Formal Dinner at Worcester Hall

Ein Abend, wie man ihn erlebt haben muss, mit Worten ist er vermutlich unzureichend zu beschreiben. Die Oxford-Studis sind sowas mit Sicherheit mehr gewöhnt als ich – die gehen ja schon als Kind mit Uniform in die Schule und haben mit Sicherheit auch viel mehr formelle Anlässe. Aber die Geschichte von vorne.

Bei den Colleges gibt es zusätzlich zu den normalen Mahlzeiten, je nach College, ein paar Mal die Woche oder seltener ein „Formal Dinner“. Hierzu gilt allerdings: es kommt nur rein, wer zum College gehört oder von einem College-Zugehörigen eingeladen wurde. Im Prinzip ein Abendessen mit Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch und ein paar Sonderregeln. Zum Beispiel erscheinen alle in Abendgarderobe und mit ihren „Gowns“, ihren formalen Roben, bzw eher so eine Art Umhang. Der Tisch ist (natürlich) festlich gedeckt, das Servicepersonal steht bereits in den Startlöchern. In der Dining Hall sucht sich jeder einen Platz und stellt sich hinter sein Gedeck. Das ist schon ulkig, wenn alle sich normal unterhalten, aber jeder nur vor seinem Platz steht und sich niemand hinsetzt. Dann wird die Tür einmal feste zugeschlagen, um sie dann etwas gemessener wieder zu öffnen. In die Stille daraufhin schreiten dann die Senior-Fellows und deren Gäste ein und begeben sich zu ihren Plätzen am High Table. Sonntags ist übrigens die schwarze Fliege Pflicht am High Table. Selbst der Dumbledore hatte eine, was allerdings erst zu sehen war, als er mal kurz seinen Dumbledore-Bart wegstrich! Noch das Tischgebet auf Latein und dann dürfen alle Platz nehmen.

Ein super Essen, zu trinken gibts das normale Tapwater, wer will, bringt seinen eigenen Wein mit (und wer erst daran denkt, wenn die Läden schon zu haben…). Insgesamt ein sehr zügiges Essen, das Servicepersonal ist unentwegt im Einsatz, kaum ist der eine Gang aufgegessen, kommt schon der nächste. Aber eine sehr nette und gesprächige Runde und direkt im Anschluss ab in die College-Bar und den Rest des Abends mit Kicker, Pool und Darts verbracht. Insgesamt aber schon ein sehr lustiges Bild, wie wir alle in feiner Abendgarderobe am Kicker oder am Billiardtisch stehen. Mal schauen, ob ich mich irgendwann an die traditionellen Weisen kombiniert mit heutiger Moderne gewöhne und den insgeheim offen stehenden Mund wieder schließen kann 🙂


(Worcester Quad bei Nacht)

Sunny day in Oxford

Kaum zu glauben aber wahr: die Wettervorhersage sagte ganztags Sonnenschein voraus und die Wettervorhersage hatte Recht! Morgens schien die Sonne direkt ins Gesicht und als ich aufstand war sie auch noch da!

Zusammen mit Bettina, einer neuen Hausgenossin, machten ich mich auf den Weg, den Sonnenschein zu genießen. Zuerst eine Ehrenrunde durch Headington und dann eine Reiseführer-Stadtführung durch Oxford. Ich kenne bislang zwar viele der großen Straßen und die Einkaufsstraße samt der für mich bislang wichtigsten Läden, aber welches College jetzt genau wo steht und was man als typischer Tourist sonst noch in Oxford anschaut, das war mir bislang entgangen.

Doch zuerst zu Headington: Headington ist ein Stadtteil von Oxford. Sein Zentrum ist ca. 3 km vom Zentrum Oxfords entfernt. Bedeutsam in Headington sind das Krankenhaus und seine vielen Ausbildungsplätze, die Headington Shops, die alle zentral an der Hauptstraße (London Road) liegen mit allerlei Einkaufsläden und Banken, Wäschereien, Blumenläden, Pubs und Restaurants verschiedenster Nationalitäten (alles in 5min zu Fuß von der Priory zu erreichen!)

und natürlich der Headington Shark:

Was der da so genau soll, das fragt man sich sicherlich zuerst. Anscheinend hat sich dort jemand mal verkünstelt und seitdem ist es so eine Art kleines Wahrzeichen von Headington. Somit erklärt sich auch der kleine Hai, der auf der Headington-Homepage in der obersten Leiste fleißig schwimmt.

