San1 Xia2 Da4 Ba4 – der Tag des Drei-Schluchten-Staudamms

Day 2 Drei-Schluchten-Staudamms (mehr zu dieser anzweifelbaren deutschen Namensgebung später)

Laut unserem Programm gab es heute Frühstück von 7-8 Uhr. Wir gehen also nicht zu spät um 7:15 Uhr in den Essenssaal. Dabei kommen uns bereits erste Gäste entgegen, die schon fertig mit dem Frühstück sind! Tatsächlich dann um 7:30 Uhr sind bereits 3/4 aller Leute fertig und schon weg und die eine Hälfte vom Buffet wird gleich mal abgeräumt. Um 7:45 Uhr sind schließlich nur noch 2 Tische übrig von 20 (wir sind der eine Tisch, der andere muss noch die Enkelin füttern – zu dritt natürlich: Opa hält das Kind, Oma versucht zu füttern, Mama hält das Handy auf dem ein Cartoon läuft, um das Kind abzulenken…). Um 7:50 Uhr rufen die Tourguides dann schon „panisch“ nach noch fehlenden Zimmernummern aus, die für die optionale Tour am Vormittag angemeldet sind. Draußen stehen schon diejenigen, die an der Tour teilnehmen. es regnet auch bereits, aber eine Regenjacke hat eigentlich niemand.

Generell werden auf der 5-tägigen Bootsfahrt vier verschiedene optionale Touren zusätzlich zu den Inklusive-Touren angeboten. Mein Fuss hat uns Schiffsruhe für den Vormittag verordnet (gerade laufen ging gestern nicht, also bin ich nur auf der Außenkante oder nur auf dem Vorderballen vom linken Fuß gelaufen, diverse Bänder und Muskeln haben sich daraufhin abends lautstark beschwert – etwas suboptimal).

Zum Mittagessen gab es wieder Buffet, ganz lecker. Dazu gibt es mit free refill lauwarme Cola und Sprite. Wir sind wieder 15min später gekommen, da war unser Tisch (runder Tisch für 10 Personen) tatsächlich noch voll (also alle da außer wir). Wir holen uns also Essen, zurück am Tisch sind auf einmal nur noch 4 weitere Leute, der Rest ist schon gegangen. Die übrigen vier sind aber alle happy uns zu sehen und freuen sich ganz doll wie toll wir mit den Kuaize essen können! Ja, Stäbchen-essen können wir schon eine Weile. 20min nach Essenanfang ist dann aber auch unser Tisch leergeräumt (bis auf uns natürlich).

Die Nachmittagstour ist schließlich der San1 Xia3 Da4 Ba4, zu deutsch häufig als der „Drei-Schluchten Staudamm“ bezeichnet. Wobei wir gelernt haben (von Wikipedia, nicht vom Guide), dass Staudamm eigentlich der falsche Begriff ist, genauer ist das Absperrwerk eine Gewichtsstaumauer! Einfach mal nachlesen 😉
Die drei Schluchten bezeichnet die drei Schluchten, durch die der Jangtsekiang, der auf Chinesisch Chang2 Jian1 heißt, fließt. Früher war dies ein teilweise reißender Fluß, mit der Staumauer ist das ganze um ca. 80m angestiegen.

An Bord hingen im Kreis Zettel aus, über die die Gruppeneinteilung für die Tour bekannt gegeben wurden. Genauer welche Zimmer in welche Gruppe kommen: unsere Zimmernummer – 417, die jede Servicekraft schon auswendig kennt, der wir aufm Schiff begegnen – war groß und fett und in blau dargestellt, die anderen Zimmernummern kleiner und rot. Jaja, auf uns wird einfach gut aufgepasst! Unser Guide wurde uns dann auch direkt persönlich vorgestellt: Ann, die echt gutes Englisch sprach, später dann im Wechsel zwischen Chinesisch und Englisch aber doch ein paar Schwierigkeiten mit dem andauernden Sprachwechsel hatte.
 
Los ging es wiederum mit dem Bus – das Schiff hatte sich bislang noch keinen Deut bewegt (!) – vorbei an der Staumauer und vorbei an den Schleusen. Kurz-Exkurs: es gibt hier die Staumauer selbst, einen Schiff-Lift für Schiffe bis zu 3000t (Dauer: 30min) und eine Schleuse, die aus 5 hintereinander Schleusen besteht (Dauer: insg. 3,5h). Bei der heutigen Tour konnten wir mal so richtig chinesische Reisegruppe spielen. Schon beim Verlassen des Schiffes bekamen wir alle unsere Victoria Cruise Umhänger und später im Bus den Busumhänger (mit unserer Busnummer 512, endlich mal richtiger Massentourismus!).

Nach der 40min Busfahrt, auf der wir kontinuierlich Erzählungen von Ann folgen durften, gab es einen Zwischenstopp: aus dem Bus raus, durch die Security mit dem Gepäck durch, dahinter wieder in den Bus rein, weiterfahren.
Dann hieß es schließlich aussteigen, auf Chinesisch zuhören, auf Englisch zuhören, Chinesisch zuhören, Englisch zuhören. Wir waren noch ein Stück weg vom eigentlichen Stauwerk, bei einem Aussichtspunkt neben den Schleusen. Zunächst schauten wir uns ein Modell der Talsperre an und lauschten dabei dem englischen Guide einer anderen Gruppe. Danach hieß es „so, ihr habt jetzt Freilauf in 20min ist Treffpunkt“. Also rauf auf den Aussichtspunkt, 3x im Kreis drehen und wieder runterrennen. Mannomann, das wär auf Dauer ja nichts für mich, schon garnicht mit dem laveden Fuß. Aber man konnte die Staumauer in der Ferne sehen und direkt in die Schleuse reinschauen. Ganz cool, die Schiffe fahren da drin nur super langsam, ein gemütlicher Spaziergang nebenher ist sicherlich möglich (wenn man da hin käme, wir schauten ja nur von oben hinab).

Von dort ging es schließlich wieder gemeinsam der Fahne hinterher runter zum Parkplatz: dort wartete aber nicht unser Bus auf uns, sondern es gab Minibusse für 10 Yuan extra oder man läuft die Strecke… jaaaa, Fuß und so… Minibus! Wie glaube ich alle anderen auch, nur nicht mit so guten Ausreden 🙂 Damit sind wir vmtl keinen Kilometer zur Staumauer selbst gefahren: man sieht die nur von der oberen Flussseite, wir waren also nicht am Fuß der Mauer, aber trotzdem ganz beeindruckend! Aber auch hier gilt, nicht zu lange aufhalten, die Zeit ist begrenzt, nach 20min haben alle wieder am Bus zu sein!

Zurück am Schiff gibt es dann um 20:30 Uhr dann die Abendshow: eine Kostümshow. Erst chinesische traditionelle Kleidung durch die Zeit, welche Dynastie hatte welche Kleidung mit ein paar Tanzeinlagen, später dann auch Minoritätenkostüme, eine Liebesgeschichte und immer mal wieder Showeinlagen der Jungs. Alle Tänzer und Darsteller: Service-Kräfte des Schiffes! Man muss hier sehr vielseitig sein 😉
Schließlich, die Show ist rum: alles steht auf und geht! Felix und ich unterhalten uns noch kurz und zack, sind wir die letzten Gäste im Raum – mal wieder aufgefallen! Also sicherlich nicht unangenehm, das Bordpersonal hat ja auch öfters pure Ausländergruppen, die kennen das also. Aber wo bei uns viele sitzenbleiben würden, um auch an der Bar noch was zu trinken – hier geht jeder zu sich „nach Hause“.

