (viiiiiieeel Prosecco!), wo ich auf Wunsch von Reen und Pe „Herbstgewitter über Dächern“ mit toller Klavierbegleitung durch die Trauzeugin sang. Danke an Julia für die Hilfe bei der Vorbereitung!
 

Im Anschluss ging es weiter (hiervon wusste das Brautpaar nichts): Mama und Tante der Braut sangen einen irischen Reisesegen. Zum Refrain stieg dann die Schwester mit Querflöte und einer weiteren Stimme ein, zur zweiten Strophe stieg ich dann noch mit einer Zweitstimme ein. Sehr cool, wie das geklappt hat und die Instrumentalstrophe war superschön (ja, Silberburger Arrangements färben ab ;-)). Weiter ging es mit Essen, einigen Deutsch/Italienischen Reden und nochmal Essen… mit anschließendem Tanzen. Der DJ war leider etwas übermotiviert.
Erwähnen muss ich abschließend dazu noch… dass die Braut erst 2 Wochen vor der Hochzeit ihr Kleid gekauft hat!!!! Ja Reen, du hast bei einigen Leuten für erhöhtes Herzinfarktrisiko gesorgt! Aber schee wars!
 

 Und passend zum letztjährigen „Kiss me Kate“ in Ötigheim, ging es dann mal auch wirklich nach Venedig… „Wir fahrn nach Venedig…!“

Demnächst steht dann also ein mittellanger (ja, länger als 3 Wochen aber nein, kein halbes Jahr) Urlaub an, Kambodscha und Südchina stehen auf dem Plan. Bald als mehr hier!

Hinweis: dieser Blog sollte eigentlich längst umgezogen sein, er wird derzeit noch von einem Freund gehostet – Joachim, ich mach es nach dem Urlaub, versprochen!!! Für die Dauer dieses Urlaubs wird er jetzt aber wieder etwas in Betrieb sein.

Spaetsommer 2014 – Trifels

Ein besonderes Highlight ist noch gar nicht so lange her: einmal im Jahr findet „die Trifels“ statt. Eine Pfadiveranstaltung in Annweiler, wo es verschiedenste Musikworkshops gibt und der krönende Abschluss der Burgabend in der Trifels selbst ist. Zuerst sind wir vom Trifels-Gymasium aus zur Burg selbst gewandert. Vor den Toren der Kaiserburg mussten wir dann allerdings noch etwas warten, es war aber schon dämmrig und dann vor den Toren der Burg zu stehen, hatte schon sein eigenes spezielles Gefühl. Das ganze wurde recht „traditionell“ weitergeführt mit Trommlern und Fanfarenbläsern oberhalb des Tores und in wallende Umhänge gekleidete Organisatoren, die durch den ganzen Abend geführt haben.

Wir durften dann rein, die Treppen hoch und direkt rein in den Rittersaal (offiziell Kaisersaal), wo ringsum überall Kerzen aufgestellt waren (im Saal, die Treppe hoch, oben auf der Empore) und der Chor einer der Workshops sang. Eine Gänsehautatmosphäre, das erlebt man als normaler Touri auf der Trifels definitiv nicht! Nachdem alle auf dem Boden Platz genommen hatten (Fell oder Isomatte), begann eine Reihe von Darbietungen, ergänzt von kurzen Einleitungen oder Gedichtsvorträgen. Schöne Balladen, selbstgeschriebene Fahrtenlieder, zusammengewürfelte Lieder, Spaßtexte und Aktionen, einfach oder mehrstimmig, mal nur mit Gitarre, mal mit Kontrabaß, Geige, Akkordeon und Cajón alle zusammen. Da wir vom Singekreis Silberburg doch einige da waren, hatten wir den Tag zuvor noch schnell zwei Lieder vorbereitet und dazu auch neue/altbekannte Leute rekrutiert (Männerstimmen und Sopran) und saßen gespannt da, wann wir wohl dran kommen würden. Tatsächlich waren wir dann die letzten, hatten schon ein bischen Schiss, da vorher soviele richtig gute Darbietungen schon dran waren und haben das ganze aber doch toll über die Bühne gebracht (größtenteils): „Andre die das Land“ und den „Joik“ vom letzten Hamburger Singewettstreit.
Zurück am Gymnasium gab es dann noch neuen Wein und Singerunde am Lagerfeuer – nächstes Jahr gerne wieder!