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Weiter hat Headington in seinem eher älteren Stadtteil (da wo die Priory auch ist) eine schöne alte Kirche und enge Gassen, ein paar Straßen weiter auch einen Bowling Platz (sowas in der Art stand auf nem Schild, aber was für ein bowling das ist, habe ich noch nicht herausgefunden) und schließlich auch eine private Mädchenschule, in die die gute Hermoine aus HP gegangen ist, Wahnsinn oder? 😉

Weiter geht’s nach Oxford (natürlich zu Fuß – Bus fahren will man doch nicht bei dem Wetter und Bettina hat noch kein Fahrrad).

Ziemlich am Anfang von Oxford (wir kommen übrigens von Osten her über die Hauptstraße reingelaufen) überquert man über eine Brücke den River Cherwell und steht dann auch direkt schon vor Magdalen College (Achtung, Aussprache wie so oft nicht trivial, verschluckt das ‚g‘ und das zweite ‚a‘ einfach!).

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Das zweite Bild zeigt die stets belebte Hauptstraße von Oxford, die High Street. Schmale Bürgersteige (zumindest recht schmal verglichen mit dem Haufen Leute der hier unterwegs ist), die Straßen voll mit geschätzten 70% Taxis und Busse, 30% restliche motorisierten und Muskelkraft-betriebenen Fahrzeuge. Ab gings weg von der Hauptstraße entlang schmalerer Gassen, zwischen der Mauern verschiedenster Colleges hindurch (in die Colleges selbst kommt man nur rein, wenn man jemanden davon kennt und der einen mit reinnimmt oder wenn man zur Besuchszeit da ist und Eintritt zahlt. Für den heutigen Tag war jedoch der Plan erstmal das Stadtbild selber und nicht die Colleges von innen. So kamen wir auch wieder an der Bridge of Sighs, die nicht so heißt, vorbei, diesmal allerdings von der anderen Seite mit Durchblick zur Bodleian Library. Weiter zum Radcliffe Square und dort wieder an der High Street ist St Mary’s Cathedral.

Dort in die Schlange angestellt, um auf den Turm zu kommen (Eintritt, na klar) und oben dann auch festgestellt, wieso die Anzahl an Leuten, die hoch dürfen beschränkt ist: der Platz ist dort oben so eng, dass es wirklich nur wenige Stellen gibt, an denen zwei Leute aneinander vorbeikommen (einschließlich der Wendeltreppe hoch!). Und es ist kein Rundweg oben, sondern man muss auch dahin zurück, wo man herkam! Aber eine sehr schicke Aussicht:

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Man sieht von oben so richtig schön die ganzen Colleges der statt: alle in der typischen quadratischen/rechteckigen Form (die „Quads“). Links das All Souls College (auf Wikipedia gibt es da auch ein ziemlich cooles Foto von dem College im Winter), in der Mitte die Dächer von Oxford mit „Tom Tower“, dem Haupteingang zum Christ Church College und gleichzeitig der Glockenturm der jeden Abend um 21 Uhr Oxford Time (=21:05 Uhr UK time) 101mal erklingt, früher das Zeichen für alle Colleges von Oxford, die Tore zu schließen (Zapfenstreich!). Rechts wiederum ein Blick auf die High Street. Achja, und beim rausgehen: Achtung, Kopf!

Schließlich ging es noch weiter in die Covered Gartens. Eine Markthalle, von außen ganz unscheinbar, innen aber dann doch mit einigen Gängen und vielen kleinen Läden ausgestattet. Echt urig und macht Riesenspaß da durchzustromern. Nächstes Mal mit ein bischen mehr Zeit… Leider sind die Fotos von drinnen nichts geworden.

