Probiers mal mit Gemuetlichkeit

Was war noch gleich in Nanjing? Richtig, Felix Schwester wohnt da schon eine Zeitlang mit Familie. Seit letztem Jahr gibt es auch Nachwuchs und so ist klar, wohin unser erster Abstecher ging.

Nach einem ersten Abend bei Bier und Chicken Quesidillas am inoffiziellen freitäglichen deutsche Expat Treffpunkt von der Firma, haben wir den verregneten Samstag und Sonntag einfach mal frech verschlafen, gemütlich daheim diverse Spiele gespielt, Jiaozi bestellt und nur kurze Spaziergänge durch den Compound und dessen Umgebung gemacht. Super gemütlich 🙂



Samstag waren wir noch in einer Mall nicht allzu weit weg, wo ich nach weiteren kurzen Hosen gesucht habe (in Kambodscha bin ich bis auf der Insel der lokalen Kultur gefolgt und hatte nur Knie- und Schulterbedeckende Kleidung an). Erste Adresse: H&M. Klar gibts den auch hier 😀 Aber total faszinierend: kurze Hosen gibt es zuhauf, aber man sollte schon Hotpants wollen, ansonsten kann man sich wieder umdrehen und gehen. Haben wir dann auch getan. In einem anderen chinesischen Kleidungsladen wurde ich dann in der Herrenabteilung fündig. Ich glaube die haben hier eher kleinere Größen als wir… dass ich gerade so in eine Herren-M Hose passe, hätte ich jetzt eher nicht erwartet. In den Umkleiden gibt es hier übrigens auch Hausschuhe, sehr vorausschauend!



Überrascht hat mich, wieviele Spielsachen es hier draußen für die Kinder gab – und was für welche! Bobby-Cars sind sowas von gestern! Heute hat man die in größer und mit Antrieb. Es passen auch Erwachsene rein… Außerdem gibt es Zweisitzer, die jeweils links und rechts von einem 1.5m Durchmesser Rad umfasst sind. Diese balancieren einen (quasi Segway mäßig) schaukelnd durch die Gegend.

Am Abend sind wir dann noch in ein chinesisches Restaurant (auch in einer Mall, aber einer anderen) zusammen mit zwei Kollegen von David. Klassisch zwar an einem runden Tisch aber doch eher ansonsten ein etwas anderes Restaurant. Bestellt wird nur über eine App, der entsprechende QR-Code ist auf dem Tisch aufgeklebt. Die Bestellung wird daraufhin ausgedruckt gebracht mit einer Eier-Uhr versehen, die auf 20min gestellt ist. Läuft diese Zeit ab, ohne dass alles Essen da ist, bekommt man eine Wiedergutmachung, in unserm Fall zwei Schälchen Joghurt mit Honig.
Was ich auch wieder gelernt habe: nur ein Schwein trinkt allein! Zumindest den Alkohol. Will man etwas trinken, so stößt man erst mit mindestens einer weiteren Person an. Was mir David später noch erklärt hat, ist dass man dabei sogar versuchen sollte, sein Getränk tiefer als das Gegenüber zu halten, ein Zeichen von Ehrerbietung. Ist wohl manchmal ganz lustig, wenn man dadurch schon fast wieder auf Tischhöhe ist und im Essen hängt, weil jeder versucht den anderen zu „unterbieten“.

Land- und Kulturwechsel

Nach den nun 3,5 Wochen Kambodscha, hatte ich das Gefühl, einigermaßen in den „Flow“ gekommen zu sein. Man wusste grob, wie die Leute leben (so gut, wie man es halt als Touri in der kurzen Zeit mitbekommen kann), man kennt sich etwas mit dem Verkehr aus, hat bereits Unterschiede innerhalb des Landes erfahren (wobei wir ja den kompletten Osten und Westen ausgelassen haben), man weiß wie man an Essen kommt und kommt auch auf Märkten zurecht. Ich hatte mich wunderbar darauf eingelassen. Inzwischen selbst an das Wetter gewöhnt 🙂

Nun haben wir aber nach unserer letzten Woche Inselzeit (die zugegebenermaßen in vielen Punkten wie Essen schon wieder recht europäisch war) das Land wieder verlassen und sind von Phnom Penh über Shenzhen nach Nanjing geflogen. Im Flieger saßen wir dann Exit-Row, was ja kein Problem ist, leider nur wenig Sicht nach draußen erlaubt. Manche Leute mögen wissen, dass ich seeehr gerne Fotos von „über den Wolken“ mache. Von diesem Flug dann wohl nicht!

