Ab aufs Wasser: kayaking and punting!

Es hat etwas gedauert, bis mir die Idee kam, dass Oxford ja auch einen Kajakclub haben könnte – doch tatsächlich sie haben natürlich (mind.) einen! Heute war first-timers session und die Gelegenheit habe ich doch gleich genutzt. Zugegeben, ich hätte fast verschlafen, wollte eigentlich um 12:30 Uhr hier losfahren, daraus wurde dann erstmal 12:30 Uhr aufwachen, aber insgesamt war ich dann um 13:15 Uhr an der Themse, noch ein Stückchen westlich von Jericho, dem Stadtteil, in dem auch mein Institut liegt. Kurz gesagt: es war saugeil wieder im Kajak zu sitzen, die Anfängerübungen habe ich mal halbherzig mitgemacht und mich dann von einem der Instructors gleich ins Kajakpolo etwas einweisen lassen. Jihaaa, das ist ein Spaß! Als Tor wurde das mittlerste Segment des Brückenbogens genutzt und irgendwie werfe ich den Ball zu hoch… der ist gleich 3mal auf der Brücke gelandet \*g\*

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Am Ende haben die anderen Neuen dann zum ersten Mal Spritzdecken (=Neopren zum Einsteigeloch zumachen) bekommen, um einmal einen „Wet exit“ durchzuführen (und somit zu demonstrieren, dass sie im Notfall trotz Spritzdecke aus dem Boot rauskommen würden) und ich habe die Gelegenheit genutzt um meine Kajakrolle zu testen – jaaa, ich kann es noch! Beim ersten Versuch war ich gleich wieder oben! War auch gut so, sonst hätten die mich ernsthaft auch nochmal den wet exit demonstrieren lassen und auf schwimmen hatte ich irgendwie keine Lust 🙂

Direkt vom Kajaken bin ich dann wieder rein nach Oxford zur Magdalen Bridge (da wo auch das 1. Mai Chorgesinge war). Denn Zuzana hatte sich zu ihrem Geburtstag gewünscht, dass wir „punten“ gehen. Zu deutsch: Stocherkahn fahren! Das ist hier auch ganz traditionell und wird aber auch vorallem von den ganzen Touris betrieben. Ich war eigentlich ziemlich platt noch vom kajaken (ohne Fußstützen vorne im Kajak müssen die Oberschenkel mehr arbeiten zum ausbalancieren) aber wie wir auf den Kahn klettern und der Verleiher fragt, wer Kapitän ist, meint Zuzana gleich, ich bin das! Jej, also hinten draufgestanden, kurze Einweisung bekommen und los. Heisahossa. Theorie in die Praxis umsetzen, hat doch erstmal was gedauert und dann gleich zu Anfang eine Kurve fahren und unter dem Brückenbogen durch! Dazu noch die ganzen anderen Kähne… ihr könnt euch vorstellen: sehr lustige Aktion 🙂 Irgendwann hatte ich den Dreh aber raus und wir konnten gemütlich den Cherwell Richtung Themse runterstochern. Ein Traumwetter, Sonne pur, vorbei am Christ Church Meadow, also grünes Gras und Bäume auf der einen Seite, schöne Häuser auf der anderen Seite, dazu 5 verschiedene tschechische Biersorten, die Zuzana aus Tschechien importiert hatte und tschechische Schokolade.

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Und dazu der Spaß, wenn man nicht aufgepasst hat und nicht nur dem Ufer zu nahe kam, sondern vorallem auch sich mit der Stange oben in den Bäumen verheddert hat! Natürlich durfte/musste jeder mal ran und ich hab dann erst wieder übernommen, als am Schluss doch noch Zeitdruck da war, wieder rechtzeitig zurückzukommen, wobei kurz vor Ende ja auch kurz vor Anfang ist und dort all die anderen noch unerfahrenen Kähne versuchen möglichst lange im Wasser querzustehen – danach war ich milde gesagt am A***. Zuerst kajaken, dann noch stochern – echt nicht ohne!

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Aber gut, man kann ja Zuzana am frühen Abend an ihrem Geburtstag nicht einfach so sitzen lassen, also noch ab ins Pub: Turf Tavern, eine urgemütliche Kneipe zu der man nur über verwinkelte, enge Gassen hinkommt. Allerdings, gedankliche Notiz: dem „The Royal Hunt“ Bier fehlt jegliche Kohlensäure… aber’s Essen ist gut!