Am Abend hatten wir übrigens (endlich!) mal abgelegt!!! Darauf hatte ich schon echt gewartet, wir sind ja schließlich auf einem Schiff und keiner Bootsanlegererweiterung!

Unsere erste Kreuzfahrt auf dem Chang2 Jiang1

Day 1

Wollen sie ein Upgrade? Nächste Zimmerkategorie nur 500 Dollar mehr!

Ja, wo gibt es denn sowas? In einem normalen Hotel jedenfalls nicht. Aber wir hatten für die nächsten Tage auch kein normales Hotel gebucht, sondern ein schwimmendes. Unsere erste Kreuzfahrt stand bevor. Jetzt nicht so ein Klassiker wie die Aida oder ähnliches, sondern eine Flusskreuzfahrt auf dem Jangtsekiang von 3-Schluchten Staudamm in Yichang bis zum Schiffbarkeitsende in Chongqing. Unser Schiff: die Victoria Grace, ein im Vergleich zu manch anderen Cruisern vielleicht etwas älteres und kleineres Schiff, aber dafür viel gemütlicher. Die haben knapp 100 Zimmer (jaaa, Kajüten) und davon einige wenige Suiten. Wir hatten normal gebucht aber vielleicht sahen wir ja als Ausländer nach besonders viel Geld aus. Wie das mit unseren Backpackerrucksäcken zusammen passt, weiß ich aber nicht 🙂

Unser Zimmer war auf Deck 4, 2 Betten, kleines Bad, kleiner, schöner Balkon. Vollkommen in Ordnung, wir brauchen keine Suite, für die wir auch noch zu geizig wären. An Bord sind wir am Abend gegangen, nachdem wir unsere Anfahrt zum Bus erfolgreich angepasst hatten.
Eigentlich war für uns geplant gewesen, dass wir an den Ostbahnhof von Yichang müssen, um dort in einen Bus zum Schiff zu steigen. Schlau wie wir waren, hatten wir unser Hotel in Yichang aber bereits in der Nähe des Fährterminals gebucht und wollten jetzt eher nicht durch die ganze Stadt zum Ostbahnhof jetten. David und Jules Chinesischlehrerin, die die Fahrt auch für uns gebucht hatte, hat das aber zum Glück hinbekommen, dass die uns auf die Abfahrtsliste ab dem Fährterminal gesetzt haben. Dort vor Ort fand man dann Ewigkeiten Felix Eintragung überhaupt nicht, aber wer blickt da schon durch. Mit dem Bus wurden wir dann 45min lang aus der Stadt raus in einen Vorort oberhalb des Staudamms gebracht, wo das Schiff lag.

Am Bord war erstmal kein Essen oder Programm mehr für den Tag geplant, es war aber auch schon Abend. Wir hörten die ersten Durchsagen auf dem Schiff: die erste war komplett auf chinesisch, dann kam ein Satz „This announcment is not for non-chinese passengers :-)“, vmtl war es das Schiffsbriefing, dasss wir schon privat von Bobo, dem Riverguide bekommen hatten. Ansonsten sind die Durchsagen allgemein erst auf chinesisch und dann auf englisch, wobei die englische nuuur für uns ist, denn wir sind die einzigen 2 Ausländer an Bord! Ja, wirklich. Es gibt 184 Gäste an Bord und über 100 Servicekräfte – aber darunter eben nur 2 Ausländer: wir!

Zum Onkel Doktor in Yichang

… von netten Krankenschwestern, die sich als Tourguide im Krankenhaus anbieten, Registrierungsgeführen im Krankenhaus, Krankenhausakten nur mit Vornamen und Hotel als Adresse und der kürzesten Wartezeit und Behandlung jemals!

Mehr Details kommen noch nach, drückt mir erstmal die Daumen gegen den Fußpilz (im Fußbett, sowas von gemein) und könnt ja mal grob schätzen, was wir im Krankenhaus bezahlen durften 😉

Wie versprochen, der detaillierte Nachtrag:

In meinem Fußbett hatte sich schon seit einigen Tagen immer wieder ein juckendes, später auch ein schmerzendes rotes Etwas gebildet hatte (genauer bei beiden Füßen, aber der rechte war schon wieder auf dem rechten Weg). Um zu umgehen, dass ich darüber abrollen muss (es war angeschwollen), hatte ich bislang stets versucht seitwärts abzurollen oder nur auf dem Vorderballen zu gehen. Dabei wirken Muskelgruppen mit, die sich bei mir bislang nicht vorgestellt hatten, dies dann aber beeindruckend taten. Da dies so langsam das Laufen ernsthaft beeinträchtigte, entschlossen wir uns unsere frühe Ankunft in Yichang zu nutzen und einen Arzt aufzusuchen.

So direkt zu einem Arzt geht man oft garnicht hier, schon garnicht an einem Sonntag. Also online mithilfe von global doctors und auch einer von China bereitgestellten Seite für Ausländer ein Krankenhaus in Yichang gefunden, dass auch englisch-sprachige Ärzte hat, das Yichang Central People´s Hospital of Hubei (Hubei ist die Provinz). Zum Krankenhaus haben wir uns einfach vom Didi fahren lassen.

Das Krankenhaus selbst besteht aus mehreren Gebäuden (wie bei uns), welches nun das richtige ist… das ist so die Frage. Am größten Gebäude direkt an der Straße stand was von „Schlaganfall Patienten“, „Outpatienten“ und ich glaube „Emergency irgendwas“. Klang nicht so nach dem was wir suchten, also sind wir um das Gebäude herum, die Treppen hoch und zum nächsten Gebäude. Dort gab es eine kleine Rezeption, wo eine Schwester stand. Sie konnte kein Englisch aber es war schnell klar, dass sie wissen wollte, was wir haben. Ich war vorbereitet und hatte die Worte „Fuß“ und „wehtun“ schon nachgeschaut, wie so einige andere potentiell nötige Worte auch. Die Schwester ließ sich den Fuß zeigen und nutzte dann wiederum ihren Translator um uns den Begriff „Dermatology“ zu zeigen. „Dui dui dui“, ja richtig gut, sinma dabei. Erst wollte sie uns den Weg beschreiben, entschließ sich aber kurzerhand uns einfach zu führen. Supernett, wir fühlten uns gleich gut aufgehoben. Der Schwester hinterher und aus dem Gebäude raus, irgendwo zwischen Gebäuden hindurch und in ein anderes rein (wir wir später feststellen sollten, das große Gebäude, dass wir vorhin außer Acht gelassen hatten, nur betraten wir es nun von hinten). Die Schwester übergab uns dort an eine zweite Schwester, die ebenfalls kein Englisch konnte. Diese durchlief mit uns dann den Registrierungsprozess. Irgendwie gab es auf zwei Stockwerken ähnliche Schalter. Am oberen erkundigte sie sich, was wir tun müssen, ging dann mit uns zum unteren Schalter, dort wurde ich angemeldet – natürlich mit Reisepass. Lustig war aber, dass die Dame am Schalter nicht wusste was der Vor- und was der Nachname ist. Die Vokabeln habe ich jetzt nicht gerade nachgeschaut. Wir haben dann auf meinen Nachnamen gezeigt und den als „Jia Mingzi“ Familienname (so hoffentlich übersetzbar) beschrieben. Im Endeffekt landeten aber doch meine beiden Vornamen als vollständiger Name auf der Karteikarte. Vielleicht war ihnen der Nachname aber auch einfach nur zu kompiliziert! Eine Adresse wollten sie noch haben, hier reichte ihnen aber unser gegenwärtiges Hotel. Ich bekam einen Aufkleber mit Barcode (mein Krankenhaus-interner Ausweis) und die Krankenschwester nahm uns wieder mit hoch zur oberen Schalterkette (vermutlich die Kassenschalter). Dort durfte ich meinen neuen Barcode vorzeigen und die Registrierungsgebühr von 5 Yuan zahlen (für die, die es nicht wissen, das ist nichtmal ein Euro!). Alles zusammen hatte keine Viertelstunde gedauert!