In Shenzhen mussten wir dann bereits in China einreisen, d.h. Koffer abholen und das ganze Einreiseprozedere durchlaufen, da Shenzhen keinen Transfer-Visum anbietet. Bei einer Zwischenlandung in Shanghai konnten wir 2013 z.B. auch ohne China-Visum für einen Tag Shanghai anschauen (und waren nach 9h rumlaufen ziemlich platt :-)). Die Einreise hat aber auch ohne Probleme funktioniert. So wirklich bewusst war mir vorher allerdings nicht, dass man bei der Einreise mal wieder seine Seele verkauft. Also naja, zumindest vollständig seine Fingerabdrücke digital hinterlegen darf, genauso wie nochmal ein Foto (das vom Reisepass reicht wohl nicht). Auch wird das Bild im Reisepass von den Beamten supergenau mit der vor ihnen stehenden Person abgeglichen. Die Beamtin schaute zwischen meinem Reisepass und mir bestimmt 5, 6mal hin- und her und bat mich auch meine Haare noch nach hinten zu schieben, damit meine Ohren sichtbar sind. Felix hatte es da irgendwie einfacher, aber gut, vielleicht ist seine Frisur auch etwas markanter ;-P

Was uns bereits beim Check-In des ersten Fluges aufgefallen war, setzte sich in Shenzhen am Flughafen fort: die Khmer folgen eher einem ähnlichen Kleidungsmuster (lang oder dreiviertel, oft eher einfach, damit meine ich schlichter, immer sauber und ordentlich **, die Haare wurden bei den Frauen hauptsächlich lang getragen) – nun, die Chinesen sind dagegen schier eine Farbexplosion. Jeder trägt, was er gerne möchte, ob das nun der Kleidungsstil der 80er ist, Manga, Punkrock oder Büro-schick – mein Eindruck ist, hier ist alles möglich! Es ist vorallem alles sehr unterschiedlich, es wird mehr mit verschiedenen Eindrücken gespielt. Genauso die Frisuren: in der Check-In Schlange waren die Haare von 8 aus 10 der Frauen mindestens teilweise gefärbt, gelockt oder sonstwie gestyled. Alles in allem sprang mir eine Vielfalt entgegen, die ich einfach nicht mehr gewohnt war. Nicht, dass es mir vorher andersrum aufgefallen wäre (schon garnicht negativ!), aber es sprang einen halt einfach an.

Jedenfalls klappte alles weitere ohne Probleme. Gepäck wieder abgegeben, McDonalds getestet, ob der McFlurry (der hat hier nur ein Topping, in Deutschland gibts doch meistens ne Auswahl oder ist das inzwischen auch anders?) und der McSundae (zu Felix großem Verdruss gab es keine Karamel-Sauce) in China gleich schmecken und zum Gate gelaufen. Vom Gate wurden wir dann in einen Bus verfrachtet, von dem wir zuerst dachten, dass er uns aufs Vorfeld zum Flieger fährt. Er drehte aber nur eine Ehrenrunde und fuhr uns an ein anderes Gate. Unsere Vermutung: der Flieger steht im international Bereich und da unser Weiterflug ja ein Inlandsflug ist, dürfen wir nicht innenherum dahin. Irgendwie kam uns das ganze dann sehr bekannt vor, wir saßen diesmal nur eine Reihe weiter hinten – also diesmal mit Aussicht 🙂

Wie Felix tatsächlich später rausgefunden hat (es ist praktisch einen Freund mit großem Flieger- und Verkehrinteresse zu haben) – es war der gleiche Flieger! Es wäre so schön gewesen, einfach nur sitzen zu bleiben, aber gut, Prozedere halt.

Weiterflug hat jedenfalls gut geklappt, man muss nur einmal kurz wegschauen, dann sind schon alle Chinesen im Flieger und wir mal wieder die letzten. In Deutschland wären im gleiche Zeitraum die ersten 10 Leute aufgestanden und zum Gate gelaufen…

In Nanjing lief auch alles gut, Gepäck haben wir gefunden und erstmal via WLAN versucht rauszufinden, wo wir genau hinmüssen (es gab unterwegs Änderungen). Bis wir dann aus dem Gepäckbereich raus sind, waren fast alle anderen schon weg. Am Ausgang davon muss man eigentlich IMMER noch seinen Gepäckabriss vorzeigen und es wird geprüft, ob der mit dem Gepäckstück übereinstimmt. Aber wir sind ja Ausländer. Wir laufen einfach mal gezielt vorbei und dann wird man (oftmals) durchgelassen. Nur weil wir Ausländer sind. Komisches Gefühl. Aber gut, freiwillig holt sich niemand fremdes vmtl zwei große Reiserucksäcke da raus.

Via Taxi ging es dann in die Innenstadt – der nächste Kulturunterschied: Autobahn mit 4 Fahrstreifen! Und: die Autos halten sich dran! Also fast alle! Aber: an eigentlich jeder Brücke wird man geblitzt. Wofür die Fotos sind, wissen wir nicht genau. Teilweise wohl, um zu schauen, dass man auch angeschnallt ist, teilweise, dass man nicht Flugzeug-haft auf dem Streifen fährt… hier existieren doch so einige mehr Regeln, wovon auch einige gleich krass mit diversen Mitteln durchgesetzt werden. Aber bei anderen Dingen ist der Spielraum doch auch wieder groß und durchgesetzt wird vieles eben auch nur in Großstädten.

(**) Große Ausnahme: ich habe es nicht ganz durchstiegen, zu welchem Zweck oder welchen Status oder von welchen Personen diese Klamotten getragen wurden: immer mal wieder habe ich Frauen gesehen, die so aussahen, als wären sie gerade aus dem Bett gekommen. Warum? Weil ihr Oberteil und ihre Hose wie seidene Schlafanzüge aussehen. Hier sind es anscheinend normale Klamotten. Aber ich musste jedesmal feixen.