(na was wohl, mal wieder ein „echter“ Oxford-Burger 😉 )

Internationale Kueche

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Ziel des Abends: gemeinsames Kochen mit Zuzana, Bettina, Miha und Iaian bei Iain, der dafür zuvor heldenhaft die Küche von den Überresten seiner Mitbewohner gesäubert hat (challenge accepted!).

Vorspeise: tschechische Suppe nach Zuzanes Geheimrezept: zu meinem Leidwesen mit Sauerkraut, Iain durfte meine Portion verzehren – ein Geheimtipp sagen die andern!

Hauptgericht: Käsespätzle, natürlich selbst geschabt – es hätte aber auch niemand eine Spätzlepresse dabei gehabt und damit habe ich es auch noch nie gemacht!

Nachtisch: Dampfnudeln mit selbstgemachter Vanillesoße (der Laden hatte keine Fertig- und keine Anrührsoße!). Ich fand die perfekt gelungen, hier war das Portionenabtreten dann allerdings andersherum als bei der Vorspeise 🙂

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Getränke: viele unterschiedliche Biersorten! Meine Liste der Biersorten, welche mir munden und welche eher nicht wird immer länger. Man beachte besonders das Etikett des rechten Bieres, insbesondere die Schiffsflaggen und die Wasserkante der Schiffe! 😉
Eine echte Bierprobe also, sowohl mit tschechischen und deutschen aber auch einigen lokalen Bieren. Und dann ab zum Bookbinders um mit einer Whiskeykostprobe den Abend ausklingen zu lassen und noch in Zuzanas Geburtstag reinzufeiern (und dann mit 2 Rädern und 3 Personen nach Hause fahren, die Lenkersitztechnik hatte ich bislang noch nicht ausprobiert).

Bye, bye Karlsruhe – Hello Heidelberg!

Als ich gestern noch gefragt wurde, von welcher Uni ich bin, habe ich noch „Karlsruher Institut für Technologie“ zur Auskunft geben können. Aber so schnell ändern sich die Dinge: heute war mein erster offizieller Arbeitstag als Angestellte der „Ruprecht-Karls Universität Heidelberg“. Mein Doktorvater ist einem Ruf an die Heidelberger Uni gefolgt und hat sich mich (und einige andere) quasi unter den Arm geklemmt.
Allerdings fühlt es sich noch nicht sonderlich anders an – gut ist ja zum einen auch Feiertag in Deutschland und zum anderen verändert sich in Oxford dadurch derzeit nicht viel 🙂

Einen Spaß hatte ich allerdings mit dem Wechsel: den Vertrag zu unterschreiben! An sich alles kein Problem, in den Briefumschlag damit und ab nach Oxford. Das Problem lag eher in der Auslieferung dessen, bzw. kurz und knapp: an DHL! …

DHL hat es nicht geschafft an meinem Haus einen Briefkasten zu finden (es war wohl niemand da und sie wollten diesen Standard-„wir waren da“ Zettel). Ist ja auch mordsschwer, es hätte sogar an zwei Türen einen gegeben! Die Zeit wurde knapp: DHL hat mir nichts davon mitgeteilt und die Versender kamen leider nicht auf die Idee mir einfach mal die Tracking-Nummer zukommen lassen. Alles ja noch nicht so tragisch, AUSSER, dass man neuer Arbeitgeber (verständlicherweise) meinen unterschriebenen Arbeitsvertrag gerne vor dem 1. bekommen hätte, sprich am 30. April. Dumm nur, wenn man bis zum 29. April noch keine Post bekommen hat und auch keine Notiz, dass der Vertrag verschickt wurde. Also mal überall nachgehakt und rausgefunden: das Teil ist schon längst da und wartet im Service Center der DHL auf mich! Für einen zweiten Zustellversuch war es am 29. April ein bischen spät. Also musste ich selbst hin. Wo ist so ein tolles Service Center? Natürlich nicht in der Innenstadt… nein, garnicht. In Milton, Abbingdon, 20km südlich von Oxford. Der Tag wurde also zu einer unfreiwilligen Radtour entlang der Fahrradroute 5. Die ist sehr schön, aber da alles ein bischen knapp war und ich vor 17 Uhr dort aufschlagen musste, da ich sons vor verschlossenen Türen stehe, bin ich ohne Wasser und nur mit einem Müsliriegel bewaffnet aufgebrochen. Eine wirklich hübsche Strecke, aber ich war echt knapp dran, einmal das falsche Postamt erwischt, bis ich im Industriegebiet zu DHL gefunden hab. Dann der größte Spaß, es war 16:45 Uhr, also: innerhalb von 10min Umschlag aufreißen, alles durchlesen, ausfüllen, unterschreiben und wieder abschicken! Das ganze sollte ja schließlich am nächsten Tag wieder in HD sein. Um absolut sicherzugehen hab ich dann auch die „vor 12 Uhr zustellen“ Variante gewählt, die Kosten dafür lagen nur knapp nicht im dreistelligen Euro Bereich – Wahnsinn! Aber: alles gut, ich konnte gemütlich wieder zurückradeln und am Rückweg hatte ich dann auch Zeit für Landschaft genießen und Fotos 🙂