Die Schwester begleitete uns schließlich noch zum Dermatologen. Auch hier gab es eine Rezeption, hinter der mehrere Damen diesmal standen. Die Krankenschwester übergab uns an diese. Ich wurde auf die Warteliste mit aufgenommen und gebeten zu warten. Es gab ein großes Display, wo einiges in chinesisch stand, aber das Erscheinen meines neuen nur aus Vornamen bestehenden Namens war dann doch recht eindeutig, es waren alles Patientennamen. Wir saßen keine 5min, da blinkte mein Name. Eine Schwester fing meinen hilflosen Blick „Und nun?“ auf und begleitete mich in das entsprechende Zimmer, das vermutlich angezeigt wurde. Der recht junge Arzt konnte doch einiges Englisch, es reichte für den groben Austausch. Er besah sich meinen Fuß, fragte mich, wie sich die geröteten, juckenden Stellen denn anfühlen („kugelig“) und gab seine Diagnose auf Englisch, die wir nicht verstanden. Aber mein Verdacht lag ja schon vorher auf Fußpilz, also zeigte ich ihm meine dazu vorbereitete chinesische Übersetzung – Tatsache, genau das meinte er. Rückwirkend verstanden wir dann auch seine englische Diagnose: „Fungal disease“. Auf Englisch hatte ich mein medizinisches Vokabular nicht vorbereitet! 🙂 Ich war jedenfalls heilfroh endlich eine ärztliche Diagnose zu haben, wenn man weiß was man hat, kann man es doch deutlich besser behandeln! Sein zweiter Kommentar dämpfte die Freude aber etwas. Er zeigte auf meine Hornhaut am vorderen Fußballen, der sich gerade am schälen war (vom wandern) und meinte, das sei auch alles Fußpilz. Äh, ne. Das ist normal bei mir! Wie auch immer, wir bekamen ein Rezept für eine Salbe (2-mal täglich einschimieren, am besten den ganzen Fuß, das klang sehr kompetent) und waren fertig.

Raus also wieder zum Kassenschalter, die Behandlung und die Medizin bezahlen. Na, gab es schon Vorstellungen von horrenden Beträgen? Ganz im Gegenteil! 20 Yuan sollte ich für beides zusammen bezahlen. Nichtmal drei Euro. Das lohnt sich ja nichtmal bei der Auslandskrankenversicherung einzureichen! Vereinfacht das ganze 😉 Vom Kassenschalter ging es dann ums Eck zum Apotherschalter, das Rezept und den Bezahlbeleg vorgezeigt und schon erhielten wir die entsprechende Salbe. Raus aus dem Krankenhaus (ja, wir verließen tatsächlich das große Gebäude durch den „Outpatient“ Ausgang) und das wars.

So einfach kann Krankenhaus sein!

Tian Tou Zhai – Wulingyuan in 26h

Heute war Reisetag! Also eigentlich nicht nur heute, die längste Reiseverbindung bislang. Morgens hieß es in Tian Tou Zhai Village Abschied nehmen von Hund-Katze-Maus (leider haben wir Heihei nicht mehr tschüss sagen können, da er bereits beim Tierarzt in Guiling war, wegen irgendwelcher Impfungen). Bei einem anderen Hostel hatten wir vortags westliches Frühstück entdeckt und gleich vorbestellt, somit gab es zum ersten Mal seit Tagen wieder westliches Essen: für Felix ein riesiger Pfannekuchen, für mich French Tosh (hier war er richtig geschrieben, aber seit Kambodscha ist es nunmal French Tosh für mich).

Dann folgte der Abstieg nach Dazhai (runter etwas mehr als eine halbe Stunde) – wir hatten uns diesmal die kleinen Rucksäcke oben in den großen Rucksack reingequetscht (bei mir gequetscht, da mein Zug nunmal das DIN A4 Format nicht unterschreiten kann, bei Felix wunderbar reingefaltet). Dann ging es weiter mit dem Bus, den wir im Hostel bereits vorreserviert hatten. Ähnlich wie beim Didi erhält man daraufhin die Kennzeichennummer des Buses. Am Bus selber steht eigentlich nie, wo er hinfährt.

Mit dem Bus ging es also wieder nach Guilin. Dort suchten wiru ns vor der Weiterfahrt in Bahnhofsnähe noch ein Mittagessen. Eine der Kellnerinnen konnte etwas Englisch und war total begeistert mit uns in einem Chinesch-Englisch Gemisch zu reden. Sie hatte einmal bereits eine Reise nach Paris gemacht erzählte sie. Gemeint hat sie: sie hat schon eine Europatournee gemacht, nur in Paris gestartet. 10 Tage, 5 Länder, darunter auch Deutschland, wobei sie hier nur Frankfurt am Main angeschaut haben. Immerhin, konnten wir ihr somit leicht vermitteln, wo wir herkommen 🙂 Schließlich zeigte sie uns noch ein kleines Milchpäckchen Oldenburger Milch und wollte von uns wissen, ob das echt sei. Anscheinend sind gefälschte Produkte nicht unüblich und sie wollte wissen, ob das wirklich aus Deutschland sei und ob die Marke bekannt sei. Wir kannten sie zumindest nicht, sie ist wohl aus der Gegend um Bremen – wir haben ihr zuliebe aber gesagt, dass es vermutlich echt sei 🙂

Der nächste Hochsicherheitsbahnhof wartete auf uns. Nachdem das Gepäck wie üblich seinen eigenen Sicherheitscheck durchlief, durften wir wieder durch das Büpper-Gate treten und egal ob es gebüppt hat oder nicht – es musste eh jeder nochmal zu der Dame mit dem Büpper-Handgerät. Ich mache mir inzwischen also nicht mehr die Mühe alles Metal aus meinen Hosentaschen zu entfernen (Handy, Geldstücke), es macht keinen Unterschied!

Mit der Bahn sind wir nicht allzu lange, nur bis Liuzhou gefahren. Dieser Ort ist auch denjenigen, die Chinas Süden kennen wohl weniger ein Begriff, denn er hat wenig touristisches zu bieten. Daher kommen hier auch eher keine Ausländer herAber: hier gibt es sowohl einen Bahnhof an dem die Schnellzüge halten, mit denen wir bisher stets durch die Gegend gefahren sind und es gibt einen Bahnhof an dem der auf normaler Strecke fahrende Nachtzug startet, der unser nächstes Reisemittel darstellen sollte.

Wir waren aber noch etwas früh dran für den Zug also liefen wir erstmal etwas spazieren entlang vieler Geschäfte – voll bepackt natürlich. Großer Rucksack hinten, kleiner Rucksack vorne. Die Gegend war gut belebt und so konnten wir Moped-Tennis beobachten. Wie das geht? Ein Moped kommt uns auf der Straße entgegen, sieht die Ausländer mit Riesengepäck und der ungläubige, staunende Blick bleibt schließlich auf uns geheftet, während das Moped weiterfährt. Wie Zuschauer, die bei einem Tennisturnier auf Netzhöhe sitzen und stehts den Ball mit dem Kopf verfolgen. 😀
An einer Stelle war vor einem Geschäft eine ungewöhnlich lange Schlange. Wir blieben also auch mal stehen und gafften was das Zeug hielt – was Chinesen können, können wir auch! Hier wurden Enten in einem großen Dampfdrucktopf gegart/gekocht. Einen Moment hingen noch zwei Entenköpfe aus dem offenen Topf raus, im nächsten Moment war der Deckel zu und die Schrauben wurden angezogen. Die scheinen sehr beliebt zu sein. Dort stehend schlich ein Schulmädchen um uns herum, machte erst heimlich Fotos von hinten und dann recht offensichtlich / heimlich von vorne. Auf mein „Ni hao“ kam von ihr ein kurzes „Hello“ und dann ein verschmitztes verstecken ihres Gesichtes hinter ihren Händen. Weggelaufen ist sie aber nicht. Wohl eher über Handy ihrer Freundesriege mitgeteilt, was eben passiert ist. Aufregung pur!