Shanghai Pudong

Shanghai Pudong

Zeitig am Frankfurter Flughafen gewesen, direkt am Check-In Schalter anstellt, vor uns hatte sich bereits eine kleine Schlange gebildet, so langsam entwickelte sich (zu unserer Genugtuung) ebenfalls eine Schlange, die sich langsam aber gemächlich durch den halben Airport schlängelte.
Unser Glück war, dass wir uns im vorderen Bereich der Schlange befanden, das der Grund hierfür allerdings nicht nur das „eher“ drankommen war, erfuhren wir erst später. Kurz nachdem wir wegwaren, wurde anscheinend ein Gepäckstück alleinstehend gefunden und Bombenalarm ausgelöst, sprich das Gebiet um die Check-In Schalter wurde großräumig abgeriegelt und Röntgengerät und Spürhunde eingesetzt. Insgesamt hat es wohl nicht länger als ne halbe Stunde gedauert, aber wer vorher schon über 1h dastand wird seinen Spaß gehabt haben.

Die anderen Passagiere um uns herum: mindestens zur Hälfte Chinesen. Wen wunderts, geht unsere Flugverbindung doch über Shanghai (mit grandiosen 12h Aufenthalt). Altbekannt und mal wieder bestätigt: Chinesen haben stets verdammt viel Handgepäck dabei! Wieso da nie jemand meckert, hab ich mich bisher immer gefragt. Wir bekamen beim Check-In sogar extra Bändel um unser Handgepäck als solches zu kennzeichnen. Diesmal jedoch hatte eine Chinesin bei der letzten Kontrolle vorm Gate aber Pech: sie hatte zuviel Handgepäck und durfte nicht mitfliegen. Ihr zettern hat man noch etwas länger gehört…

Der Flug an sich war pünktlich, das weitere boarden ohne Probleme, wir saßen in der zweiten Economy-Reihe. Allerdings folgte nach dem Bombenalarm nun ein Babyalarm: kleiner, blonder, für die Stewardessen „absolut süßer knuffiger drolliger… Junge“ (so genau haben sie es nicht gesagt, sie haben stets nur Chinesisch mit dem Jungen geredet, aber der Gestik, dem Verhalten, den vergötternden Augen war dies doch sehr deutlich zu entnehmen). Man konnte nicht starten, bevor nicht jede Stewardess den Jungen einmal auf dem Arm gehalten hatte!
Solche Kleinfamilien werden übrigens in die mittlere, erste Reihe gesetzt. Dort kann an der Wand vor ihnen dann nämlich ein Babyreisebettchen befestigt werden, in dem das Baby den Flug über schlafen kann (sofern es das will – unser kleiner Junge wollte die ersten 2-3h nicht!).

Der Flug war unspektakulär, gab gutes Essen und Filme auf Chinesisch mit englischen Untertiteln, ich hab sie nie von Anfang bis Ende geschaut, es war nur ein gemeinsames Entertainment-System. Wir haben versucht unseren Schlafrhythmus bereits dem australischen anzupassen, sprich um 17 Uhr deutscher Zeit hieß es: Äuglein zu und schlafen. 2h hab ich tatsächlich geschafft (hatte Schlafbedarf angesammelt), danach war es mehr ein Lesen und dösen.

3 Uhr morgens in Deutschland – Wir stehen im Stadtzentrum von Shanghai!

Ja wie, wolltet ihr nicht nach Australien fliegen? Ja klar! Aber dank einiger Mitflieger hatten wir erfahren, dass man vermutlich mithilfe seiner Boardingkarte für den Rückflug nach China „einreisen“, sprich eine Runde nach Shanghai drehen darf. Dies klappte auch und so haben wir uns mit 3 weiteren Mädels auf den Weg nach Shanghai Zentrum gemacht. Wie geht das am besten? Na klar, Maglev ist hier das Stichwort. Der Transrapid, der 7min zum Stadtzentrum braucht und auf dem Weg eine Höchstgeschwindigkeit von 431km/h erreicht. Man göhnt sich ja sonst nichts…

Also hatten wir einen (fast) kompletten Tag in Shanghai vor uns und das Ziel einige schöne Sachen zu sehen und dabei die ganze Zeit wachzubleiben, da dies der Zeitumstellung mal wieder dienlich ist. Los gings über die Nanjing Road, vorbei an all den Uhren/Taschen/Sonstiges-Verkäuferin, die einen permanent anquasseln und über all die Ampeln auf dem Weg, ganz gleich welcher Farbe (so halten es beide Seiten: grün und rot-Haber… einfach fahren, hupen und weiterlaufen/-fahren, als sei man absolut im Recht). Bis zum Bund sind wir gelaufen, von dort aus die Skyline von Shanghai bewundern können und schließlich am Huong Po (schreibt man den so? =gelber Fluss) entlang zum Yuyang Park gelaufen.

Der Weg führte uns durch viele kleine authentische Straßen, wobei wir hier auch anhielten um ebenso „authentisch“ zu Mittag zu essen: „Restaurant“ (sprich aus-der-Garage-Essen-Verkaufsstand) mit nur chinesischer Karte, kleine Klapptische mit Plastikhockern als Sitzgelegenheiten und natürlich direkt an der Straße, auf der eigentlich keine Autos fahren durften, eigentlich!