Schließlich noch eine Ehrenrunde gen Süden: zum Christ Church College:

Insgesamt sei zu erwähnen, dass der Tag bislang durchweg sonnig war, die gefühlten Temperaturen allerdings stark schwankend: sobald man im Schatten war, war ein Pulli schon ganz nett, sobald man in der Sonne war, beneidete man die Briten in ihren kurzen Hosen und T-Shirts. Insgesamt also ein Kleidung an, Kleidung aus, Kleidung an, Kleidung aus… das grenzte schon fast an Sport! Aber, was gehört noch so zu gutem Wetter? Tja…

Die Wiesen, die zum College gehören sind frei zugänglich (solange die Tore geöffnet sind) und das ganze ist eine Mischung aus englischem Rasen, Liegewiese zwischen Bäumen und Kuhweide. Denn mitten auf dem Gelände wird eine bestimmte Rinderrasse gehalten. Eine der endlosen Traditionen hier in Oxford 🙂
Entlang der Weide gelangt man schließlich ans Wasser, an die Themse. Ja, die kommt hier vorbei, bevor sie nach London fließt. Hier wird sie aber auch Isis genannt, davon hab ich allerdings bislang nur gelesen und es noch niemanden sagen gehört.

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Jedenfalls ein ziemlich schöner Weg entlang der Themse, in die eine Richtung führt er bis hin zu den Bootshäusern der Oxford-Ruderklubs (wir haben 22 Bootshäuser der Colleges gezählt, einige waren auch aktiv im Wasser),

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und in die andere Richtung wieder zur Stadt (südöstlich des Zentrums) an dem öffentliche Bootsverleihe und anscheinend auch der Namensgeber der Stadt, die Ochsenfurt liegt.

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Die weitere Tour brachte nur noch ein einziges weiteres Foto, was ich ziemlich cool finde: schickes Haus, echte englische Telefonzelle, schöne alte Laterne und sogar noch der Mond mit drauf!

Danach hieß es noch Bettina in Oxfords Pubszene einführen, was uns mit Verstärkung vom Mathe-Institut und den Pubs „Lamb and Flag“, „The Eagle and Child“ und „The Jericho Tavern“ denke ich ganz gut gelang! 🙂

Comparing mathematicians: Oxford vs. Karlsruhe Part I

1. Mathematicians are basically the same everywhere on this planet: plants living in their offices are doomed to suffer per default. But here in Oxford they even managed to kill a cactus! Not even Karlsruhe’s mathematicians managed to do that…

2. „A mathematician is a device for turning coffee into theorems.“ It definitely is! But here I must say: Oxford wins. Coffee is for free and is made anew throughout the day by John. Notice that for this comparison we eliminated the fact of me actually not liking any…

3. When it comes to lunch time of course first Karlsruhe’s mathematicians win: lunch time is earlier than in the UK! Okay, maybe not the best argument… let’s not dwell any longer on that. But (there’s always a but): how would you compare having lunch in a college hall, quiet and pieceful, absolutely stylish vs. going to the Universitys dining commons – shared by every student and employee on campus?

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Left is Worcester, the middle is Balliol college (where the Numerical Analysis group dines every Thursday at the high table).

Singing ghospels!

(Wer den Text schon kennt, er ist teilweise einer E-Mail entnommen… \*husthust\* Papier sparen und so… oder so ähnlich.)

Nachdem ich von vorher 4 Chören in Karlsruhe und Umgebung hier in Oxford runter auf 0 bin und so langsam alle grundlegenden Dinge eingerichtet sind, wurde es so langsam Zeit an der 0 etwas zu ändern…

So war ich gestern das erste Mal hier in nem Chor: der Oxford Gospel Choir. Eine ganz neue Musikrichtung und interessante Lernmethoden! Chorprobe in ner Kirche, die ringsum mit blauem dicken Teppich ausgelegt ist, Chorleiterin bildlich DIE Ghospel-Sängerin schlechthin verkörpernd, alles ordentlich beschwingt, Stücke lernen, ohne ein einziges Notenblatt in der Hand zu halten und die ganze Zeit im Stehen singen. Aber war irgendwie ganz lustig. Eben mal was ganz anderes. Zufälligerweise stand ich dann auch noch neben gleich 4 Deutschen, die hier in Oxford Au-Pair machen. Morgen schau ich mir noch einen weiteren Chor an, mal schauen, welcher mir besser gefällt.