Heute gegen 11 Uhr schau ich in die Track-Daten meines Vertrages rein: mein Vertrag ist angekommen! Doch dann kam während dem Seminar (15 Uhr rum) ein verzweifelter Anruf aus Heidelberg: der Vertrag ist nicht da!!! Das verstehe wer will, also nochmal nachgeschaut. Das Ende vom Lied: ein Kollege hatte den Vertrag entgegen genommen und hat aber vergessen den Umschlag der Empfängerin auf den Schreibtisch zu legen. Der Vertrag war also da, nur ein Büro weiter. Soviel Spaß für wenig Geld! Wobei wenig bei den Portogebühren auch relativ ist 🙂

Chorgesang und Tanz in den Mai

So früh war ich noch nicht im Office… heute ist der erste Mai und es wäre ja langweilig, wenn es in Oxford dafür nicht eine passende Tradition geben würde, in diesem Fall eine angeblich schon über 500 Jahre alte Tradition: Pünktlich um 6 Uhr (!) nach dem Glockenschlag singt vom Tower des Magdalen College der Magdalen College Choir. Währenddessen stehen unten vor dem College und auf der Bruecke eine schiere Masse an Menschen, um dem Chor zu lauschen. Tatsächlich sind für das Hymnus Eucharisticus sogar die Trunkenbolde hinter uns still (viele Pubs sind die Nacht zuvor durchgehend geöffnet), erst bei den weiteren Chorstücken (die nicht zur Tradition gehoeren und ein bischen anspruchsvoller sind) ist dann allgemeine Gesprächsstimmung.

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Da es sich vor einigen Jahren eingebürgert hat, von der Brücke in den Fluss zu springen, dieser aber je nach Wasserstand dafuer eher ungeeignet ist, war die Brücke einige Jahre lang komplett gesperrt, inzwischen ist sie wieder geöffnet aber man kommt nur bis auf 1m an das Brueckengeländer ran – Security wie bei einem Konzert 🙂
Dann noch eine heisse Schoki auf die Hand und rund um den Radcliffe Square die Volkstänze (Morris Dance) und Dudelsackmusik miterleben. Und dann, ja was wohl, ab ins Büro! 😉

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Formal Dinner at Balliol Hall

Kurzum, Miha hat zum Formal (oder Formal Dinner oder Formal Hall) im Balliol College geladen (dem College in dem wir auch jeden Donnerstag mit der Arbeitsgruppe zu Mittag essen). Nur diesmal ebenfalls alles etwas förmlicher, mit Anzug und Krawatte etc.
Die Hall an sich ist etwas imposanter als in Worcester, allerdings sind hier die Regeln alle etwas weniger strikt. Gown ist keine Pflicht und es dürfen sich alle hinsetzen und müssen nicht zuerst stehenbleiben. Zum Grace sind wir dann allerdings wieder aufgestanden, dass war allerdings entgegen Worcester ein kurzes Vergnügen, was daran lag, dass es keine 5 Wörter lang war – und schon gings ans Essen. Echt lecker und die Gänge sind zeitlich nicht ganz so eng gepackt wie in Worcester – einiges entspannter, viel Zeit um sich zu unterhalten. Allerdings wurde mein Nachtisch sogar von der falschen Seite serviert! Huuuuh! 🙂