Der Eintritt für den Yuyang Park war schließlich aber komplett sein Geld wert. Ein schöner Park, typisch chinesische Häuser (geschwungene Dächer), die direkt in Stein übergingen, der umgeben war von einem kleinen Teich mit Riesenfischen. Sehr schön. Vorher draußen hatte ich mir noch eine Kugel Eis gegöhnt (Haagen Däzs – legga!). Ein kurzer Preisvergleich: 1€ hatte die Suppe gekostet (genauer glaub 80ct…), 3€ eine Kugel Eis! Hat sich Felix königlich amüsiert 😉

Sehr süß war dort übrigens auch die Putzfrau des Parks: mit dem Wischmop über Stock und Stein!

Um den Rest kurz zu fassen und es hier im Text nicht noch auszuarten lassen: mit der Metro dann noch auf die andere Flussseite gefahren und während 2 der Mädels noch in den Perl-Tower hochgefahren sind, hat Felix Postkarten gesucht und wir zwei übrigen haben unsere Füße und Schultern ausgeruht. Danach gings wieder zur Maglev-Station und wieder zurück zum Flughafen. Grad noch kurz Heckmeck gehabt, eine hatte zweimal eine Boardkarte für FRA-PVG und keine für PVG-Sydney bekommen, dann wurde eine andere bei der Passportkontrolle rausgezogen, durfte aber wieder weiter ohne Begründung, dann noch ein paar Sicherheitskontrollen und nun sitzen wir am Gate, der Strom geht langsam zur neige und das Internet ist aber kostenlos, ich hoffe wir können dies hier gleich noch hochladen…

Nächster Plan: ab ins Flugzeug und schlaaaaaaaaaaaafen, endlich! Wir haben ja jetzt quasi eine Nacht durchgemacht…

Wir verstehen Bahnhof

Noch sind wir in Hangzhou. 55 Minuten dürfen wir noch auf unseren Zug nach Shanghai warten. Mal schauen, was das wird. Beim Ticket-Kauf habe ich nicht allzuviel verstanden (die gute Frau mir gegenüber offensichtlich auch nicht) und dann habe ich dummerweise vergessen nach „Softseats“ zu fragen (die werden einem auf jeder Touriseite empfohlen). Die Schalterhalle war schon eine Erfahrung für sich: 40 Schalter und vor jedem vielleicht 10m Schlange. Wehe jetzt beschwert sich noch einer, dass er mal bei der DB anstehen musste! Mit unseren Tickets in der Hand kamen wir aber ohne Probleme in den Bahnhof (und durch die Sicherheitskontrollen wie am Flughafen) rein. Ganz im Gegensatz zu einigen hundert Leuten, die vor dem Bahnhof in der Kälte hockend warten (auf was eigentlich?). Ein kurzer Blick auf die ansonsten recht knapp gehaltene Anzeigetafel deutete uns den Weg zu „Wartesaal 4“ den wir hinter zwei Ecken auch richtig schnell fanden. Nun warten wir in einer etwa 25×50 Meter großen Halle mit reichlich 2000 anderen Leuten auf den Zug. Bahnsteige scheint es nicht zu geben. Die Züge werden einzeln aufgerufen und „geboardet“ – alles ein wenig wie am Flughafen.

Update: Nach der Fahrt

Und am Ende war alles doch halb so wild. Als sich die Tore für „unseren“ Zug öffneten drängelte sich die versammelte Masse gen Bahnsteig. Gar nicht so dumm das System. Bei der Menge an Bahnfahrern landet sonst bestimmt mal jemand aus Versehen vor dem Zug. Auf dem Bahnsteig durfte man sich dann nach Wagen sortiert in einer Reihe aufstellen (hübsch markiert durch eine Bahnangestellte nebst Schild mit der Wagennummer in groß darauf :). Und der Großteil der Leute hielt sich sogar an die Reihen – zumindest so lange, bis der Zug einfuhr. Der Zug war top, ziemlich neu und ziemlich schnell (3 Sitze – Gang – 3 Sitze). Im Zug beehrte uns natürlich auch der „freundliche“ Eis-/Teeverkäufer und nach einer reichlichen Stunde waren wir da.

Grüße aus Shanghai,
Felix & Mareike

Die schönste Stadt Chinas

¨Hangzhou – the most beautiful city in China¨, trötet einem CCTV9 (= ¨Chinas only english speaking news channel¨) täglich entgegen. Da Felix von einigen anderen Touris bisher auch viel gutes über die Stadt am West Lake gehoert hatte, sollte unsere kleine ¨Chinarundreise¨ hier beginnen. Richtig gehoert – Rundreise :-) – Felix hat eine Woche Auszeit von der Firma bekommen (unbezahlt natürlich) und ich werde in 10 Tagen von Peking zurück in die Staaten fliegen. Ganz nebenbei liegt Hangzhou nur 2 Zugstunden weg von Shanghai und das Geld, welches man spart um auf dem kleineren Flughafen in Hangzhou statt in Shanghai Pudong zu landen, kann man bequem in eine Nacht im Hostel plus Sight Seeing am West Lake investieren. Soweit der Plan.

