Pidurangala – Hitzeklettern am Vulkanbrocken

Frühstück hatten wir im Hotel, dank geheimer Booking-Stornierungsabsprachen. Wie immer irgendwie viel zu viel. Aber sehr gut, diesmal nebst Pfannekuchen mit Kokuszuckerkaramelfüllung auch Kokus-Roti mit karamelisierten Zwiebeln dazu – a Traum!

Direkt nach dem Frühstück hatte unser Host uns angeboten beim Lampion basteln für das Mondfest zu helfen. Das Holzgestell hatten sie mit Drähten schon gebastelt, wir schnitten Butterbrotpapier-ähnliches weißes Papier aus und klebten mit „Glue“ (sah nach was selbstgemischten aus) dieses auf die Quadrate und Dreiecke. War lustig, die Herren durften derweil die krisseligen Schnüre für zum dranhängen ausschneiden (wie Krepppapierschlangen). Unser Host war vollauf begeistert und machte Fotos ohne Ende, um sie gleich auf FB einzustellen. Seht her, alles gut im Lande, die deutschen Touris machen sogar beim Vollmondfest mit!

Fertig machen konnten wir sie leider nicht, die Tuktuks, die wir für diesen Tag bestellt hatten waren schon da und nachdem ich dann dann 5min mein Portemonnaie gesucht, meinen GESAMTEN RUCKSACK AUSGERÄUMT, an mir selbst gezweifelt habe und schließlich das scheinbar doch sehr gute Versteck wiedergefunden habe, ging es los 🙂

Das Ziel war Sigiriya, ein Dorf nahebei, bei dem es den sehr bekannten Löwenfelsen gibt, ein Riesenbrocken vulkanischen Ursprungs, der eben mal so aus der ansonsten rundum flachen Landschaft ragt. Und achja, obendrauf hat jemand gemeint eine Zitadelle bauen zu müssen. Normalerweise zahlen dort Touris 30 USD Eintritt, ganz schön happig. Hinzu kam, dass am heutigen Tage, vmtl um die Stimmung aufzubessern, die Einheimischen alle freien Eintritt bekamen, also viele Leute zu erwarten waren.

Daher wählten wir den zweiten Brocken der Umgebung aus, der 3km weiter liegt (ein Brocken kommt selten allein!):der Pidurangala. Dieser ist laut vieler Reiseberichte viel schwieriger zu besteigen als der Sigi-Felsen (mein persönllicher Spitzname), dafür viel leerer, kostet nur 500 Rs Eintritt und man hat eine sehr schöne Aussicht auf den Sigi. Die Stufen hoch waren schon anstrengend, in der Summe geht es aber. Dann kommt ein liegender Buddha im Felsen und ab dort ist der Weg kein Weg, sondern ein Felsengekraxel. Ein zwei Stellen, an denen man wirklich etwas kletterne muss, für uns mit guten Halbschuhen und ein Minimum an Kondition aber kein Problem. Lustiger war es schon Menschen mit riesigen Objektiven, die ganzen Leute in ihren Flip-Flops oder die Jungs-Gangs, bei denen jeder noch seinen Moped-Helm mit hochtrug (!).

Von oben ist die Aussicht wirklich gigantisch. Dieser Felsen ist zum einen sehr riesig, man kann in alle Richtungen noch 50-100m laufen (nagelt mich jetzt nicht drauf fest) und man kann in alle Richtungen noch sehr weit schauen. Natürlich hat man auch Ausblick auf den Sigiriya-Felsen und sieht auch wie voll die Aufstiegstreppen dort mit Menschen sind 😀 Aber: kein oder kaum Schatten!

Zurück mit unseren Tuktuks fuhren uns diese zu einer Stelle, an der man einen sehr schönen Ausblick auf beide Felsbrocken hat, idyllisch mit See davor. Überhaupt bekamen wir von unseren Guides vieles auf dem Weg erklärt. Reis- und Süßkartoffelfelder gezeigt, die Baumhäuser der Bauern, die sie verwenden, um Dinge vor einer Wildkatzenart in Sicherheit zu bringen, ein „Kingfisher“ (Vogel) und allerlei, was auf den Nebenstraßen über die wir gekommen waren, so zu sehen war. Zurück ging es dann noch an einer Gewürzfarm vorbei, die kann man aber auch getrost weglassen. Wir wurden einem kleinen Showgarten von Pflanze zu Pflanze geführt, insgesamt sehr hektisch und dazu schnell geredet, Pflichtprogramm abgespult und stets erklärt für welche Gebrechen was ist – sehen wir so alt aus? 😀 Letzlich kaufen wollten wir ja eigentlich nichts, bzw die Preise luden auch nicht dazu ein. Verglichen mit Tripadvisor Meinungen ist das alles noch harmlos formuliert 🙂

Spaß gab es zwischendrin übrigens noch, als unser Guide bei einer Fotopause auf sein Handy schaute und uns die Fotos von unserer morgentlichen Lampion-Bastelaktion zeigte. Allerdings nicht auf der FB Seite unseres Hostels, nein, eine Nachrichtensammelseite hatten diesen Beitrag geteilt und die Fotos hatten schon 2000 Likes 😀

Den Rest vom Tag verbrachten wir faul, faul und nochmal faul. Pool, Quatschen, Lesen, Pool. Eigentlich wollte unser Host am Abend mit uns noch in die Stadt zum Fest, entschied dann aber spontan noch anders, weil die Deko noch nicht fertig sei. Whatever. Hatte ich schon den „faul“ Modus erwähnt?

Abendessen war wieder Buffet-for-four. Dazu habe ich das Ginger-Beer erst kennen und lieben gelernt. Legga!

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