Ein Stück weiter haben wir eine kleine Bäckerei entdeckt, echt viel Auswahl und echt leckere Sachen dabei. War ja klar, dass kurze Zeit später ein gewisses Schulmädchen auch Interesse an den Leckereien hatte 🙂 Wir haben uns ein paar Teilchen geholt und im „Cafe“ Bereich hingesetzt. Dort saßen auch weitere Schüler und haben Mathe bzw. Physik Aufgaben gelöst. Mein erster Gedanke war, da könnten die Aufgaben ja total ähnlich zu unseren aussehen und auch für nicht-Chinesen verständlich sein. Aber ne, zu Schulzeiten hat man ja noch viele Textaufgaben.

Ich war jedenfalls mal so frei, einfach über den Tisch zu greifen und ein Foto davon zu machen. Ganz ohne schlechtes Gewissen und Berührungsängste – ich lerne hier dazu 😀

Von dort aus ging es dann per Didi (natürlich mal wieder ein weißes Auto – wie so oft) zu dem besagten Nachtzugbahnhof. Der ist doch etwas weiter außerhalb, was heißt, dass er noch in der Stadt ist, wir aber doch ein ganz schönes Stück fahren mussten. Wie mir immer mehr auffiel. Nur selten haben die Straßenkreuzungen Ampeln. Eine zweispurige 4er Kreuzung rechtfertigt noch lange keine Ampel! Man fährt halt zu, spricht sich ab oder hupt sich schlicht seinen Weg durch. Für mich irgendwie unvorstellbar, hier gang und gebe. In Kambodscha sind die Autos mehr vorausschauend und mit Rücksichtnahme gefahren, das ist hier leider weniger der Fall. Vorausschauend ja, aber nur um die anderen rechtzeitig aus dem Weg zu hupen und möglichst selber durchzukommen.

Der Nachtzug ging erst kurz vor 21 Uhr, es war also immernoch viel Zeit. Erstmal Abendessen bei einem der Minirestaurants nahe bei. Man überschlug sich fast vor Freude, uns in ihrem Restaurant zu haben. Leider wenig Bilder in der Karte, aber mit den paar Brocken chinesisch und der Google Translate App konnten wir schließlich was bestellen. Getränke musste man sich am Kiosk nebenan holen. Was haben die gestaunt, als wir uns aus Bier und Sprite dann ein Radler mischten. Dass Ausländer immer Bier trinken ist so ein gängiger Glaube. Aber dieses Gemisch…

Ein bischen wollten wir uns dann noch bewegen und sind zwei Straßen weiter gelaufen. Da war ein Kindergarten mit einem riesigen Hof davor. Da Sonntag war, war der zu aber die Fläche davor (teilweise ausgelegt mit polsternden Plastikmatten) war voll mit Familien, die mit ihren Kindern spielten. Mal nur rennen und fangen spielen, mal Fahrrad mit Stützrädern fahren lernen (das so schlecht eingestellt war, dass das Mädel mit dem Füßen eigentlich immer abgerutscht ist). Ein Vater kam dann auf uns zu und fand es wahnsinnig spannend sich mit uns zu unterhalten. Sein kleiner Sohn übersetzte noch den ersten Satz (Nimen shi na guo? – Woher seid ihr?), als er aber merkte dass wir das auch auf chinesisch verstanden, verzog er sich lieber schnell, das war ihm zu peinlich. Später kam dann noch seine Mutter dazu und wir mussten natürlich noch Fotos von uns machen. Das konnte ich auch!

Der Nachtzug kam, sah und siegte! Wir hatten soft-sleeper Plätze (also erste Klasse) in einem 4er Abteil. Waren aber erstmal nur wir zwei. Die Schaffnerin kam, nahm uns unsere Tickets weg und gab uns dafür feste Platzkarten (vorm Ausstieg tauscht man die dann wieder um). Das erste Stück Weg haben wir noch  rausgeschaut: es ist faszinierend, wenn man mal nicht in durchweg beleuchteten Gegenden ist. Viele einzelne Häuser und selbst Dörfer unterwegs, kaum beleuchtet, hin und wieder ein Haus, das mit einer einzelnen Glühbirne komplett von innen zu erstrahlen scheint. Und dann ein blendender Lichtstrahl der die Finsternis durchschneidet – wenn ein Auto vorbeifährt.

Insgesamt waren wir 11h unterwegs, leider war es im oberen Bett ein heiß-kalt Wechsel: war die Klimaanlage an der Decke an, musste man sich unter die dicke Decke verkriechen. War sie wenige Minuten später wieder aus, war unter der Decke Saune pur, also alles was geht wieder rausstrecken… bis die Klimaanlage wieder anging…

Kurz nach Mitternacht stiegen unsere zwei fehlenden Zimmergenossen ein, ich habe das aber mal ignoriert und mich auf mein Temperatur-Wechselbad konzentriert. Am Morgen erst stellte ich dann fest, dass es ebenso zwei Laoweis waren, aus Kanada. Sie waren für 2 Wochen Urlaub in China. Fast schon auf chinesische Art 🙂

Angekommen in Zhangjiajie nahmen wir wiederum einen Bus nach Wulingyuan, mal eine kurze Reise von nur 1h. Durch die Pseudosicherheitskontrollen hindurch, irgendwie  den Bus gefunden und ohne Ticketkauf eingestiegen. Unterwegs hielt dann der Bus mitten auf der Straße und eine Frau stieg ein, der wir das Geld für den Bus bezahlten. Später hielten wir für eine andere Frau, die einstieg, zählte wieviele wieviele im Bus saßen und das schriftlich festhielt. Keine 50m später hielt der Bus an der Straße und ein alter Mann mit Enkel stiegen ein 🙂 Soviel zur Dokumentation.

Unser Hostel in Wulingyuan war zum Glück sehr nah am Busbahnhof und wir fanden es auch recht schnell.

Geschafft, am Ziel!

Dorf zwischen Reisterassen – Tian Tou Zhai Village

Unser Ziel: die Reisterassen bei Longsheng. Es gibt in der Gegend mehrere  Täler, in denen Minderheiten leben, die seit mehreren hundert Jahren (eine Quelle sagte seit der Ming Dynastie) Reis in Terassen, die sich gesamte Berge hochziehen, anbauen.

Mit dem Zug waren wir wiederum nach Guilin gefahren, um dort mit viel zuviel Zeit im Gepäck noch ein wenig durch die Stadt zu stromern. Es gibt dort den Elefantenfelsen. Natürlich in einem Park, für den man nochmal dicke Eintritt zahlen muss und um das Geschäft zu verbessern, die kostenlosen Ausgucke hat zuwachsen lassen. Wir haben uns mit dem bischen durch die Bäume gucken zufrieden gegeben und den vollen Felsanblick auf den überall hängenden Plakaten genossen.