Wir hatten einen günstigen Flug (470 RMB p.P. inkl. allem) bekommen, der allerdings schon um 08:20 Uhr ging. Das hieß zeitig aufstehen und morgens um 06:00 Uhr ein Taxi suchen. War aber kein großes Ding, da in der Nähe meines Apartments einige Fahrer ihre Taxen wuschen. Als wir ankamen standen alle Fahrer um einen herum und deuteten uns, mit ihm zu fahren (eigentlich komisch, da sich sonst immer jeder selbst der nächste ist). Nach dem Start war aber auch ziemlich schnell klar warum. Der gute war extrem neu und brauchte dringend Fahrpraxis, da kam die Tour zum Flughafen grade recht. In seinem früheren Leben muss er Pilot gewesen sein (die fahren schließlich auch immer in der Mitte der Rollbahn und beim Start gleich richtig Gas). So hingen wir dann auch an jeder roten Ampel in den (nicht vorhandenen/angelegten) Gurten und bei grün tat uns das Getriebe richtig leid. Am Flughafen angekommen waren wir vom Check-In echt beeindruckt. Keine 10 Minuten nach unserer Ankunft hatten wir das Gepäck abgegeben, eingecheckt, die Sicherheitskontrollen passiert und saßen am Gate. Ganz im Gegensatz zu meinen Erfahrungen auf dem Herflug (4 mal einchecken!)…

Der Flieger war pünktlich und ein paar Minuten nach dem Start gab es strahlenden Sonnenschein über den Wolken. SONNENschein – ich war happy, denn in Chengdu scheint praktisch nie die Sonne, was einen ganz schön irritieren kann (Chengdu = die Stadt ohne Himmel). Auf dem Flug gab es auch leckeres chinesisches Frühstück: warme JiaoZi, Möhrensalat, getrocknete Papaya und Tee (Felix hat sich über doppelten Salat und Papaya gefreut).

Die tollste Stadt Chinas begrüßte uns mit richtig miesem Wetter, dazu 7 Grad Außentemperatur und der Bitte im Flieger doch schon mal seine warme Jacke anzuziehen. Mit dem Flughafen-Shuttle kamen wir noch ohne Probleme in die Stadt, aber dann? Blubb.

Nach einen lustigen kleinen Bustour (Personal fragen, nix verstehen, mitlachen, verzweifelt versuchen die Route auf der Karte mitzuverfolgen) kamen wir gut gelaunt im Hostel an.

Wohnhäuser am Straßenrand - bisschen mediteran angehaucht :)

Das Zimmer war echt schön (genau wie die Bilder im Internet) und als die Air-Condition lief konnte man auch so langsam die Jacke ausziehen. Nachmittags haben wir uns noch auf eine kleine Runde durch die Stadt gemacht und eine niedliche Einkaufsstraße gefunden. Das Essen ist hier schon wieder deutlich anders als in Chendu, wo es viel mehr kleine Snackstände auf der Straße gibt. Und der wohl größte Witz: man kann hier die ¨gleichen¨ Fertigsuppen im Laden kaufen wie in Chengdu (sehen zumindest gleich aus) aber sie sind hier bei weitem nicht so scharf wie in Sichuan *g*.

Die Einkaufsmeile Snacks am Straßenrand (heute Krebs)
Ein glücklischer Buddha Die amerikanische Botschaft

Grüße,
Felix & Mareike

Sichuan Opera

Am vergangen Mittwochabend waren wir in der Sichuan Opera. Erstmal zur Aufklärung des Namens: Sichuan ist der Staat in China, dessen Hauptstadt Chengdu ist.
Ansonsten war das nicht wirklich, was man sich unter einer Opera in Deutschland vorstellen würde. Für diejenigen, die allerdings solche Veranstaltungen gerne zum Nickerchen halten nutzen, glaube ich wäre diese chinesische Opera viel ansprechender (wachhaltender)!

Man sitzt in einem nichtallzu großen Raum mit einer kleinen Bühne und vielen bunten Scheinwerfern. Zwischen jedem zweiten Stuhl ist ein kleiner Tisch, darauf steht ein Korb mit Sonnenblumenkernen zum naschen und der eigene Teepott (da die Teeblätter oben schwimmen hat man auch nen Deckel dazu, womit man beim trinken die Teeblätter zurückhält).

Die Show begann mit zwei Akrobaten, die jonglierten und dann auch große Tonkrüge durch die Gegend wirbelten. Eine Frau sang für uns, gründlich umnebelt von der Nebelmaschine, dafür aber schön angestrahlt. Dass die bei dem Nebel noch singen (selbstverständlich mit einer Lautstärke, die dir die Ohren weggehauen hat) konnte… ich hätte nur gehustet! Dann gab es einen Huqinspieler. So ein lustiges Instrument, dass glaub 1 oder 2 Saiten hat und geigenähnlich gespielt wird (zu lauter Hintergrundmusik). Anschließend wurden Schattenspiele aufgeführt, mit allen möglichen Tieren, hier in Andenken an die Fachschaft – die Eule 🙂

Garnicht lustig war dann ein Zauberer, der mit ernster Miene seine halbgaren Zaubertricks vorführte. Der war sowas von schlecht… glaub bis auf einen Trick haben wir alle durchschaut, weil die so schlecht durchgeführt wurden. Und nicht nur wir, eigentlich das ganze Publikum!
Lustiger war dann ein Pärchen: ein chin. Clown, der Tricks mit einer Kerze auf dem Kopf durchführte und eine Frau in chinesischen Traditionsklamotten, die sie ihm immer wieder anzündete, wenn er sie stolz auspustete.