Vielen Dank an Hannes für die Fotos!

Sommer 2014 – Klausurtagung

Eine Woche war dann auch vollständig der Arbeitsgruppe gewidmet. Ich habe stur die Planungen durchgezogen und dafür gesorgt, dass wir dieses Jahr mal wieder eine Klausurtagung (Arbeitsgruppen-Workshop) durchführen können: eine Woche zusammen in eine Tagungshotel fahren und neben gegenseitigen Vorträgen und Besprechungen auch etwas Freizeit gemeinsam verbringen konnten (socializing, wie andere das toll benennen würde). So haben wir gemeinsam das Bierdiplom errungen, waren wandern und entweder Radfahren oder Schlauchbootfahren. Ihr könnt ja mal raten, welche der letzten zwei Aktionen ich gemacht habe 😉

Schlauchboot bin ich ja schon öfters gefahren, allerdings eher unter der Bezeichnung Rafting und auf wilden Flüsse und mit einem Guide, der auch gesteuert hat und Anweisungen gebrüllt hat. Nun, diesmal war ich der Guide und mehr als eine kurze theoretische Einweisung gab es auch nicht und auf den ersten Blick zog der Fluß (die Loisach) auch recht schnell vorbei. Aber sobald wir auf dem Wasser waren und einfach mal ein paar Übungen zum ausprobieren gemacht haben, hat sich dann gezeigt, dass ich anscheinend doch gut aufgepasst habe, bei den bisher mitgemachten Touren und das Steuern eigentlich nicht sooo schwierig war (je nach Steuermann…). Wir waren zu 9. im Boot, inklusive Prof und so musste ich natürlich schauen, dass wir nicht baden gehen, saßen wir doch „alle in einem Boot“ (Arbeitsgruppen-Insider). Ein Wehr, dass man eigentlich umtragen soll, haben wir dann nach reichlicher vorhergehender Betrachtung und Abwägung dann doch befahren (der Verleihtyp hat gemeint, dass wir das machen können). Wir sind zwar nicht dort runter, wo wir wollten, da hatte ich dann zwischenzeitlich schon etwas Bammel), aber es hat sehr gut geklappt, alle sind im Boot geblieben, alle Paddel waren noch da und die Stimmung war gigantisch, alle letzten Zweifeln waren restlos verschwunden. Mal schauen, ob wir nächstes Mal „wirklich“ raften gehen können 🙂

Sommer 2014 – Barcelona

Mein Sommerurlaub bestand dieses Jahr aus zwei Teilen: der erste Teil war nur ein verlängertes Wochenende, aber trotz viel Reisen wahnsinnig entspannt. Felix hatte mal wieder eine Konferenz im Ausland und da ich ihn ja nicht immer alleine wegreisen lassen kann, sind wir diesmal schon vor der Konferenz hingeflogen und haben ein paar Tage genossen, inklusve unserem Weltmeisterschaftsfinale, für das wir extra die Welcome-Reception im … einem bombastischen Gebäude, verkürzt haben (und all die leckeren Häppchen). Naja, Hauptsache Weltmeister, Deutschland, wir alle und ich ganz besonders 😉

Hinflug:

Tapas, Meer und PALME!

Arc de Triomf, Sagrada Família, Case Milà

Museu Nacional d’Art de Catalunya & Welcome Reception

Rückflug

Sommer 2014

Dieser Sommer war sehr voll, Veränderungen bei der Arbeit und eben viiiieeel drumherum (ihr kennt mich ja). Nachdem die erste Hälfte des Jahres mal wieder mit Hochzeiten (aus allen Himmelsrichtungen: meine Verwandtschaft in Köln, Felix Verwandtschaft heiratete in Budapest, Kollege heiratete im fränkischen) und Geburten geprägt war…


(zugegeben, einige der Hochzeiten und Kiddies sind noch vom Vorjahr)

… waren in der zweiten Jahreshälfte (bis jetzt) nur hin und wieder vereinzelte Aktionen angesagt. Siehe die entsprechenden Blogeinträge aus der Reihe „Sommer 2014“!