Wir waren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln da hingefahren. Also mit Bussen, für die man je Fahrt und Nase einfach 2 Yuan in ne Kiste schmeißt. Da wir nur nen 10 Yuan Schein als kleinstes hatten, wollten wir fragen, ob man uns wechseln kann. So komplett sind wir noch nie ignoriert worden. Der Busfahrer hatte wohl keine Lust, sich mit uns abzugeben. Wir sind also ohne zu bezahlen eingestiegen, das hat ihn auch nicht gestört. Als wir aber weiter zum Busbahnhof wollten, war es etwas kompliziert. Der Bus, den wir nehmen wollten, kam nämlich nicht! Und sowas wie Zeitpläne gibt es nicht an den Bushaltestellen. Es steht zwar da, welcher Bus hier fährt, aber wenn Zeiten genannt werden oder Zeitabstände, wann einer fährt… wir haben es nicht herausfinden können! Also: nehmen wir doch einfach ein Taxi! Es kam nur keins. Nur besetzte. Und die Zeit wurde knapp. Also ein Didi! Das kam auch, hielt aber auf der anderen Straßenseite. Die Straße war durch ein Gatter in der Mitte fürs überqueren gesperrt, Übergänge links und rechts jeweils ein ganzes Stück weg. Die Didi-App sagte nur „Your driver is waiting“. Jo, wir auch, nur auf der anderen Seite 🙂 Der Didi-Fahrer setzte schließlich dazu an weiterzufahren, wohl um mit U-Turn zu uns zu kommen, das ging aber verkehrstechnisch eine ganze Weile nicht und schließlich sagte der Fahrer unsere Fahrt wieder ab. Wir also weiter ohne Bus, Taxi oder Didi. Aber irgendwann kam doch ein Taxi und brachte uns zum Busbahnhof, wir fanden durch Nachfragen den richtigen Bus und waren gerettet – ab nach Dazhai!

Dazhai ist ein Ort in einem der Reistäler. Weiter fahren die Busse nicht in dieses Tal hinein. Nach 2,5h Fahrt schnappten wir uns also unser gesamtes Gepäck, woraufhin uns Frauen bequatschen wollten, sie unser Gepäck tragen zu lassen. Sie haben oft traditionelle Kleidung an und Holzkörbe auf dem Rücken. Aber wozu haben wir Wanderrucksäcke, wir wollten wandern (und außerdem dafür kein Geld ausgeben 😉 ). Felix hatte ein Hostel recht weit oben an der Spitze der Reisfelder im Dorf Thai Tou Zhai gebucht. Von denen hatten wir also mittels WeChat eine Wegbeschreibung bekommen, bestehend komplett aus Bildern. Markante Kreuzungen oder Wegpunkte waren jeweils mit Pfeilen markiert, wo man hinzugehen hatte.

Durch das Dorf Dazhai hindurch, eine Oma (das soll nicht abwertend klingen, wir haben in unserer Zeit da oben alle alten Damen in traditionellen Gewändern so genannt) auf auf den Fersen, die uns unbedingt mit zu sich nehmen wollte, damit wir bei ihr essen. Vmtl um Hühnchen im Bambusrohr serviert zu bekommen, ein anscheinend typisches Gericht für da oben, aber auch mit Abstand das teuerste – na klar! Wir wollten aber erstmal zu unserm Hostel, die Dame ließ noch recht lange nicht locker. Aus dem Dorf hinaus ging es über die hier überall vorhandenen Steinstufen und Wege. Direkt oberhalb Dazhais beginnen die Reisterassen. Natürlich ging es vorallem bergauf, aber insgesamt durch schöne Landschaften. Mal auch über eine Baustelle, wo über einen Flaschenzug gerade Material aus dem Tal angeliefert wurde, mal vorbei an Arbeitern auf den Feldern, die hauptsächlich damit beschäftigt waren, ihre Terassenfelder umzupflügen.

Zu dieser Jahreszeit werden die Felder vorbereitet, manche sind schon geflutet (durch ein extra angelegtes Kanalisationssystem von oben nach unten), viele noch nicht. Mal wird in den gefluteten Terasse umgegraben, mal in den noch trockenen. Mal mit einer kleinen Maschine, die aber trotzdem noch viel Körperkraft erfordert, mal nur mit einer Hacke. Dabei werden auch die Terassenränder mit vorbereitet, von Bewuchs befreit, in Form gebracht und geglättet. Ist mal der Reis gepflanzt, sind diese Ränder die Wege zum vorwärtskommen (zwischen den Feldern, ansonsten weiterhin die Steintreppen). Für Großtransporte gibt es die Flaschenzüge (ab und zu), Pferde und nach Thai Tou Zhai auch eine echte Dirtroad. Also eine, die ohne Jeep nicht befahrbar ist. Auf dieser Straße muss man das Wort Schlagloch nicht verwenden, man braucht eher ein Wort für seltene Abschnitte grader Oberfläche – die waren nämlich kaum vorhanden!

Im Dorf angekommen mussten wir trotz Wegbeschreibung sehr genau hinschauen. Tian Tou Zhai liegt sehr hügelig mit engen Steingassen zwischen den Häusern. Man weiß aber nicht immer, wohin manche Wege jetzt führen! Geht es nun in einen Hinterhof, ist dass quasi die Zufahrt? Mal führte ein Weg über Hauseingänge weiter  raus auf andere Wege, mal führte ein Weg tatsächlich in einen Hinterhof zu den Schweinen. Überall waren immer mal wieder Wachhunde, in der Regel aber ohne Leine und voll verpennt.

Unser Hostel war ein dreistöckiges Haus (also 2 Obergeschosse) mit einem einladenden Hof, fast ein wenig Bauernhof-like – vermutlich war oder ist es genau das! Im Hof wurde man direkt von kleinen Pelzknäulen begrüßt: die Hundewelpen Xinxin („Herz-Herz“) und Heihei („Schwarz-schwarz“). Xinxin ist ein weißes Wuschelwesen, das immer nur jault, wenn Heihei, der spielwillige Schwarze, ihn wieder versucht umzuwerfen oder ihn in die Ecke gedrängt hat. Das Umwerfen kann Xinxin aber am besten selber: er muss dazu nur den einzigen Bordstein im Hof runterspringen, er ist dabei noch jedesmal, wenn ich ihn gesehen habe auf die Seite gefallen. Ein großer wuscheliger Tollpatsch! Das Hostel selbst war ganz aus Holz, die Zimmer dementsprechend luftig (jetzt voll ok, im Winter muss das ganz schön kalt sein!), die Zimmer mit gut altem Teppich (der 10cm hohe Falten schlägt) ausgelegt (weniger schön) und wir mit dem vermutlich einzigen Westler-Klo das nicht gerade große Los gezogen. Einmal das Klo benutzt und das Bad stank nach Kloake. Zudem lief das Abwasser vom Waschbecken gleichermaßen runter in die Rohre wie raus ins Badezimmer. Nach einer Nacht baten wir um ein chinesisches Klozimmer, eine Wohltat! Die Dusche dazu war mal wieder im gleichen Raum, ohne Abtrennung, der Duschabfluss ist das Loch vom Klo, das Warmwasser wird mit der Gasflasche, die nebenan steht erwärmt. O-Ton Felix: „Die beste Dusche bisher im Urlaub!“ – nein, nicht ironisch gemeint!

Der erste Abend war noch schön, wir bestellten unser Abendessen draußen im Hof. Etwas frisch war es auch, Pelzknäul Nummer 3, die weiße, alte Katze umstrich unsere Füße und maunzte ohne Ende, Pelzknäul Nummer 4, die junge, sowas von süße, putzige getigerte Katze maunzte nur kurz und sprang einfach schließlich auf meinen Schoss, wo sie gemütlich wegpoffte. War ja schön warm bei mir 🙂 Lies sich auch umhertragen, als ich mir anschaute, wie unsere Gastgeber unseren bestellten „Reis im Bambusrohr“ in der Außenfeuerstelle bruzelten.