Was das letzte Bild grad war? Ein Angebot, bei dem ich mir noch nicht sicher bin, ob man sich das entgehen lassen sollte oder nicht… Ohrenputzen! Da rennt doch tatsächlich ein Mensch mit vielen lustigen Ohrenputzinstrumenten durch den Raum und man kann sich während der Show die Ohren säubern lassen!

Zum Schluss gab es dann noch das absolute Muss einer solchen Show: „Changing Faces“ (=Maskenwechsel)! Einer tanzt graziös auf der Buehne herum und wechselt extrem schnell die Masken vor seinem Gesicht. Eigentlich – denn unser Artist war leider nicht der Beste, ziemlich gemütlich und wechselte auch nicht zu oft. Dazu steht noch einer auf der Bühne der die Performance mit Feuerspucken „untermalt“.

Alles in allem, war die Atmosphäre aber schon toll und einfach lustig zu sehen, was man hier unter dem Begriff Opera versteht \*g\*

Nach der Opera sind wir dann heimwärts gefahren, damit ich auch mal das BBQ ausprobieren konnte. Es gibt dort einen großen Tisch mit viel Auswahl an Gemüse oder Fleisch auf Spießen (Kartoffeln, Pilze, Auberginen, trockenes Brot, undefinierbares Zeug…
). Dort haben wir uns dann ausgesucht was wir wollten, dem Grillmenschen gegeben und uns auf diese kleinen Hocker bei den Klapptischen hingesetzt. Ich mein, ich weiß ja, Chinesen lieben niedrige Tische, aber hier ist man echt fast auf dem Boden! Aber durchaus nicht unbequem.

Legga, viel, manchmal ebes scharf und satt. Gudde Nacht!

Felix & Mareike

Zehnägel geschnitten!

Na, was ist das?
Wir lassen euch noch ein wenig raten, was ihr da gerade betrachtet und machen mit euch erstmal eine kleine Tour durch den angrenzenden Park.
Er hat viele kleine Wege und wenn man den einen entlang läuft, dann sieht man verschachtelt den nächsten, der führt wieder komisch woanders hin und am Ende… ja zum Glück gibt es die tollen Schilder auf denen komische Namen stehen, die zu anderen Tempeln führen und viele Treppen zwischen viel grün. Klingt komisch? Ist aber so!


Also sind wir viel umher gelaufen – stehts das Gefühl Spikes unter den Schuhen missend – und haben uns einige Tempel, Tümpel und kleinere Höhlen angeschaut.
Sehr putzig übrigens auch das Design der Mülleimer hier.

So, genug gegrübelt? Na klar, wer hat ihn nicht erkannt: der Riesenbuddha von Leshan!
Wenn man so nah dran ist, erkennt man einige Dinge, die man aus der Ferne nicht sieht: wie er neu verputzt wurde, ganze Stücke ersetzt wurden und das Gesicht am Ende wieder neu angemalt. Ahja und das der seine Ohren nicht putzt! \*g\*

Der Park ist an dieser Stelle also einfach so hoch wie der Kopf des Buddha. Von dort oben fallen die Klippen dann einfach steil hinab zum Fluß hinab. An der einen Seite des Buddha führen ziemlich steile und enge Treppen (mit überraschend hohen Stufen – von den Chinesen waren wir eher die flache Variante gewöhnt) hinab, bis man zu Füßen des Buddha steht.

Allerdings begreift man erst, wenn man wirklich dort unten steht, wie groß die Statue ist. Deshalb auch hier der Größenvergleich Mensch-Fuß. Und damit erklärt sich vllt auch der Titel dieses Beitrages 🙂

Auf der anderen Seite des Buddhas durch kleine Tunnel wieder raus und am Fluß entlang, Treppe rauf, Treppe runter. Am anderen Ende des Parks gibt es dann noch ein kleines Fischerdorf, dass so gebaut wurde, dass sogar die Form des Dorfes an eines Fischerboot erinnern sollte. Auf dem Foto befinden wir uns sozusagen auf dem Vorderdeck.

Hinter dem Fischerdorf überwindet dann diese wunderschöne Brücke den Abstand zu einer Insel im Fluß, die früher von Mönchen bewohnt wurde. Da die Füße allerdings so langsam genug Treppen getreten hatten und nicht auch noch die Treppen der Insel behelligen wollten, beließen wir es bei einer Fotosession auf der Brücke:

Nach dem Parkbesuch wollten wir noch in die City, um zu Mittag zu essen. Das ist noch ein Stück Weg und dies beschlossen wir mit der (Fahrrad-)Rikscha zurückzulegen. Dazu mussten wir den Fluß überqueren und die Brücke ging leicht bergauf. Das war für unseren armen Rikschafahrer zu viel: er hielt an und deutete Felix auszusteigen und zu laufen. Und ich? Sitzen bleiben und gefahren werden, wie es sich gehört! 😉

Ihr möchtet einmal mit Rikscha fahren und den verrückten Verkehr miterleben? Dann neigt doch mal euern Kopf so etwas nach rechts. Nein, das andere rechts! Und noch etwas weiter, ihr braucht so einen 90° Winkel. Genau und jetzt hier klicken.