University of Oxford

Sobald ich mein Department etwas besser kennengelernt habe, werde ich darüber sicherlich noch etwas genauer berichten. Heute jedoch erstmal ein Kurzabriss zur Uni allgemein. Ich habe nämlich heute meinen ersten richtigen Stadtrundgang (ohne bestimmte Geschäfte aufsuchen zu wollen) gemacht und zwar in Form einer guided walking tour. So richtig weit sind wir mit dem walken nicht gekommen, aber es hat ausgereicht, um ein paar wichtige Unigebäude und ein College zu besuchen und 2h mit interessanten Geschichten zu füllen. In Kurzform, bitteschön: (kurz sei passend definiert)

Fangen wir doch mit dem Namen an: Oxford… ox ford. Ganz im Gegensatz zu vorauseilenden Kommentaren eines gewissen Spaßmathematikers (dem ich auf ewig ultralustige LA und Ana Vorlesungen zu verdanken haben werde!) ist hier nicht der Ochse fort(gelaufen), sondern da die Stadt an zwei Flüssen liegt (Themse und Cherwell) gab es an einem der Flüsse ganz einfach eine Furt, über die man die Ochsen treiben konnte. Und jetzt stellt euch zu dem damaligen Bauerndorf die heutige Eliteuni vor 🙂

Oxford bestand wohl zu Beginn aus einigen Klöstern. Als sich Henry der x-te mit einem seiner Landsmänner verstritten hatte und dieser zu Louis dem y-ten nach Frankreich flüchtete, war Henry der x-te so sauer, dass er daraufhin allen Geistlichen/Wissenschaftlern verbat das Land zu verlassen. Bis dahin war der Wissenschaftsschwerpunkt aber in Paris gewesen und so mussten sich die armen Engländer etwas umorientieren und konzentrierten sich um die Klöster Oxford herum, an denen auch gelehrt wurde. Erst so entstand dann mit der Zeit die Universität von Oxford, die bis ins 19. Jahrhundert komplett nur von Männer besucht wurde und erst seit 1920 auch Abschlüsse für Frauen zulässt.


Ein Zeitensprung und wir sind in der Gegenwart! Oberhalb zu sehen ist das Logo der Universität. Oder fast. Es befindet sich auf der Seite einer Statue bei der Bodleian Library. Die Stadtführerin erzählte dazu, dass Cambridge und Oxford sich auch hier zankten, weil Oxford über das Cambridge-Emblem sagt: „Bei euch ist das Buch ja zu! Ihr könnt daraus ja nichts mehr lernen.“ Cambridge daraufhin: „Wir wissen eben schon alles! Und bei euch kann man ja auch nicht viel lernen, weil euer Buch immer nur auf einer Seite aufgeschlagen ist.“ Deshalb kann man auf oben gezeigten Logo, „ein paar Seiten umblättern“, damit man auch das ganze Buch lesen kann. Sonst habe ich von der alte Rivalenschaft mit Cambridge noch nicht soviel mitbekommen, außer dass Oxford das diesjährige „Boat Race“ glorreich gewonnen hat – über letztes Jahr wird nicht gesprochen…

„The university has a collegiate structure.“ Auf deutsch lässt sich das ein bischen schwierig formulieren. Was dahinter steckt: Die Uni besteht aus Universitätsgebäuden, wie der Bibliothek und den Fakultäten und aus den 38 Colleges. Jeder Student ist zusätzlich zu seinem Studiengang an ein College gebunden. Als Undergraduate (also vor dem Bachelorabschluss) und auch als Postgraduate wohnt man in den Colleges, hat dort seine eigene Mensa (die College Hall), teilweise eigene Bibliotheken, Freizeitangebote und die Tutorials (= verpflichtende Kleingruppenarbeit im eigenen Fachbereich mit einem älteren Studenten). Wen ihr also jemanden trefft, der in Oxford studiert (hat), dann fragt man gleich nach: „Und zu welchem College gehörst du?“. Denn das ist megawichtig! Wie ihr allerdings auf den Namen des Colleges reagieren solltet von denen ihr soviel Ahnung wie ich habt, das überlass ich euch. Oooh und aah ist mit Sicherheit nicht schlecht 😉 Ich kann inzwischen vielleicht 5-10 Colleges aufzählen \*g\*

So, genug blabla, lassen wir wieder Bilder in die Geschichten mit einfließen! Auf gehts nach Wadham College!