Noch bevor unser Essen kam, fing es aber auch schon an zu regnen, leider leider eine Weissagung der nächsten Tage. Am nächsten Morgen (nach überstandener Gestank-Nacht) wechselten wir das Zimmer und verbrachten den Morgen gemütlich mit spätem Frühstück (fried noodles!). Nachdem der Regen sich manchmal weniger stark war, schnappten wir schließlich Regenjacken und Schirm (ja, nur einer) und machten uns auf zu den drei recht direkt umliegenden Aussichtspunkten. Zumindest war das der Plan. Ein Glück gibt es immer wieder überdachte Stellen. Mal gehören sie zu Häusern/Hostels, mal sind es Aussichtsplattformen. Wir haben jede von ihnen ausreichend lange genutzt. Aber hej, wir haben ja Urlaub und Zeit. Am Ende haben wir den vollen Nachmittag mit der „Wanderung“ zum ersten Aussichtspunkt (yi hao = Nummer 1) verbracht, ein echtes stop-and-go. Zum Schluss standen wir ganz oben, auf einer Aussichtsplattform, die aus, wie könnte es auch anders sein, drei verschachtelten Aussichtsplattformterassen (Teekesselchen!!!) besteht, wir haben mal geschätzt mit Platz für ca. 400 Leute. Der Regen hatte (kurz) aufgehört und wir standen zu zweit (!) ganz alleine da oben, nice! 🙂

Zurück dann wieder mit stop-and-go und schließlich wieder superleckeres Abendessen im Hostel. Unsere Gastgeber: zwei Frauen managen das ganze, zwei weitere Frauen plus hin und wieder „der Vater“ teilen sich das kochen. Und natürlich Fellknäuel 1-4!

Der nächste Tag startete wieder mit etwas Regen… was auch sonst. Es war insgesamt aber leichterer Regen, also starteten wir unsere Wanderung Richtung Ping An, einem weiteren Dorf mit Reisterassen, das bei vielen bekannter ist, da es direkt von der Hauptstraße aus erreichbar ist. Zuerst ging immer an den Höhenlinien der Reisterassen entlang. Dann etwas Aufstieg mit kleinem Rastplatz, wo uns natürlich wieder eine Oma erwartete, die uns für ein Mittagessen in ihrem Dorf verpflichten wollte und auch Wasser aus ihrem Tragekorb verkaufte. Ein nein wollte auch sie nur sehr schwer akzeptieren. Aber lustig allemal.

Es regnete zwischendrin immer mal wieder. Aber nur superkurze Regenphasen. Zwar soviel Regen, dass wir uns unter Felix Schirm unterstellen mussten, um nicht super nass zu werden, aber doch so kurz, dass man eigentlich nie mehr als eine Minute da stand. Dafür gab es doch recht viele solcher Minuten!

Später kurz vor dem Zwischendorf Zhong Liu ging der Weg nur sehr abenteuerlich weiter. Anscheinend wurde er zugunsten eines Straßenbaus wegoptimiert, da die Standardwanderroute dort aber langführt, einfach mit ein paar Steinen im Lehmboden ausgeholfen, zur Seite vertikaler Wegfall jeglichen Halts. Auf dem Hinweg sind wir über den Abenteuerweg, auf dem Rückweg einfach über den Neubau der Straße (und ihren tiefen Schlamm… seufz, voll reingedappt). Das Dorf hat noch seinen alten Teil, man sieht aber ins Tal hinein sehr gut, wo ein neues Haus nach dem nächsten gebaut wird und leider leider sieht man auch den Fortschritt in Hinsicht dieser neuen Straßen. Sie wurde viel zu oft massiv in den Berg geschnitten. Teilweise wurden dafür auch einfach Reisterassen weggeschnitten, man kann die Berge hinaufschauend die Straße immer verfolgen, in dem man die abgeschnittenen roten Stellen am Berg verfolgt. Aber gut, woanders fällt es nur schon nicht mehr auf, weil alles überwachsen ist. Schade ist es trotzdem irgendwie. Vom Tal aus stiegen wir nochmal den nächsten Berg auf und wurden, wer kann es erraten (?) an der Spitze auch gleich von einer Oma empfangen. Die wollte einfach nicht locker lassen. Setzte sich auch zu uns, als wir dann Kekse auspackten und nahm auch von den Chips, die ich ihr anbot. Unsere Rettung waren dann zwei weitere Ausländer, die aus Ping An kommenden den zu uns umgekehrten Weg wanderten. Denen heftete sich die Oma direkt an die Fersen und verfolgte sie den gesamten Weg zurück ins Dorf 😀 nach ausgiebiger Pause traten wir auch den Rückweg an. Für den gesamten Weg nach Ping An hätte man schon im frühen Morgenregen loslaufen müssen.

Dafür war dann noch der nächste nicht besuchte Aussichtspunkt vom Vortag, die Nummer 2 dran. Mit chinesischen Touristen hatten wir dann noch Spaß, da sie uns entgegenriefen „Yi hao“ („Nummer 1“), um zu fragen, ob sie auf dem richtige Weg zum Aussichtspunkt Nummer 1 sind und wir aber nur „Ni hao“ („Hallo“) verstanden und entsprechend antworteten, bis wir den Irrtum bemerkten. Die haben sich schlapp gelacht. Lauthals natürlich und so dass wir es mitbekommen, so sind se halt 🙂

Karstkegel von Xingping

Yangshuo ist touristisch sehr bekannt für seine Karstkegel. Somit sind wir also nach Yangshuo gefahren. Eigentlich. Der Bahnhof von Yangshuo ist noch ziemlich neu und liegt aber nicht gerade direkt neben oder in Yangshuo, sondern einiges außerhalb. Näher dran ist der Ort Xingping und in diesem hatten wir in der Hoffnung auf etwas weniger (chinesische) Touris auch unser Hostel gebucht. Der Plan ging in soweit auf, als dass tagsüber zwar viele chineische Reisegruppen den Ort bevölkerten, abends dann aber solch eine Ruhe einkehrte, dass man auf der Jagd nach einem Abendessen aussuchen konnte, in welchem Restaurant man exklusiv essen will.

Xingping hat hauptsächlich zwei längere, parallele Straßen und ist an der Flußmündung von einem in einen anderen Fluss gebaut. Die eine Straße ist die für Touris hergerichtete (wiederhergerichtete?) alte Straße. Die Straße ist gepflastert und die Gebäude haben nach vorne hin die charakteristischen aus 4 Rechtecken bestehenden Türen, die oftmals (aber nicht immer) mit tollen Schnitzerein verziert sind. Der erste Teil der Straße vom Busbahnhof aus scheint eher aus Wohnhäusern zu bestehen, der zweite Teil besteht aus Restaurants, die auch englische Karten mit Bildern anbieten und einigen Souvenirgeschäften. 



Die andere Straße ist die Hauptverkehrsstraße. Sie ist deutlich breiter, mit Autos befahrbar und wäre im Normalzustand vermutlich als asphaltiert zu beschreiben, sie wird im Moment aber grunderneuert und ist somit einiges holterdiepolter, besteht aus zig Baustellen. Hier sind ebenfalls Restaurants zu finden, diese sind aber gefühlt mehr auch für Einheimische angelegt. Manchmal bekamen wir nur eine chinesische Karte gezeigt, an einem Tag, an dem ich gerade einige Tiernamen neu-/wiedererlernt hatte – sehr praktisch.