Achja, zum Essen sind wir dann auch noch gekommen. Nach längerem rumschlendern fanden wir ein nettes Restaurant, in dem sie die Nudeln selbst herstellten. Dort verstanden die Leute jedoch keine andere Sprache außer chinesich, hatten dafür aber eine sehr schöne Bildertafel ihres Essens. Hier seht ihr Felix beim Essen bestellen!

Gruß,
Felix & Mareike

First Taste of Himalaya

Frueh aufstehen war angesagt, denn das Ziel des Tages war der 3079 Meter hohe Gipfel des Mount Emei (gesprochen Ömei, mit ganz kurzem ö). Meine Kollegen sprachen immer ganz begeistert davon und vor allem wie toll die Sonnenaufgaenge dort seien. Ganz so zeitig haben wir es aber nicht geschafft. Um 08:00 Uhr ging es los um die erste Etappe zum „Basislager“ (Busbahnhof auf 2500m) zu bestreiten. Fuer die kurze aber sehr kurvenreiche Strecke ueber 2000 Hoehenmeter benoetigte der (nicht wirklich geheizte) Bus 2 Stunden. Dort angekommen folgten wir dem Strom der Masse in Richtung Talstation der Seilbahn. Auf dieser Strecke haben wir auch zum ersten Mal unsere Spikes gebraucht, die man uns im Hotel geliehen hatte. Und sie waren WIRKLICH noetig. Denn alle Wanderwege bestanden nur aus vereisten und schneebedeckten Steinstufen. Und natuerlich wollten sich auch wieder ein etliche Chinesen zur Feier des Tages mit ein paar Lao Weis (Auslaender auf Chinesisch) fotografieren lassen. Aber diesmal haben wir zum Gegenangriff geblasen und ihnen gleich unsere Kamera mit in die Hand gedrueckt.

Der Ausblick links und rechts des Weges war einfach atemberaubend (nicht nur wegen der Hoehe 🙂 Die Wolken hatten wir bereits unter uns gelassen. Ueber uns nur noch strahlend blauer Himmel und die mit einer dicken Eisschicht bedeckten Baeume.

Auf dem Gipfel waren wir erstmal ziemlich erleichtert, dass es so wenig Schnee gab. Ueber 3000 Meter, bitterkalt und trotzdem weniger als 5 cm Schnee hatten wir nicht erwartet. Das ueberragende Monument aber war eine goldene Buddha-Statue die sicher 10 Meter in den blauen Himmel hinaufragte. Und der Ausblick: einfach unbeschreiblich und leider mit keinem Foto komplett einzufangen.

Wir sind deutlich laenger als urspruenglich geplant auf dem Gipfel geblieben und haben so ziemlich jede Ecke erkundet. So fanden wir auch ein Gelaender an dem jede Menge Vorhaengeschloesser angebracht waren. Allem Anschein nach Gluecksbringer von chinesischen Paerchen, die man passenderweise auch gleich nebenan kaeuflich erwerben konnte (allerdings waren es Einwegschloesser ohne Schloss *g*).


Den Abstieg haben wir dann zu Fuss in Angriff genommen, denn fuer andere grosse Aktionen war es schon zu spaet (wir haben wirklich gebummelt auf dem Gipfel) und unser Geldbeutel war durch die Fahrten + Eintrittsgeld zum Nationalpark schon arg geschroepft. Ausserdem sollten doch unsere Spikes auch mal voll auf ihre Kosten kommen. Es ist wirklich ein Riesenspass mit 4 kleinen Naegeln unter den Fuessen eine vereiste Treppe runterzulaufen (es geht uebrigens auch mit einem „Nagel“ wie uns gelegentlich von Chinesinnen in High Heels gezeigt wurde – sah seeehr witzig aus).

Kurz vor dem Ziel sind wir dann auch noch auf die Affen vom Mt. Emei gestossen, vor denen man ueberall gewarnt wird. Die sind ziemlich frech und klauen auch schon mal Mandarinen oder anderes Essen aus den Rucksaecken der Touris. Aber eigentlich sehen sie doch auch ganz nett aus 🙂

Gruss
Mareike & Felix

Qin Tai Lu

Nachdem wir von der Silvesterparty an der Uni gut ausgeschlafen hatten hieß es doch irgendwann aufstehen und den Tag nutzen. Heutiges Ziel: etwas mehr von Chengdu sehen!

Zuerst ging es in die Qin Tai Lu. Das ist eine lange Straße, in der die Häuser noch so aussehen, wie in früherer Zeit. Diese vielen kleinen Dächer und natürlich die langen gebogenen Spitzen an den Dachrändern. Und von allen Häusern hängen die üblichen roten Laternen.
Dort sind wir in einen der Touristenläden rein und ich hab mir schonmal mögliche Souvenirs ausgeguckt.

Am Ende der Straße kann man in einen Park übergehen, der sehr schön angelegt ist und gut gepflegt wird. Wer es noch nicht weiß: für Chinesen ist es nicht unüblich, lauthals Spucke, Rotze und wer-weiß-was-noch hochzuwürgen und dann demonstrativ wegzuspucken. Als ich dann in diesem Park jedoch die Mülleimer mit eingebauter kleiner Schale sah und ein Mann die grad so schön ordentlich benutzte, da musste ich einfach mal die guten, alten, chinesischen Traditionen auch mal aufgreifen 🙂

Und wer erkennt die grüne Marke?
Das wusste ich bisher nämlich auch noch nicht, dass Markennamen wie Coca Cola und andere (wie obige) nicht in der uns bekannten Form bleiben, sondern auch übersetzt werden und so quasi ein neues Logo erhalten.