Das ist es, man beachte den vorbildlich geschnittenen englischen Rasen. Ein Traum. Doch gehen wir gleich hinein! Der Aufbau der Colleges ist anscheinend überall ähnlich und vom hier beschriebenen Grundprinzip: ein rechteckig aufgebautes Gebäude, mit einem großen Tor und einem großen Innenhof, dem Quadrangle (in Cambridge wäre es der Court).

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Auf dem rechten Bild sieht man die Wohnräume der Studis. Ganz typisch: es gibt keine langen Flure quer über eine Etage. Stattdessen seht ihr dort die einzelnen Türen, von denen jeweils ein Treppenhaus steil hochgeht. Wer also in Tür Nummer 5 wohnt und mit jemanden in Tür Nummer 6 befreundet ist, der darf sich sportlich zeigen, wenn er den anderen besuchen will – dafür etwas Frischluft auf dem Weg!

Auch hier übrigens wieder der schöne englischen Rasen – betreten verboten! Auf dem linken Bild ist ganz links der Eingang zur Kapelle, die auch viele Colleges haben. Damit das vom Aussehen her symmetrisch ist, wurde übrigens die gleich Tür rechts ebenfalls angebracht. Sie führt allerdings nirgendwo hin!

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Der Kirchengang war früher ebenfalls verpflichtend. Diese Kapelle zeichnet sich durch wirklich schöne „Stained Glass“ aus. Diese Fensterbilder wurde nicht einfarbig zusammengesetzt, sondern bereits nach einer neueren Technik mit Farbübergängen bemalt. Sehr süß ist das Bild von Jona und dem Wal (muss gestehen, dass ich die Geschichte nicht kenne…). Allerdings hat uns die Stadtführerin darauf aufmerksam gemacht, da der Maler anscheinend noch nie einen Wal gesehen hat und stattdessen eine Seeschlange gezeichnet hat 🙂

Weiter gehts nach draußen, zu einer sehr fotogenen Brücke „Hertford Bridge“, die extra gebaut wurde, um zwei Teile des Hertford Colleges zu verbinden. Hierbei sollte betont werden, dass sie nicht der „Bridge of Sighs“ in Venedig nachgebaut wurde und auch nicht so heißt, allerdings ist der Name doch deutlich einprägsamer und wenn das schon so betont wird…

Die Straße weiterlaufen bringt einen zur Radcliffe Camera (links), ursprünglich als Scientific Library gedacht, heute allgemein über Tunnel mit der Bodleian Library (rechts, nur ein kleiner Ausschnitt!) verbunden. Die Bodleian Library ist quasi DIE Universitätsbibliothek von England. Insgesamt auch zweitgrößte Bibliothek hat sie laut wikpedia 11 Millionen, laut der Stadtführerin 13 Millionen Bücher, da sie das Recht hat, von jedem englischen Buch eine kostenlose Kopie zu verlangen.

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Mal schauen, wann ich meinen Büchereiausweis bekomme, hoffentlich im Laufe dieser Woche!