Premium-Osterfahrt

Wandern am Moselsteig
Der folgende Text sind Abschriften aus dem Fahrtenbuch dieser Fahrt. Die jeweiligen Autoren stehen kursiv unter dem von ihnen geschriebenen Text. Fotos folgen noch!

Karfreitag, 18.4.2014
5 Silberburger, 4 Antaresianer, 1 Pfadfinder-auf-Probe, 5 Jungs, 3 Mädels und 2 Gitarren – 8 Leute also, die gemeinsam auf Fahrt gehen wollten.
Davon trafen sich 7 Karfreitag früh um 9 am Karlsruher Hbf um mit Jens VW-Bus nach Wiltingen zu fahren. Dort trafen wir auf Balli, unseren 8. Mann, stellten den Bus ab, verteilten das Essen und liefen los. Erstmal schlängelte sich unser Weg bergauf durch die Weinberge, bis wir schließlich am höchsten Punkt ein sonniges Plätzchen mit toller Aussicht fanden – der ideale Mittagessenplatz. Verschiedene Brotsorten, Gouda, Camembert, Salami, diverse süße Brotaufstriche, Trauben und sogar Lachs – Älterenfahrt ist schon was feines! Nach der geruhsamen Mittagspause folgten wir weiter unserem Weg bis wir schließlich in Konz endlich auf die Mosel trafen und nach einer Uferquerung auch schließlich auf unseren gewählten Pfad, den Moselsteig stießen. Leider verließ uns dort auch bereits die Mosel und wir folgten mal asphaltierten, mal kleineren Schotterwegen über Felder und durch Wälder.
Unser zuerst angepeiltes Tagesziel, eine Schutzhütte ließen wir dann doch rechts (links) liegen, da sie zu nahe an einer Straße lag und liefen noch ein Stück weiter in Richtung einer Quelle und setzten unsere zwei Antares-Lagerplatzspürhunde ein, um einen schönen Lagerplatz zu finden. Dieser war eine schöne Wiese abgeschirmt durch Büsche und direkt am Waldrand, welcher ein zu sammelndes Holz und zu Ballis höchstem Glück auch trockenes Eichenholz enthielt. Die Kohte mit Erdstreifen wurde aufgebaut und als die Wasserholer von den Wasserpfeifenrauchern zurückkamen brannte auch schon das Feuer. Die kulinarische Auswahl des Abends waren Maultaschen in Brühe mit geschmelzten Zwiebeln und Bacon. Dank der Eiche heizte uns das Feuer gut ein und so saßen wir noch länger gemütlich ums Feuer, sangen, tranken Wein und diskutierten wie schon den ganzen Tag über, was das bündische Sein beinhaltet und was nicht. Meinungen trennten sich hier bei Stirnlampe vs. Kerzen oder Faltlaternen, Plastikrucksäcken vs. Affen, „Plastikfell“ (=Isomatte) vs. Fell und, und, und.
Jedenfalls ein toller, geruhsamer Abend und da ob des schönen Wetters Zz und Andi draußen schliefen, war in der Kohte zu sechst mehr als genug Platz!
Mareike