Egal in welcher Straße, in den Restaurants bekommt man abends doch viel von der Familie, die den Betrieb führt mit. Im hinteren Bereich oder auch mal direkt am Nachbartisch saßen die Kinder an Hausaufgaben, am Fernseher oder am Computer oder rannten durch das ganze Restaurant, weil sie gerade nicht zu Abend essen wollten 🙂 Der Fernseher wird übrigens nicht heruntergedreht, bloß weil Gäste da sind. Es ist hier ganz normal, dass das Familienleben einfach weiterläuft, man ergänzt einfach das bestehende Bild, wird integriert und kann viel beobachten und miterleben, wie es in chinesischen Familien so abläuft. 






Aber weswegen wir nach Xingping gekommen sind: die unglaubliche Landschaft! Xingping liegt inmitten von ca. 300m hohen Karstkegeln. Also Berge in Kegel- oder für die Mathematiker umgedrehter Parabelform. Und die meisten stehen für sich alleine oder haben mal einen etwas tiefer gelegene Verbindung zu einem Nachbarkegel. Zudem sind sie in der Regel komplett bewachsen und ziemlich steil. Aus unserem Fenster rausschauend blickt man quasi auf eine Wand an Wald.



Am ersten Abend haben wir auf dem Rooftop unseres Hostels einige andere Ausländer aus den Niederlanden, England und Kanada kennengelernt und uns von denen einige Tips geben lassen. Also sind wir einen Tag auf unseren „Hausberg“ hochgestiegen. Hier gibt es durchgängig Treppenstufen, die angelegt wurden, damit auch Hinz und Kunz da hochklettern können. Ein wenig Kletterei ist es dann nämlich doch, kurz vorm Ende ist nach Durchqueren eines Burgtores (gibt aber keine Burg) auch eine Leiter zu erklimmen. Ganz unten am Einstieg zu der Strecke wurde man übrigens ausführlichst davor gewarnt, diesen Weg zu nutzen, er sei ziemlich gefährlich etc. Vermutlich dient das Schild hauptsächlich dazu, die Verantwortung für Unfälle auf den Wanderer abzuwälzen. Am unteren Teil des Weges sind einige Gräber/Schreine (?) links und rechts im Wald platziert. Diese sind wie etwas größere Brunnen aus Pflastersteinen aufgebaut, nach oben hin aber befüllt und manchmal auch eine Gedenktafel vorne eingebaut. Je nach Besuchhäufigkeit sind sie dann mit roten Bändern und Plastikblumen besteckt und es liegt abgefeuertes Feuerwerk herum. Wann immer man also Knallerei von den Bergen wiederhallen hörte, wusste man, dass irgendwo wieder ein  Batteriefeuerwerk entzündet wurde.

Oben angekommen bot sich ein unglaublicher Ausblick. Obwohl es an dem Tag etwas diesig war, konnte man doch recht weit viele der umliegenden Karstkegel sehen und zudem direkt nach unten in auf die Flussschleife des größeren Flusses schauen. Da dieser zur Zeit etwas Hochwasser führt, ist auch etwas mehr Druck als üblich im Fluss. Diese Wasserbewegungen kann man von oben ganz toll sehen. Ganz witzig, mithilfe unserer Kajakerfahrung wussten wir dann auch genau was für komische Bewegungen die Fähren und Touristenschiffe da unten so ausführten. Die Briten meinten eines Abends nämlich, die Boote würden total komisch fahren – wir wussten es besser: einschlingen, ausschlingen und traversieren, ganz einfach 🙂






Am Nachmittag sind wir dann auch mal live mit der Fähre über den großen Fluss traversiert (man kommt nur mit Boot über den Fluss). Leider gab es einiges an Missverständnis mit den Fährebetreibern. Die Preise für Touristen sind dort allgemein auch wieder höher als für Einheimische (Touristen 2 Yuan, Einheimische 1 Yuan). Die Fährleute verändern ihre Preise für Touris aber mit dem Wasserstand! Man wollte 5 Yuan von uns haben, je Nase. Das wollten wir nicht einsehen, wir hielten und halten das immernohc für Abzocke. Manchmal muss man ja einfach gegenhalten und dann bekommt man den Ursprungspreis, wenn dem Gegenüber klar wird, dass man sich informiert hat und Bescheid weiß. Ein kurzer Anruf im Hostel bestätigte uns aber nur „mit den Fährleuten kann man nicht verhandeln!“. Also in den sauren Apfel beißen… ein Einheimischer an Bord meinte auch nur „Wir können es uns ja leisten“. Stimmt ja auch, ist ja nichtmal ein Euro. Aber da geht es eher ums Prinzip. Während Felix noch weiter diskutierte und mit dem Hostel telefonierte setzte sich eine andere Frau direkt neben mich und bot mir Mini-Orangen an. Ich dachte sie will sie mir verkaufen und lehnte erstmal ab. Sie ließ sich aber nicht abweisen, drückte sie mir in die Hand und zeigte mir wie ich sie pelle und esse. Sie wollte auch garkein Geld dafür, im Gegenteil, sie wollte mir noch mehr geben. Als ich ihr zeigte, dass meine Hand bereits voll ist, fing sie an mir weitere in die Hosentaschen zu stopfen, voll lieb! 😀



Der andere Tag hat uns bereits am Morgen mit einiges an Regen begrüßt. Wir haben es also etwas gemütlicher angehen lassen, schließlich aber doch an unserem ursprünglichen Plan festgehalten, Fahrräder zu mieten und über die Brücke zur anderen Flussseite des kleinen Flusses zu fahren. Das Wetter wechselte beständig, mal fast nichts, mal leichter Niesel, mal unterstellwürdige Abschnitte. Naja, extra kurze Hosen angezogen (weniger Stoff, der nass werden kann), Sandalen bzw. Flipflops und die in Deutschland gerade erst neu gekauften Regenjacken – darüber war ich dann ganz froh, meine alte hätte das nicht so lange durchgehalten! Die Wege waren dort drüben richtige Straßen, nur wenn wir mal in ein kleines Dorf rein abgebogen sind, gab es eher kleine Windungen/Wege, war aber ungleich spannender! Insgesamt wurde auch hier viel gebaut. Unsere Vermutung dazu ist, dass die Einheimischen hier so langsam zu mehr Geld kommen und es sich auch leisten können, sich mal ne große Hütte für die ganze Familie hinzustellen. Also auch keine Hütte, sondern ein mehrstöckiges Haus aus Beton. Fazit vom Fahrradtrip: Pfützen-fahren ist immernoch so toll, wie es als Kind war, zwischen den Karstkegeln hindurch zu fahren ist toll, Dorfleben direkter zu sehen spannend, wenn auch nass, das Bild mit den Karstkegeln und dem Komoran-Fischer, dass auf dem 20 Yuan Schein abgebildet ist wurde nicht bei diesem Wetter gemacht! 😀



Achja, und eine Dusche, die richtig warm wird, wäre echt toll gewesen…

Zugfahrt nach Xingping und mein Chinesischtest

Von der Gemütlichkeit in Nanjing haben wir uns schließlich wieder getrennt und uns mit frisch gewaschener Wäsche (Danke Jule!) und weiteren Mitteln gegen Magen-Darm Beschwerden (ein Überbleibsel des letzten Abends in Kambodscha) wieder auf den Weg gemacht.

Per Flugzeug ging es von Nanjing nach Guilin (gen Süden), diesmal mit einer Airline, die ich vorher nicht kannte und mir auch nicht geschafft habe zu merken 😀 War aber ok. In Guilin ließen wir uns dann vom Taxi zum Nordbahnhof von Guilin bringen.