Zur besseren Vorstellung bzw. Hunger-Anregung hier ein Abbild der Speisekarte…

…und wie die Speisen in Worte gefasst wurden (leider habe ich beim Nachtisch etwas spät daran gedacht, keine Sorge es wurde anders serviert!):

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Normalerweise würde ich jetzt weniger vom Toilettengang danach berichten, aber es gibt hier ebenfalls ein kleines, nettes, erwähnenswerte Detail (keine Sorge, wir gehen zusammen nur in den Vorraum). Wenn also eine Dame sich zu irgendeinem Zeitpunkt „erfrischen gehen“ möchte und dabei feststellt, dass das werte Schühchen einen kleinen Fleck abbekommen hat – es ist hier natürlich für alles gesorgt:

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Ein sehr netter Abend, der dank der kollektiven Gesundheitsschieflage unseres Office nach dem Essen allerdings auch schon wieder vorbei war. Aber den Schlaf werde ich wohl auch benötigen… morgen heißt es früh raus!

Frozen eggs und warum die Heiss- und Kaltwasserhaehne so weit auseinander sind

Die kleinen Geschichten des Alltags (und ein Sonntag mit genügend Zeit sie niederzuschreiben):

Gestern war Pfannkuchentag, zumindest bei mir. Da wir keine Schüssel in der Küche haben (zumindest habe ich noch keine gefunden), darf ein Topf als Teigschüssel erhalten. Dies stellte sich sogleich als äußerst geschickt heraus, denn wie ich die Eier zugeben wollte, ließ sich das erste Ei nicht so recht aufschlagen: es war fast durch und durch gefroren! Anscheinend ist unser Kühlschrank auch bei Stufe 3 von 5 bereits die Frostzentrale schlechthin und alle Sachen, die man nach ganz hinten geschoben hat, derer Sachen nimmt sich der Kühlschrank besonders an! Aber wie gesagt, zum Glück war die Teigschüssel ein Topf – der durfte dann erstmal auf den Herd, denn Eiseier lassen sich eher schlecht verrühren.

Weiter hatte ich Besuch letzten Mittwoch aus Deutschland (Blogbericht folgt, sobald ich die deutschen Fotos habe) und eine Frage tauchte auf, die durchaus berechtigt ist: „Wieso wäscht ein Engländer seine linke Hand mit heißem, seine rechte Hand aber mit kaltem Wasser?“

Und tatsächlich sind hier in den meisten Bädern die Wasserhähne so angeordnet, dass die Warm- und Kaltwasserhähne mindestens eine Handspanne auseinander sind. Man kommt also garnicht dazu sich die Hände mit lauwarmen Wasser zu waschen, die Entfernung ist einfach zu groß. Der Vorschlag eines meiner Kollegen dazu: beide Hähne aufdrehen und ganz schnell hin und her. Viel Erfolg dabei, auch beim selbst trocken bleiben! Der nächste Spaß ist nämlich, dass der Warmwasserhahn wirklich heißes Wasser gibt (nicht umsonst ist fast immer ein Warnschild dabei) und der Kaltwasserhahn nur eiskaltes. Mein Zimmerwaschbecken hingegen hat tatsächlich nur einen Hahn (und zwei Griffe): die Öffnung des Hahns ist aber unterteilt, sodass die linke Hälfte vom Wasserstrahl heiß, die recht Hälfte vom Wasserstrahl kalt ist. Immerhin schon ein kleiner Fortschritt!

Zu guter letzt (leider ohne Foto – darf ich nicht verwenden :-P): ich skype mit meiner Familie, erwarte meinen kleinen Neffen über den Boden flitzen zu sehen, der schläft aber in aller Seelenruhe und stattdessen fährt mein großer Bruder mit dem Bobbycar durchs Wohnzimmer. Ein herrlicher Anblick 🙂

Up and Down Headington Hill

Hätte ich mal lieber einen der letzten Tag zum Erstellen dieses Blogeintrags Mail genutzt, ich hätte schreiben können: strahlender Sonnenschein, blauer Himmel – und trotzdem immer wieder kalt! Das beeindruckt die viele Engländer weniger in ihrer Kleiderauswahl (T-Shirt, kurze Hose… und das gestern morgen bei 8 Grad!). Heute ist es allerdings wieder bewölkt und gestern kam der Regen auch zur Decke herein (Dach ist wohl etwas undicht, ich war nachts vom Tropfgeräusch aufgewacht). Wenn kommenden Montag die Priory von außen gestrichen wird, schaut sich der Handwerker das Dach nochmal an – es ist wohl nicht das erste Mal!