Karsamstag, 19.4.2014
Gegen 9 Uhr kriechen die ersten aus den Schlafsäcken. Schnell ist Feuer gemacht und schon bald kocht das Wasser für Kaffee und Tee. Ein reichliches Frühstück (mit Premium-Müsli) stärkt uns für den Tag. Nachdem die Kohte abgebaut ist, Rücksäcke gepackt sind, Affenrollen gewickelt sind und die Feuerstelle renaturiert ist, wandern wir los in Richtung Trier. Die Sonne kommt noch nicht richtig durch und der Wind ist frisch. Im Café „Mohrenkopf“ lassen wir uns mittags auf der Gartenterasse (mit Moselblick) nieder und lassen es uns bei Kaffee, heißer Schokolade und Kuchen gut gehen.
Steile Wege und Treppen führen uns hinunter nach Trier. In der Altstadt erwartet uns pulsierendes Leben. Bei dem inzwischen herrlichen Sonnenschein herrscht in den engen Straßen und auf den Plätzen dichtes Gedränge. Mittels Aldi-App und Nachfragen steuern wir einen Aldi an. Zz und Marc kaufen ein und kommen mit einem gut gefüllten Einkaufswagen heraus, dessen Inhalt schnell auf die Rucksäcke verteilt ist. Balli und ich widmen uns dem Weinkauf: Darunter ein „Karl-Marx-Wein“ aus dem Geburtshaus von Karl Marx.
Vorbei an der Porta Nigra geht es weiter zum Bahnhof. Hier nehmen wir den Zug nach Ürzig. An einem kleinen, etwas heruntergekommenen und einsamen Bahnhof steigen wir aus. Die Schilder „Zugang Moselsteig“ weisen uns den Weg. Nach 1 oder 2km biegen wir in ein Waldstück ab. Inmitten hoher Buchen finden wir einen idealen Kohtenplatz: Weicher Laubboden, bestes Brennholz, ein kleiner Bach. Schnell ist die Kohte aufgebaut, das Feuer brennt und der Risotto wird zubereitet. Auch der kleine Bachlauf wird mit einer Holzrinne optimiert.
Bei vielfältigen lokalen Weinen (Riesling und Karl-Marx-Spätburgunder) klingt der Abend aus. Von Ferne hören wir die Osterglocken läuten. Trotz knarrender Bäume und zahlreichen anderen Geräuschen aus dem dunklen Wald schlafen einige draußen.
Jens

Ostersonntag, 20.4.2014
Kaffee, Earl Grey Tee & Pfefferminztee – mit der Eichenholzglut hatten wir das Nachtfeuer schnell wieder in Schwung gebracht. Auch Andi & Zz waren entgegen anderslautender Gerüchte nicht von Zombies angefressen, und konnten sich daher auch am ausführlichen Frühstück, wieder mit Premium-Müsli, beteiligen. Über unseren Aquädukt am Bach ging es dann durch den Wald den Berg hinauf zum Aussichtspunkt, an dem wir, wie von Basti gewünscht, das (zweite) Frühstück einnehmen wollten. Ich sag auf dem Weg zum ersten Mal in meinem Leben ein frisch gerodetes Feld, das ein mutiger Bauer mitten im Wald angelegt hatte. Uns freute es, denn der neue Zuweg war frisch planiert. Noch ein paar Schritte durch den Eichenwald, dann lag die malerische Moselschleife unter uns. Im Modelleisenbahn-Blick hatten wir: Einige Frachtschiffe, ein paar Schieferdachdörfer, eine Brücken-Baustelle zu einer ziemlich massiven Moseltalbrücke, Motorrad-Geknatter im Tal und das blaue Mosel-Band.
Nach einem Acht-Personen-Nicht-Selfie trotteten wir durch weitere Wälder (Eiche übrigens), und wünschten uns eine Baumbestimmungs-App für die Feinbestimmung der Eichen.
Wir beschlossen, durch Weinberge zum nächsten Café im Moseltal abzusteigen. Um den Kuchenkonsum etwas einzudämmen, hielten wir kurz vor dem Dorf in einer Weinbergschleife ein Mittagessen ab (das erste dieser Fahrt?). Es gab entsprechend reichhaltige Auswahl. Satt gings zum Café, aber eine Sacher-Torte passt immer noch rein, und ein Radler auch. Von so viel Zivilisation ermattet hielten Mareike und ich kurz die Hände in die Mosel, dann gingen wir den Weinberg wieder hoch. Die Premium-Fraktion direkt senkrecht hoch, die Fußkranken in Auto-Schleifen. Am nächsten Mosel-Tal-Aussichtspunkt sahen wir die nächste Moselschleife.
Lagerplatzsuche: Das wurde schwierig, da alle Brunnen abgesperrt waren, und die Wiesen keinen Moselblick aufwiesen, dafür Straßenlärm. Da überzeugte/überredete ich die anderen, noch ins Tal abzusteigen. Dort gab es dann zwar Wasser, aber es war recht sumpfig und steil. Zum Glück fanden Andi und ich bachaufwärts eine Einbuchtung am Hang am Ende eines aufgelassenen Weges. Premium, aber etwas schief, und zu klein für eine Kohte. Macht nichts, es regnet eh nicht (laut Wetter-Fee-App von Marc). Mit Mareikes Feuerschale (Modell Penner) war ein Eichen-/Buchenfeuer schnell entfacht. Ich monierte allerdings, dass die Eichen etwas morsch waren. Brannten trotzdem.
Zz fand in der Nähe ein Wasserfallbecken, an dem man besonders leicht die Töpfe mit Wasser füllen konnte, wenn man den Weg dorthin unter mehreren Baumstämmen durch geschafft hatte. Zz & Jens kochten Premium-Tortellini (aber Jens Beitrag bestand im Abgießen, was aber Basti sehr beeindruckte). Wir schafften fast den gesamten 8-Litertopf leerzuessen. Ein Käuzchen unterhielt sich länger (mit) uns, wobei es auf Andis Lockschreie besonders ansprang. Da sangen wir lieber ein paar Lieder, in die das Käuzchenschreien passt, wie den Piet, Fronleichnam und „Dat du min Levsten büst“. Passend kredenzten wir den „Abt“-Wein aus dem Ahrtol.
Da fing es an zu regnen. Als Mareike im Wald verschwunden war. Was aber, wie sich herausstellte, nichts miteinander zu tun hatte. Leichte Panik machte sich breit, außer bei dem „Über-Premium“ Pfadi Jens, der uns verkündete, dass dies ein vereinzelter Schauer sei. Was es auch war, bald blinkte wieder der „große Wagen“ durch das Blätterdach.
Nachdem auch unsere zwei Wein-Stöcke langsam zu Glut geworden waren, krochen wir einer nach dem anderen in die Schlafsäcke, an mehr oder weniger geraden Teil-Abschnitten des Platzes (Andi wie immer am Außenplatz, zur Begrüßung etwaiger Gruselgestalten).
Balli

