Chang2 Jiang1 – Shennong Stream

Day 3

Wir müssen wohl in der Nacht angelegt haben – wir haben nichts mitbekommen, aber welcome to Badong! Wir parken direkt vor einer Seite der neuen Stadt Badong, direkt daneben eine riesige Brücke und die zweite Hälfte der Stadt auf der anderen Seite.

Nach dem Frühstück geht es auf einen kleineren Ausflugsdampfer, das heutige Ziel: ein Abzweig von den Hauptschluchten: die Shennong Schlucht. Alle Gäste gehen zusammen auf ein Boot. Dieses hat zwei Etagen mit Glasfenstern und ein offenes Sonnendeck. Wir haben diesmal einen eigenen Guide nur für uns, der Rest vom Schiff bekommt seine Ansagen via Bord-Lautsprecher, wir direkt mündlich. Eigentlich ganz cool so, unsere Guide Becky (die geben sich gerne englische Namen, um es uns leichter zu machen) kann uns interessante Dinge on the way viel besser zeigen (mit dem Finger :-)) und wir können unsere Fragen ganz direkt stellen.

Interessante Punkte: ein Felsen, der wie Elefant aussieht (man sieht hier überall Elefanten – find ich toll) und „hanging coffins“ (also hängende Särge). 3 Stück sehen wir insgesamt auf der Tour, diese sind anscheinend um die 2000 Jahre alt. Nach dem Glauben je höher desto besser wurde diese Särge in Felsspalten auf 2/3 Höhe (vor der Staumauer natürlich höher) eingeklemmt. Mal durch Ausnutzung der Felsstruktur, mal hat man Holzpfäle horizontal eingeklemmt und den Sarg darauf platziert. So richtig gut ran kommt man an dieses nicht, außer vermutlich durch Abseilen von oben. Ob die das aber damals schon so konnten… An anderer Stelle sehen wir einen Felsen dessen unterer Teil wohl mal 7 solcher Särge enthielt. Die wurden aber entfernt und in Museen gebracht, bevor die Flut kam.

Zurück auf dem Schiff legt das Boot recht schnell wieder ab und während wir die Wu Schlucht durchfahren erzählt Bobo, unser Riverguide, dazu interessantes, immer im Wechsel Chinesisch – Englisch. Ich frage mich so langsam, was die eigentlich gemacht hätten, wenn wir kein Englisch gesprochen hätten! Davon geht man hier scheinbar iiiimmer aus bei ausländische Touristen.

Mittagessen: Burgerbaukasten! Brötchen, Salat, Zwiebeln, Tomatenscheiben, Gurkenscheiben und Käse, dazu allerlei Soßen, alles schön nebeneinander am Buffet drapiert. Aber: alle Brötchen sind noch da, ich bin die einzige, die den Burgerbaukasten zu diesem Zweck auch nutzt, der Rest der Gäste macht sich aus den Zutaten (ohne Brötchen) einen Salat! Da die ersten (mal wieder) schon gehen, sehen sie meinen gebauten Burger mit den Pommes daneben und sind völlig aus dem Häuschen, weil sie jetzt erst kapieren, worum es da ging.

Nach dem Mittagessen, wo wir uns schon vollgestopft haben, gab es dann noch die Welcome Reception mit Ansprache durch den Kapitän (übersetzt für uns durch Bobo). Sprich alle ab in die Plüschsessel im Yangtze Club auf Deck 5. Meine Lieblingsdame (chinesischer Gast, die sich so gerne mit mir fotografiert, wenn sie mich erwischt) hat uns zu ihr und ihren Freundinnen an den Tisch dazu gebeten. Wir stoßen alle zusammen begeistert mit „ganbei“ an und unterhalten uns via Handy-Translater über ihre Diabetes und dass wir zu wenig essen (meint sie 😉 ).

Es folgt eine Fahrt durch die Qutang Schlucht, die letzte der drei Schluchten. Lustigerweise wiederholt Bobo auch immer wieder Satzteile. Dass das eine Flusstück jetzt weiter aufwärts vergleichsweise zu den restlichen Schluchten eher „narrow“ ist, hören wir dreimal hintereinander.

Das Abendessen-Buffet ist wiederum ein anderes, aber wieder richtig lecker, mit Mousse-Kuchen zum Nachtisch, den muss ich unbedingt mal selber machen! Danach geht es wieder ab in den Club auf Deck 5, heute gibt es eine Kabaret Show. Im Endeffekt wieder Aufführungen in traditionellen (aktuellen?) Kostümen. Mal als Gruppentanz, mal Einzel- oder Paartanz, mal eine leicht schiefe Band (ich war kurz Sterne gucken), mal eine Solistin. Insgesamt ganz nett, nicht für alle megainteressant, neben mir wird fleißig irgendein Spiel gezockt am Handy, natürlich voll mit Ton 🙂

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