Doch zum eigentlichen Sinn dieses Blogeintrages: mein Fahrrad und alle Möglichkeiten die sich mir dadurch eröffnen. Ich habe mir hier nämlich für die 3 Monate eine Fahrrad gemietet, in der Hoffnung dadurch etwaigen Ärger mit gebrauchten Rädern umgehen zu können (und weil es einfach so schön einfach war) – für 88 Pfund finde ich kann man sich da auch nicht beschweren (mein einer Bürokollege fand es viel zu viel… wat solls). So hatte ich zumindest gleich zu Anfang die Möglichkeit mein Fahrrad bereits am 2. Tag wieder umzutauschen und in den Folgetagen dank deutscher theoretischer Hilfe dort auch mein Fahrrad passend auf mich einstellen konnte (leider hatten die im Workshop nur bedingt Ahnung, dafür aber alles nötige Werkzeug zur Verfügung). Jedenfalls genieße ich es seither regelrecht, morgens gemütlich bergab zur Uni zu sausen und nunja, das ganze am Tagesende wieder hochzustrampeln. Mein Prof hier war schon sehr verwundert, dass ich den Headington Hill nicht hochschiebe, pah! Als Vergleichsmöglichkeit für Reichenbach-Kenner: in etwa zweimal die Merkurstraße hoch und dann noch einmal kurz die St. Barbara Straße 😉

Also auf gehts, wir starten an der Priory, an der es hinten im Hof einen Fahrradschuppen gibt, der einigermaßen wetterfest und hoffentlich Diebstahl-sicher ist. Anscheinend ist da Oxford an sich bereits ein heißes Pflaster und ein gestohlenes Fahrrad innerhalb von 6 Monaten reicht mir eigentlich!

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Das ist also das gute Fahrrad, das mich bisher erst einmal im Stich gelassen hat, als ich die Kurve zu eng genommen habe an einer meiner Lieblingsbaustellen und das Hinterrad am Kies weggerutscht ist – nunja, zwei blaue Flecken mehr…
Man stelle fest: das Fahrrad hat keinen Ständer, was tatsächlich für die meisten Fahrräder in Oxford so gilt. Laut Aussage des Verleihers würden die eh immer nur kaputt gehen, weil wenn alle Leute ihr Fahrrad aufm Ständer abstellen und dann eines umkippt, kippen alle um und alle Ständer gehen kaputt! Warum dass dann in Karlsruhe ganz gut klappt und hier nicht, who knows. Allerdings bietet Oxford an sich auch extrem viele Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, weshalb das kaum ein Problem ist.
Zweitens: ich habe einen Fahrradkorb! Ich glaub das hatte ich noch nie – aber ganz praktisch, zumindest um die Fahrradkette darin abzulegen, die mich dann als fahrendes Schlossgespenst outet und mir dafür das klingeln erspart. Außerdem funktioniert der Korb auch zusammen mit der Fahrradtasche, die mir freundlicherweise diese Woche aus Deutschland mitgebracht wurde. Achja, los gehts!

Die Strecke vom Hinweg zur Uni unterscheidet sich etwas von der vom Rückweg. Da es hinzus für den ersten Teil nur bergab geht, muss ich nicht den kürzesten Weg nehmen, sondern nehme einen schöneren Weg, vorbei an der alten Kirche, entlang der schmalen Straße mit rechts und links Mäuerchen, fahre Slalom um die nicht kleinen Schlaglöcher und genieße die überdimensionierten Speed-Bumps (vielleicht sollte ich mich hier mal mit Kunstspringen versuchen). Schönes Detail: die Straße ist teilweise so eng, dass eigentlich keine zwei Autos aneinander vorbeipassen. Letzte Woche haben es zwei trotzdem versucht. Die Mauern links und rechts blieben unbehelligt, die Autos schrammten längsseits allerdings aneinander und blieben so erstmal stehen um sich anzuschreien. Sehr zur Freude aller Autos, die dahinter standen! Und zu meiner Schadenfreude muss ich gestehen – ab auf den Bürgersteig und alle Autos hinter mir lassend 🙂

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Dann durch Wohngebiet und über ein paar größere Straße (dabei doppelstöckigen roten, grünen und blauen Bussen ausweichen) und ab über Schleichwege hinaus aufs Feld. Dort ist es dann mit schleichen vorbei, denn gleich zu Anfang darf man über ein Cattle Grid \*rumms-rüttel-krach-schepper\* und zwischen den Mooren hindurch zu den Brücken um den Cherwell zu überqueren.