Direkt an der Bodleian Library dran ist auch die School of Divinity. Früher die Schule für Theologie wird der Raum heute nur noch zeremoniell genutzt:

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Na, erkennt jemand den Raum wieder? Harry Potter, The Goblet of Fire? Die Krankenstation? Jaaaa, genau der Raum 🙂

Oxford wurde anscheinend bereits mehrfach für Filmzwecke eingesetzt. Es bietet sich ja aber auch an! Der Essenssaal in Harry Potter wurde dem Essenssaal des Christ Church Colleges nachempfunden, das 300 Leute fassen kann (und damit der größte Essenssaal in Oxford ist). Weiter wurden hier auch Szenen von Inspector Morris (muss ich mir unbedingt mal anschauen, von dem wird hier viel erzählt!) und „Der goldene Kompass“ (am Radcliffe Square) gedreht. Darüberhinaus war JRR Tolkien Dozent in Oxford und schrieb hier auch „The Hobbit“ und die Charaktere von „Alice in Wonderland“ fanden hier in Oxford ihren Ursprung (Alice war die Tochter des Departmentchefs, der Hase, der nie Zeit hat ist wohl dem Vater des Autors nachempfunden, da dieser stets zu spät zur Messe kam).

Doch viel Text und wenig Bilder – wenn mal mehr Zeit ist und das Wetter etwas besser (haha), dann gibt es hoffentlich auch schönere Fotos!

Btw, das Champions League Finale findet ja dieses Jahr wieder hier im Wembley-Stadium statt. Ich hab mich mal getraut, zu schauen, obs noch Tickets gibt und wenn ja, für wieviel. Hat jemand 1490 EURO übrig? tickets.org…

Das Wort zum Sonntag

Das Wort zum Sonntag:

Nein, vielleicht eher ein paar Worte zu: was mache ich eigentlich hier? Nachdem meine Tante das bereits nachfragen musste…

Kurz gesagt ich forsche, weiterhin im Gebiet der Mathematik mit einer starken Neigung zur Informatik (vielleicht aber auch eher andersherum). Dank den Beziehungen meines Professors in Karlsruhe wurde mir ein 3-monatiger Aufenthalt an der University of Oxford ermöglicht. Und hier bin ich nun und tauche derzeit ab in die Tiefen der Navier-Stokes Gleichungen gekoppelt mit den Fokker-Planck Gleichungen. Währenddessen wird mein Büro in Karlsruhe ausgeräumt und in Heidelberg wieder aufgebaut – nach meiner Rückkehr werde ich, meinem Doktorvater folgend, dort an der Uni sein.

Donnerstag – Burgertag!

Donnerstag ist Burgertag, so wie es sich gehört. Kurzer Erklärung: In Karlsruhe sind wir in der Kollegenrunde zuletzt immer Donnerstags gemeinsam ins Oxford-Restaurant gegangen und haben dort zu Mittag reihenweise Burger vertilgt. Nun bin ich zwar nicht mehr in Karlsruhe, dafür aber in Oxford und da es Donnerstag war musste auch ein Burger sein!

Da zwei der PhD-Studenten hier ebenfalls nur zu Gast für 3 Monate waren und dieses Wochenende schon wieder heimfliegen (schade!) sind wir abends in der 7er Runde losgezogen, damit die zwei auch nochmal die Pubs hier in Oxford mitnehmen können. Zuerst vorglühen im … Pub (Oxford-Pride: eher Kölsch-ähnlich) und dann ab zum Old Bookbinders: einem echt urigen Pub, der neben diversen Bieren eben auch Burger anbietet:


Ein echter Oxford-Burger!

Luc Skywalker an der Tastatur und neue Staubsaugerliebe

Ich sitze im Moment ultragemütlich an meinem Schreibtisch, es ist schön warm hier drinnen (bin dick eingepackt, das Fenster zieht ordentlich) und draußen ist es dunkel und regnerisch. Eigentlich eine perfekte Zeit zum arbeiten! Und nicht nur eigentlich, tatsächlich habe ich bis eben noch versucht, der einen Gleichungsumformung auf die Spur zu kommen (wobei es nichts mit der mathematischen Spur zu tun hat). Bis eben.

Ansonsten ist im Moment noch nicht viel neues passiert, ich bin auf unfreundliche Gestalten im Haus gestoßen, die mich nicht mehr ins Haus lassen wollten, weil sie mich nicht kennen (obwohl ich einen Schlüssel habe) – hat mich aber mehr verwirrt/bespaßt als verärgert – und lerne täglich neue Wege zur Arbeit und zurück kennen, sowie die Sackgassen der Umgebung.