Ostermontag, 21.4.2014
Die Sonne schien und ich (Paloma) öffnete meine Augen. Der Premium-Schlafplatz war noch schöner anzusehen wie abends, ich drehte mich dann um und schlief weiter, weil alle noch so tief und fest am schlafen waren. Als ich das nächste Mal aufwachte, stellte ich fest, dass es schon halb zehn war, Mareike war weg und Basti lachte (wie immer). Wir schälten uns alle aus dem Schlafsack und machten uns bereit um Feuer zu machen und Wasser zu holen. Mareike tauchte dann auch wieder auf und erzählte dann, wie schön es unten am Bach, mit den Ablagestellen für die Waschutensilien, war.
Nachdem das Feuer brannte, Kaffee und zwei Sorten Tee fertig waren, fingen wir an ausgiebig in Premium-Qualität zu frühstücken. Tapfer aßen wir die leckeren Tortellini vom Vorabend auf. Zum Frühstücksnachtisch gab es weiße Ostereierschokolade.
Als wir mit dem ausgiebigen Brunchfrühstück fertig waren, packten wir unsere Sachen und sattelten uns zum weiterwandern. Die erste Etappe war querfeldein: durch den Wald den Berg hoch Richtung Straße. Von dort aus liefen wir Richtung „Bengel“, um dort den Zug Richtung Trier zu nehmen. Wir liefen ca. 2km nach unten, um einen Höhenunterschied von 250m zu überwinden. Dies ging logischerweise stark in die Beine. Paloma humpelte die ganze Zeit hinten und löste damit Mareike in der Position ab. Die ganze Gruppe wartete schon unten im Ort „Bengel“, als die humpelnde Paloma mit Marc endlich auch ankam. Den geplanten Zug nach Trier hatten wir verpasst, somit legten wir uns einfach mitten auf eine schöne Blumenwiese und sonnten uns ein wenig und aßen mal wieder Schokolade.
Um 13:46 Uhr nahmen wir dann den Zug nach Trier und stiegen dort in den Zug nach Wiltingen. Während der Zugfahrt fing es auch an zu regnen, aber nur kurz.
Als wir aus dem Zug ausgestiegen waren, liefen wir schnurrstracks zum roten VW-Bus von Jens. Alle packten ihr Essen aus den Rucksäcken aus und packten es in einen Korb. Komischerweise war der Korb genauso voll gefüllt, wie wo wir losgelaufen sind. Hatten wir überhaupt etwas gegessen?
Naja, alle Rucksäcke ins Auto plus alle stinkenden Pfadis und los ging’s Richtung Heimat = Karlsruhe. Nach einer sehr kurzen Fahrt mit dem roten VW Bus hielten wir an, um eine zweite Frühstückspause einzulegen. Das geeignete Plätzchen wurde schnell gefunden, es lag direkt an der Saar auf einem Damm. Somit wurde das viele Essen aus dem Korb doch noch vernichtet. Nach dem Essen nochmal alle schnell aufs Klo oder eher nochmal ab in den Busch und dann husch, husch, ab in den VW Bus und los Richtung Heimat.
Während der Fahrt zurück hat Mareike alle Ausgaben zusammen gerechnet und durch acht Pfadfinder wieder geteilt. Alle haben gleich vor Ort (im roten VW-Bus) bezahlt und somit ist unsere „Premium-Fahrt“ fast am Ende.
Ca. 18 Uhr, leider sind wir noch nicht da, sind bei Pirmasens (B10) in einem Stau gelandet. Alle sind hundemüde, aber müssen wohl oder übel noch durchhalten.
Paloma