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Schließlich noch ein Hauch University Parks und dann in Oxford wieder auf die großen Straßen, vorbei an mal wieder beeindruckenden Gebäuden. Seit kurzem kenn ich auch hier einen neuen Schleichweg, es lohnt sich doch immer mal wieder was neues auszuprobieren und einfach mal anderen Fahrradfahrern hinterherzufahren! Schließlich von der Banbury Road bei Tor 7 abbiegen, wo der freundliche Mensch mit dem Bauhelm steht, denn die Einfahrt ist eine Baustelleneinfahrt und der gute Mensch weist die Baustellenfahrzeuge ein und schaut dass niemand dazwischen springt. Dafür steht er ganztags (!) an der gleichen Stelle. Aber sehr freundlich, trotz Fahrradverbotsschilder dürfen alle Fahrradfahrer den Fußgängerweg befahren (anstelle schieben zu müssen). Schließlich fährt man direkt auf das Radcliffe Observatory zu (das beeindruckende Gebäude ganz rechts), um dann dahinter zum doch eher hässlichen und alten (nicht ehrwürdig alt, sondern …) Gibson Building zu fahren. Und direkt neben dem Nebeneingang ist dann bei dem „Don’t tap on the window, don’t disturb the animals“ Schild mein Büro! 19min ergab bislang meine einzige durchgeführte Messung (von den anderen Messungen hab ich leider immer nur die Startzeit notiert \*g\*).

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Wir stellen uns einen harten Arbeitstag im Büro vor, freuen uns auf ein gutes Abendessen und treten den Nachhauseweg an:

Wir fahren wieder entlang der Baustelle, auf der übrigens das neue Mathegebäude entsteht (soll im Juli bezugsfertig sein – leider zu spät für mich) und raus auf die Straße. Das erste Stück etwas anders als auf dem Herweg, Einbahnstraßen bedingt. Dann kommt wieder der schöne Teil: entlang des University Parks und über die Felder. Auch wieder das Wehr vom Cherwerll, dann die Brücke, manchmal mit einer Ehrengarde besetzt und wieder über das Cattle Grid (es gibt zwei, damit niemand beim Fahrrad fahren einschläft) in Richtung Moor.

Dann über die Schleichwege hin zum ersten steileren Berg. Lieber kürzer und steiler als ewig langgezogen! Hoch vorbei am John-Radcliffe Hospital und ab zu einem meiner Lieblingsstücke des Weges: dieser Schleichweg kürzt nicht viel ab aber ist einfach schön. Zwischen den Häusern durch eine enge Gasse, links und rechts nur Mauern, irgendwie herrlich: The Croft!
Und damit auch schon wieder Endstation und zurück an der Priory. 26min ist die bisher einzige gemessene Zeit 🙂

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Noch ein Abschlussschmankerl: als ich letztes in Oxford durch die recht leeren abendlichen Straßen fuhr und rechts abbiegen wollte, hab ich nach Handzeichen geben noch schnell einen Schulterblick getan, damit mich kein Auto fälschlicherweise mitnimmt und war verblüfft: eins dieser klassischen englischen Taxis hinter mir. Irgendwie total unerwartet! Ich kenne die Taxis zwar schon aus London und inzwischen seh ich die auch fast täglich in Oxford, aber irgendwie war ich in dem Moment gedanklich in Deutschland und da passte ein englisches Taxi einfach nicht ins Konzept!

Ei der Daus, der Regen geht wieder los. \*Blick-zur-Decke\* Noch alles dicht! Noch!

Musik-Empfehlung

Die Empfehlung des Abends für alle Fahrradfahrer, die abends noch einen Berg zu bewältigen haben: das Lied von der Tempelszene aus „Jesus Christ Superstar“ (Andrew Lloyd Webber natürlich!) hat den perfekten Rhythmus für steile Berge, dann geht man auch mit den Baustellen lockerer um, die innerhalb der letzten 2 Wochen auf meinem fast schon optimierten Fahrradweg an 3 unabhängigen Stellen entstanden sind!