Von dem vielen Laufen wird man natürlich schnell hungrig und so sind wir zu einem Restaurant bei uns in der Nähe, in dem Felix schon ein paar Mal war.
Erstmal schön Schlange stehen, wir waren schon etwas spät (Chinesen essen zwischen 18 und 20 Uhr), bis wir doch noch einen Tisch bekamen.

Das Warten ist nicht ungewöhnlich, wie die bereitgestellten Plastikhocker an der Seite vom Restaurant und auch drinnen im Eingang zeigen.
Die Kellner ließen uns auch drinnen lange warten. Irgendwer hat wohl unsere Bestellung verschlampt. Zumindest hatten alle anderen Tische schneller ihr Essen als wir.
Doch bald kam das Essen und es war lecker! Werd noch ein Fan vom chinesischen Essen 🙂
Im folgenden dann zu sehen: Unser Essen, die Esser und wie die „weiße“ Tischdecke rund um das liebe Essschälchen gen Ende aussah \*g\*



Die Pandas von Chengdu

Jo, nach meiner Ankunft hier und frühem Einschlaf- und frühem Aufwachzwang, dachten wir uns, dass es doch vllt ganz praktisch wäre, gleich mal den Panda Base Besuch in Angriff zu nehmen. Die Tiere werden nämlich morgens so um 9 rum gefüttert, deshalb empfiehlt es sich bereits um 7 aufzustehen.
Wie gesagt… damit hatte ich kein Problem! \*g\*
Raus zu den Pandas mit verschiedenen Bussen (die so klingen, als hätte der Fahrer eine Altglassammlung mit dabei) und damit auch raus aus Chengdu Mitte. Da fährt man an alten Häuserreihen vorbei, die verfallen sind, unten drin jedoch manchmal noch bewohnt oder mit Geschäft drinnen, während direkt dahinter gerade 3 neue Wolkenkratzer parallel emporgezogen werden!

Doch zu den Pandas. Kurz gesagt: Fotos über Fotos!
Zuerst waren wir bei den großen Pandabären, um denen bei der Fütterung zuzuschauen. Da kann man echt ewig zuschauen (wer mitschauen will, bitte hier klicken). Die Technik ist dabei echt faszinierend! Zuerst einige Blätter in den Mund kriegen, dann das ganze Bündel in die Hände nehmen und einmal rechts beißen… kauen… einmal links beißen… kauen.. immer schön abwechselnd. Achja, dabei schön bequem sitzen! Entweder gleich gegen den andern oder nen Buschen lehnen oder komplett aufm Rücken liegen 🙂

Die jüngeren Pandas (sub-adults) waren dann doch deutlich aktiver. Die hatten einen großen Spaß, sich gegenseitig in den Graben reinzuschubsen und ich einen großen Spaß dabei zuzusehen. Besonders als es dann auf die Rutsche ging und die sich dort auch runterpfefferten!

Die kleinen konnte man nur teilweise erspähen, als sie gerade Ausgang mit der Pflegerin hatten. Die waren drollig sag ich euch! Zum mitnachhausenehmen! Die Allerkleinsten sind allerdings nur hinter Glas zu beobachten und dort sind keine Fotos erlaubt, da die Pandajungen sehr augenempfindlich sind. Die Stille zu halten war auch sehr schwierig, als der eine Kleine sich durch eine Leiter hindurchgewunden hat und dabei immer wieder auf den Hintern gefallen ist!

Dann noch ein kurzer Ausflug zu den roten Pandas und nochmal zu den nun ruhenden Great Pandas.

Nach einem Durchgang durchs Museum sind wir nach knapp 5h raus aus dem ganzen Areal und mit knurrendem Magen zur Bushaltestelle. Am nächsten Busbahnhof (der nördliche?) habe ich dann das erste Mal so richtig chinesisch essen dürfen!
Die Restaurants sind hier wie eigentlich fast alle Geschäfte immer in so „Garagen-förmigen“ Räumen drinnen. 3 Wände zu, eine Wand offen. Heizung? Natürlich nicht!
Auf dem linken Teller: Auberginen. Das auf dem rechten hatte was anderes werden sollen, war nun aber Reis mit Ei und Tomaten.
Was soll ich sagen? Superlecker!!! Und: ja Mama, ich esse ab sofort Auberginen!

Ein kleiner fieser Preisvergleich: für den Preis der gesamten Veranstaltung (Anfahrt + Pandas + Essen) hätten wir in Amherst genau einmal in die DC gehen können (mit Anreise zu Fuß)!
Achja und so sehen hier in China übrigens Blumenbeete aus und daneben zu sehen ist echtes chinesisches Gras. Nicht sehr einladend zum draufrumtoben oder liegen!

Sodale, nun entlasse ich euch mit einem kleinen Spruch:
„When one tugs at a single thing in nature, he finds it attached to the rest of the world.“ (John Muir)