Biathlon – die Folgetage

Tatsächlich war die Tage drauf die Sicht auf die Schießscheiben meistens ungestört, zumindest immer dann, wenn wir Schießtraining hatten, es gab durchaus auch nochmals Schnee. Die Tage bestanden zumeist aus Skilanglauftraining vormittags und Schießtraining nachmittags. Wer nämlich glaubt das die Skating Technik einfach sei, der sollte mal einen Skilanglaufkurs besuchen. Die ersten zwei Vormittage haben wir nur den kurzen Skatingschritt gemacht. Was es dazu alles an Vor- und Zwischenübungen gibt – faszinierend! Mal mit nur einem Ski links, dann nur rechts, dann mit Skiern aber ohne Stöcke sich durch die Landschaft bewegen, Arme dabei große Kreise in die Luft zeichnen lassen, dann weiter ohne Stöcke Froschsprünge machen OHNE hinzufallen… wir wurden von Isidor, dem einen Skilehrer, auf Trab gehalten! Und was man so alles falsch machen kann, ebenfalls faszinierend 😉

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Nachmittags ging es dann mit Gerhard auf die Schießbahn. Das ging erstaunlich gut. Zu Beginn starteten wir wieder mit liegend schießen, wobei die Waffe auf einen Block abgelegt wurde und die Zielscheiben noch auf „groß“ eingestellt waren: Kreise mit 11,5cm Durchmesser, auf die die Profis im Normalfall nur im Stehen schießen. Aber wir sind ja keine Profis! Mit diesen vereinfachten Maßnahmen ging es fast schon zu einfach. Wir haben nach 2 Serien (à 5 Schuss) dann bereits eine Serie ohne Block geschossen und sind dann flugs zum Stehend schießen übergegangen. Mit Ruhepuls waren wir uns hier schnell einig, dass wir unsere bisherige 5 Treffer Serie zugunsten einer 3 Treffer Serie beenden konnten.

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In den Folgetagen haben wir uns insofern noch gesteigert, als dass wir zum einen mal mit erhöhtem Puls nach einer Runde (Skilang)laufen an die Schießbahn kamen, mal die Waffe mitnehmen durften auf die Runde und im Liegend schießen sowohl die kleinen Scheiben (4,5cm), als auch der Riemen zum besseren Halt der Waffe hinzukamen. Wer ein Erfolgserlebnis beim Schießen braucht: mit Riemen und Ruhepuls kann die Scheibe noch so klein sein, jeder Schuss ein Treffer!