Zugfahren ist in China ja nicht ganz so trivial wie in Deutschland. Oder vielleicht ist es auch in Deutschland nicht trivial… jedenfalls anders! Zum einen sind die Bahnhöfe erstmal sehr gut abgesichert. Es kommt nicht jeder in den Bahnhof rein und schon garnicht ans Gleis. Tickets kauft man in einem Extra-Bereich, der keine Verbindung zum Rest hat. Es gibt zig Schalter und wir wussten erstmal nicht so recht, wo man hin muss. Eine Dame am Info-Schalter verwies uns dann an einen bestimmten Schalter, wo wir erstmal ein wenig anstehen mussten. Die Zeit reichte, um mit Google Translate zu übersetzen, dass wir am „Military Priority“ Schalter stehen – vmtl weil man hier das beste Englisch spricht 🙂 Das Ticket wird nur gegen Vorlage des Reisepasses ausgestellt (ob das ein Ausländerding ist oder nicht weiß ich nicht). Die Reisepassnr. wird schließlich sogar teilweise auf das Ticket gedruckt. Allerdings schafften es nur unsere Vornamen auf das Ticket, statt der Nachnamen, die da eigentlich hinsollten.

Google Translate funktioniert in China glücklicherweise: man macht den Kamera Modus an und wenn man nicht zu doll wackelt, bekommt man eine „in-place real-time“ Übersetzung geliefert, mal besser, mal schlechter. Die zweite Möglichkeit: ein Foto machen und dann daraus Teile übersetzen lassen funktioniert leider nicht mit chinesischen Internet, da ist es gesperrt. Und für VPN hatten wir keine Lust Geld auszugeben, für die meisten Sachen gibt es ja auch chinesische Alternativ-Apps.

Mit den Tickets ausgestattet erhielten wir schließlich Zugang zum Bahnhof, das Gepäck wurde sicherheitshalber durchleuchtet (Standardprozedur) und wir konnten weiter in die große Wartehalle. Auch das ist für China typisch, es warten alle gemeinsam in einer riesigen Wartehalle (oder je nach Größe des Bahnhofs gibt es mehrere riesige Wartehallen. Auf einer Anzeigetafel muss man dann die Ankündigung seines Zuges abwarten, erst dann darf man nochmals mit Ticketkontrolle durch Drehkreuze zum Gleis laufen. Wer jetzt erwartet, dass es nur ein Gleis gibt, hat gefehlt – es gibt durchaus mehrere, man sollte also zum richtigen laufen! Lesen konnten wir die Anzeigetafel nur zum Teil. Ein Glück sind die Zugnummern in arabischen Ziffern und die Statusanzeige wechselte stets nicht nur die chinesischen Zeichen, sondern wurde auch grün, wenn man aufs Gleis konnte. Schlecht vermutlich nur für Farbenblinde, die Standardfarbe ist rot und wenn die dann auf grün wechselt…



Da es nur noch ein Sitzplatzticket gab, hatten uns die Dame am Ticketschalter diesen letzten Sitzplatz und dazu einen Stehplatz verkauft. Felix hat sich aber nicht in seinem Wagon hingestellt, sondern ist in meinen Wagen mitgekommen. Links im Wagon sind zwei Sitzplatze, rechts drei nebeneinander. Ich hatte den linken Gangplatz. Die Dame am Fenster „stürzte“ sich gleich auf mich. Die Zugfahrt an sich war nicht lang, irgendwas zwischen 20 und 30min, aber ich wurde die ganze Zeit von meiner Nachbarin auf chinesisch zugetextet. Es wäre mit Sicherheit sehr interessant gewesen, wenn ich etwas mehr chinesisch gekonnt hätte. Sie hatte unzählige Fragen. Und immer, wenn ich ein Wort nicht wusste, hat sie es leider nicht einfacher und langsamer gesagt, sondern in noch mehr Sätze mit noch mehr Wörtern verpackt und das ganze super schnell abgespult! Jaaaa… „Bu dong“ musste ich dann leider recht häufig sagen. Immerhin konnte ich ihr erzählen, dass ich aus Deutschland bin, dass ich Mathematik studiere (ist doch einfacher zu erklären, als die Realität – die Mathematik Vokabel musste ich aber nachschauen) und wo es für uns so noch hingeht. Namen haben wir noch ausgetauscht und dann war ich mit meinem Latein (Chinesisch :-D) dann aber auch am Ende.

Ich bin ja gerade noch dabei meine Chinesisch-Vokabeln mit einer Lern-App wieder aufzufrischen und bin dabei auch immer mal wieder beeindruckt, was ich mal alles wusste. Aber ist halt doch ein Weilchen her… Im Vergleich mit anderen Ausländern halte ich mich aber wacker!!

Probiers mal mit Gemuetlichkeit

Was war noch gleich in Nanjing? Richtig, Felix Schwester wohnt da schon eine Zeitlang mit Familie. Seit letztem Jahr gibt es auch Nachwuchs und so ist klar, wohin unser erster Abstecher ging.

Nach einem ersten Abend bei Bier und Chicken Quesidillas am inoffiziellen freitäglichen deutsche Expat Treffpunkt von der Firma, haben wir den verregneten Samstag und Sonntag einfach mal frech verschlafen, gemütlich daheim diverse Spiele gespielt, Jiaozi bestellt und nur kurze Spaziergänge durch den Compound und dessen Umgebung gemacht. Super gemütlich 🙂



Samstag waren wir noch in einer Mall nicht allzu weit weg, wo ich nach weiteren kurzen Hosen gesucht habe (in Kambodscha bin ich bis auf der Insel der lokalen Kultur gefolgt und hatte nur Knie- und Schulterbedeckende Kleidung an). Erste Adresse: H&M. Klar gibts den auch hier 😀 Aber total faszinierend: kurze Hosen gibt es zuhauf, aber man sollte schon Hotpants wollen, ansonsten kann man sich wieder umdrehen und gehen. Haben wir dann auch getan. In einem anderen chinesischen Kleidungsladen wurde ich dann in der Herrenabteilung fündig. Ich glaube die haben hier eher kleinere Größen als wir… dass ich gerade so in eine Herren-M Hose passe, hätte ich jetzt eher nicht erwartet. In den Umkleiden gibt es hier übrigens auch Hausschuhe, sehr vorausschauend!



Überrascht hat mich, wieviele Spielsachen es hier draußen für die Kinder gab – und was für welche! Bobby-Cars sind sowas von gestern! Heute hat man die in größer und mit Antrieb. Es passen auch Erwachsene rein… Außerdem gibt es Zweisitzer, die jeweils links und rechts von einem 1.5m Durchmesser Rad umfasst sind. Diese balancieren einen (quasi Segway mäßig) schaukelnd durch die Gegend.

Am Abend sind wir dann noch in ein chinesisches Restaurant (auch in einer Mall, aber einer anderen) zusammen mit zwei Kollegen von David. Klassisch zwar an einem runden Tisch aber doch eher ansonsten ein etwas anderes Restaurant. Bestellt wird nur über eine App, der entsprechende QR-Code ist auf dem Tisch aufgeklebt. Die Bestellung wird daraufhin ausgedruckt gebracht mit einer Eier-Uhr versehen, die auf 20min gestellt ist. Läuft diese Zeit ab, ohne dass alles Essen da ist, bekommt man eine Wiedergutmachung, in unserm Fall zwei Schälchen Joghurt mit Honig.
Was ich auch wieder gelernt habe: nur ein Schwein trinkt allein! Zumindest den Alkohol. Will man etwas trinken, so stößt man erst mit mindestens einer weiteren Person an. Was mir David später noch erklärt hat, ist dass man dabei sogar versuchen sollte, sein Getränk tiefer als das Gegenüber zu halten, ein Zeichen von Ehrerbietung. Ist wohl manchmal ganz lustig, wenn man dadurch schon fast wieder auf Tischhöhe ist und im Essen hängt, weil jeder versucht den anderen zu „unterbieten“.