Dafür drei kleinere Geschichten:

Die erste: mein Osterhase hat überlebt! Nachdem ich von meiner Mom so einen knuffigen Osterhasen geschenkt bekommen habe, musste der einfach mit (@Dad: dein Schokozeugs ist auch mitgeflogen, allerdings im Inneren des Bauchs und nicht der Tasche). Also, in die Tasche gepackt und Daumen gedrückt, dass nicht nur Schokoladenteile ankommen und tadadadaaaaaa:

Die zweite: nachdem meine Handgelenken sich grade wieder etwas mehr beklagen, habe ich meine tolle ergonomische Tastatur von der Arbeit mit nach England genommen (jaaa, wofür man so alles Platz hat im Koffer). Allerdings habe ich bislang die Tastatur am Arbeitsplatz auf englischer Tastatur belassen (will doch mal testen, ob das für die Programmierung wirklich soviel vorteilhafter ist). Jedenfalls ist das ganz lustig, wenn die Tastatur deutsch beschriftet ist, aber die englischen Tasten dahinterstecken. Man kommt sich vor, wie Luc Skywalker nur nicht mit Laserschwert, sondern an der Tastatur: „Du musst die Tasten spueren, du darfst nicht schauen, was auf der Tastatur steht! Du musst es spueren!“

Die dritte: lang, lang ists her, dass ich meine alte Staubsaugerliebe zuletzt gesehen habe: „Heinz-Rüdiger“, zuhause bei Klaus. Der kleine, süße rote Staubsauger, der obwohl so klein schon ganz selbstständig durch die gesamte Wohnung von Klaus flitzte und stets versuchte jeden Staubfussel zu erwischen. Doch so schmerzlich die lange Trennung war: ich habe mich nun neu verliebt! Meine neue Staubsaugerliebe heißt „Henry“, ist etwas größer als Heinz-Rüdiger, aber von einer ähnlichen Farbe und hat sogar zwei echte Augen! Allerdings sieht man den Unterschied zwischen gesaugt und nicht-gesaugt kaum. Das liegt wohl aber eher am Teppich selbst, als an Henry.

Achja, nicht wundern, mein Blog zeigt als Zeitstempel derzeit immer die deutsche Zeit an, bin aber zu faul das zu ändern 😉

Augen auf, es gibt viel zu staunen!

Ein voller Tag liegt nun hinter mir. Nachdem ich morgens niemanden an der Uni erreicht habe, bin ich erstmal in die Stadt gefahren, um mich mit den lebensnotwendigen Dingen des Alltags zu versorgen: eine britische SIM und ein Fahrrad. So darf ich nun stolz verkünden, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben Internet auf meinem Smartphone habe (also WLAN ging auch vorher aber…)! Für die drei Monate musste ich das jetzt auch mal ausprobieren 🙂

Oxford selbst ist eine wirklich beeindruckende Stadt. Überall wohin man geht: kleine Burgen (eher Bürgchen), Schlösschen, Kathedralen und Kathedrälchen… oder aber putzige kleine, typisch englische Häuser, in denen man vielleicht nicht unbedingt wohnen will, aber von außen anschauen… den Fotoapparat müsste man garnicht wegstecken, man kann eigentlich jede Ecke fotographieren! Ganz im Gegensatz zu dem Mathe-Gebäude. Gut, es wird gerade ein neues gebaut, direkt daneben (man muss über die Baustelle quasi quer drüber), aber das alte Gebäude: zum davonlaufen, da war der Karlsruher Mathebau schöner! Dort habe ich nun einen Arbeitsplatz in einem Büro im Erdgeschoss mit 4 weiteren zusammen, Jalousien immer vorgezogen, im Erdgeschoss könnte ja jemand reinschauen und die Ideen klauen (sofern er sie auf einen Blick versteht – unlikely)! Drei der Bürokollegen habe ich schon kennengelernt, alles ausnahmslos nette Jungs, die in Oxford ihren PhD machen. Gespräch mit dem Prof, bei dem ich hier zu Gast bin, war auch sehr gut – die Arbeit kann losgehen!