Mit dem Fahrrad zwischen den Tempeln

Schöne Grüße aus Anuradhapura! Nach 2 Tagen hier, habe ich den Namen endlich auswendig schreiben/sprechen gelernt 🙂

Wir haben uns nach einem köstlichen Frühstück im Hostel (Willwin Park) die Räder geschnappt und die Tempel in der alten und neuen Stadt abgeklappert. So ganz wie auf den Karten ist das nicht alles, man muss einfach mal drauflos und alles ansprechen, was nach offiziell aussieht. Das ist wirklich toll hier, alle sind sehr freundlich und da auch hier akute Touri-Flaute ist, freuen sie sich alle über Abwechslung.

Für 25 USD haben wir uns das Recht erkauft mit unseren Mieträdern überall rumzugurken. Das ist echt krass, bei uns wäre alles vmtl voll umzäunt oder mit festen Wegen versehen, von denen man nicht abweichen darf. Hier gibt es überall Trampelpfade, die man ganz offiziell nutzen darf. Mal führen diese auch in Ruinen rein und über Mauererniedrigungen fährt man einfach wieder raus. Anderswo steht „bloß nicht auf den Mauern laufen“. Man macht also eine Mischung daraus 🙂

 

Zwischendrin stehen die renovierten Dagoben / Tempel. Die waren jahrelang vollkommen vom Wald vereinnahmt und überwuchert, wurden aber wieder freigelegt und restauriert. Das ist dann immer eine Kugel mit Spitze in der Mitte und eine Quadratterasse außen herum. Vorher zieht man aus Respekt die Schuhe und etwaige Mützen aus und verbrennt sich mit der europäischen Nichts-gewöhnt-Füßen die Sohlen. Gut war daher der Trick sich ein paar Socken mitzunehmen.

Leider gab es keine Essensstände, da diese aus Touri-Mangel garnicht erst aufgemacht haben. Über den Tag verteilt hatten wir tatsächlich nur 3 weitere ausländische Touristen entdeckt, sonst sind es je Tempel wohl Hunderte. Dadurch hatten auch kaum Souvenirstände geöffnet und die wenigen, die es hatten wollten umso verzweifelter, dass wir ihnen etwas abkaufen.

Am R* Tempel, der außen komplett weiß gekalkt ist, sind wir auch richtig rein, dort gehen viele Gläubige hin, um zu beten. Daher gab es hier auch extra Security, man muss einzeln durch eine Abtast- und Rucksack-Kontrolle aber es sind alle wiederum total nett und hilfsbereit. Schuhe konnte man sogar an einer „Schuh-Garderobe“ abgeben. Affenspaß war aufgrund der dargebrachten Opfergaben und der kessen Affen inklusive.

Wer übrigens den Running-Gag des Tages hören möchte, der fragt uns mal nach den Mondsteinen 😉

Schließlich besuchten wir zum Abschluss des Tages noch den Bodhi-Baum (der aus einem Zweig des ursprünglichen Bodhi-Baums gewachsen ist, unter dem Buddha seine Erleuchtung und laut einiger Quellen der älteste dokumentierte Baum von Welt/Sri Lanka/… (?)). Auf dem Riesenparkplatz bekamen wir ohne Probleme einen Parkplatz für unsere Räder in der ersten Reihe. Es gab eigentlich auch nur die eine. Die meisten Einheimischen reisen wohl eher in Bussen an. Wiederum mit Sicherheitscheck, bei dem wir von den Mitarbeiterinnen gefragt wurden, warum wir eigentlich keine Blumen als Gabe mitbringen. Sie meinten, das sei eine schöne Geste, also haben wir noch welche besorgt. Im Hauptraum des Tempels drumherum waren schon viele Gläubige zum Gebet versammelt. Zwei Männer sahen uns und unseren Blumen – und unser Zögern – und winkten uns, mit ihnen mitzukommen und es ihnen nachzutun. Das fand ich sehr nett. Kurz nachdem wir dort wieder raus waren begann ein Gottesdienst oder eine Art Gruppengebet (ich kenne die korrekte Bezeichnung leider nicht).

Wir verteilten noch unsere Gaben an jedem Tisch rundum, bestaunten noch etwas den Bodhi-Baum, der zu seinem Schutze eingemauert und von goldenen Gerüsten gestützt wird und machten uns wieder auf den Weg – durch die inzwischen eingetretene Dunkelheit und mit unseren Fahrrädern. Zuweilen etwas spannend.

Essen fanden wir noch in einem kleinen Restaurant in der Stadt, nachdem wir noch einige Versuche mit dem Geldautomaten verschiedener Banken zugebracht hatten, bis jemand unsere Karte und unseren Geldbetrag mochte (4900 Rs ging nicht, 9000 aber, gewünscht waren Vielfache von 100 und es gab auch 100er später…). Und dann das letzte Stück mit dem Fahrrad heim, die Kreuzungen lieber mal geschoben, die längeren Straßenstücke möglichst schnell hinter uns gebracht 🙂

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