Insgesamt auch nicht zu unterschätzen, der Prozess, wie man die Waffe vom Rücken herunternimmt und in Schussposition geht. Beim anfahren Schneeklappe auf, in die Knie gehen, Waffe mit rechts greifen, herumziehen, mit links greifen, nach vorne legen, Magazin wechseln, Anschlag reinschieben, grob die richtige Bahn anpeilen, tief ausatmen, zielen, los geht’s!

Nach dem Training haben wir uns ein paar Mal mit unseren Skilehrern im lokalen Restaurant/Cafe auf ein Schneewittchen getroffen, um Olympia im Fernsehen anzuschauen – zB. das Verfolgungsrennen der Herren (Biathlon, na klar). Ein Heidenspaß 🙂

Abends dann Dampfbad und Gegenstromanlage im kleinen aber äußerst schönen Pool, danach stets ein tolles Abendessen und Ausklang des Abends an der Bar oder wie es sich für einen erholsamen Urlaub gehört: früh und freiwillig ins Bett, die Kondition wurde täglich gefordert!
Mittwoch hatten wir vormittags frei – Ausruhen vom Sport. Nachmittags war dann eine Schneeschuhwanderung angesagt. Auch wenn diese nicht wie vor 2 Jahren hoch auf den Staller Sattel ging (was eine ziemlich lange Schlittenabfahrt bedeutet hätte), sondern quer über die Loipen hoch in eine andere Richtung, so war auch diese wieder echt schön, mitten durch den Wald, dann super Ausblick auf die Bergketten und Erklärungen zu Bäumen und Natur ringsum.

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Am letzten Tag war dann als Abschluss ein Gaudi-Rennen angesagt. Die Regeln stellten wir selber auf: 3 Teams à 3 Leute, Start am Schießstand, über die Stadion-interne Brücke, dahinter direkt scharfe Linkskurve und außen herum von der anderen Seite in den Schießstand einlaufen und Schießen. Insgesamt 3 Runden für jeden mit freiem (=ohne Riemen) Liegendschießen auf die großen Scheiben.

Da mein Team das einzige ohne Skilehrer war und die Anfangsläuferin eine doch recht hohe Strafrundenaffinität hatte, war meine letzte Runde dann komplett ohne Konkurrenz und ich hatte alle Fans einschließlich der Gegner für mich: es folgte eine Runde unter Anfeuerungsrufen und einem Schießen wie im richtigen Rennen und Stadion: ein Schuss, ein Treffer, Jubel, nächster Schuss, Treffer, Jubel, Schuss, Treffer, Jubel… alle Fünfe 🙂
Und ohne Medaillen heimkommen konnte uns bei diesem Rennen entgegen der Deutschen in Sotchi auch nicht passieren: Bronze war ja schon garantiert 😉

Am Abfahrtstag hab ich dann meine rumheulenden Handgelenke geschont und bin mit Mr. Knie-kaputt über den Antholzer See gewandert.

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Dabei habe ich schöne Beweise dafür gefunden, wieviel Schnee hier liegt: na klar hatte ich Spaß am schaukeln, aber schaut euch vorallem mal die Schneemassen oben auf der Schaukel drauf an! Dann ein schöner Winterwanderweg? Ne, das ist die Passstraße und wer genau hinschaut entdeckt auch einen Begrenzungspfosten, er schaut gerade so noch aus dem Schnee raus!

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Und ansonsten… wer schaukeln darf, der darf auch sonst nochmal ein Kind sein: Schneeengel! Dass ich beim in den Schneelaufen allerdings so tief versinke, hatte ich nicht ganz einkalkuliert.

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Falls noch Fragen aufkommen sollten, wie zB. was man tut, wenn man nicht Skilanglaufen kann/will aber einen hohen Puls haben will oder was die anderen tun, während einer gerade schießt, hier schonmal zwei Antworten:

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Conclusion: ein Traumurlaub! Danke an meine Mitfahrer!